Perm PMG132-Schaden – Kommutator- und Schleifgeräusche - Elektroauto Forum

Perm PMG132-Schaden – Kommutator- und Schleifgeräusche

filip

Neues Mitglied
29.01.2025
43
Pcim, Poland
Hallo, mein Perm PMG132 macht seit Kurzem ein leichtes Schleifgeräusch, besonders beim Rückwärtsfahren.

Ich habe den Motor ausgebaut, um der Sache nachzugehen, und das Schleifgeräusch ist deutlich lauter (vermutlich aufgrund mangelnden Kettendrucks auf die Motorwelle). Es ist auch ohne Kohlebürsten vorhanden, diese können also nicht die Ursache sein.

Schleifen ohne Bürsten:
Schleifen mit Bürsten:

Ich kann das Geräusch beseitigen, indem ich die Rückplatte teilweise herausziehe und sie vorsichtig positioniere – aber so kann ich den Motor nicht zusammenbauen :(. Haben Sie eine Idee, woher dieses Geräusch kommt und wie ich es beseitigen kann? Ich kann durch die Lüftungsschlitze keine Teile erkennen, die zu nah beieinander liegen.

Ich habe die Bürstenbaugruppe zerlegt und Beschädigungen am Kommutator festgestellt – Erosion:




Außerdem befindet sich an einer Stelle ein Kupfertropfen:



Sollte ich den Kommutator abfräsen? Ich müsste mindestens 0,5 mm abtragen, um ihn wieder plan zu bekommen.

Zwei der Bürstenhalterungen scheinen zudem teilweise angeschmolzen zu sein:





Die Bürsten selbst scheinen in Ordnung zu sein:




Ich befürchte, dass ich … Könnte der Motor weiteren Schaden nehmen, wenn ich ihn in diesem Zustand weiter benutze? Was meinen Sie?
 
Zuletzt bearbeitet:

matzetronics

Aktives Mitglied
08.07.2020
1.807
Berlin, DE
Durch den einseitigen Zug auf der Motorwelle durch die Kette sind Lagerschäden beim Perm nicht ganz ungewöhnlich. Die gute Nachricht ist, das die Lager Standardtypen und leicht zu ersetzen sind.
Die Stelle auf dem Kommutator scheint nicht im Weg der Bürsten zu liegen.Eine Reinigung des Motors ist aber eine gute Idee.
Könnte der Motor weiteren Schaden nehmen, wenn ich ihn in diesem Zustand weiter benutze?
Ich würds nicht machen.
 

filip

Neues Mitglied
29.01.2025
43
Pcim, Poland
Durch den einseitigen Zug auf der Motorwelle durch die Kette sind Lagerschäden beim Perm nicht ganz ungewöhnlich.

Dieses Geräusch scheint nicht von einem Lager zu kommen – könnte Ihrer Meinung nach ein Lager die Ursache sein?
Die Stelle auf dem Kommutator scheint nicht im Weg der Bürsten zu liegen.
Hmm, ich glaube nicht, für mich sieht es so aus, als ob die meisten dieser Verluste unter den Bürsten liegen:



Die schwarzen Flecken sind Verluste im Kupfer, kein Schmutz.
 

Sascha Meyer

Bekanntes Mitglied
18.05.2007
6.401
Hi Filip,
hier ein paar Gedanken eines Kollegen, welcher hier nur mitliest, aber nicht schreibt:
- die Kohlen koennten unterschiedlich lange sein, was dadurch Buerstenfeuer erzeugt und auch das Abschmoren des Kohlenhalters verursachen kann. Auch die Tropfenform scheint typisch zu sein. Auch die Spuren auf dem Kollektor sprechen wohl dafuer. Der Kollektor muss neu abgedreht werden.
- ferner die Magnete kontrollieren. Wenn sich da was loest, kann es auch die Schleifspuren auf den Kupferlamellen verursachen.
Falls du selbst an den Motor ran willst, kann der Kollege dich auch beraten. In diesem Fall eine eine PN an mich schreiben, ich stelle den Kontakt her..

Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha
 

wchriss

Aktives Mitglied
30.12.2010
1.895
59
Egweil
Hi,
der Motor hat ganz schön was abbekommen, kommt mir bekannt vor. Ich hatte dich ja in deinem anderen Fred davor gewarnt mit so hohen Strömen zu fahren.
Mit etwas glück bekommst du den Motor wieder zum laufen. Kpl. zerlegen, Magnete auf Festigkeit prüfen.
Kollekor auf der Drehbank Plandrehen, prüfen ob Massesschluss oder niedrig Ohmig Kollektor gegen Antriebsachse ist. Ich befürchte allerdings das der Kollektor schon so heiß wurde das die Isolierung zwischen den einzelen kollektoren verbrannt ist, dann verschmiert sich alles beim Abdrehen.
So wie das Gehäuse aussieht würde ich Sandstrahlen und neue Lackieren. Die Geräusche kommen vermutlich von einem losen Magneten oder von einer losen Verbindungsbrücke aussen am Rotor.
Kannst gerne mal auf meien YT-Kanal ( https://www.youtube.com/@cityel6965/videos) sehen, da hab ich so eine Arbeit dokumentiert.
LG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:

filip

Neues Mitglied
29.01.2025
43
Pcim, Poland
Hallo,

vielen Dank für die vielen Tipps.

Ich habe mir den City-EL gekauft, um einen modernen Ersatzantrieb dafür zu entwickeln und zu bauen (bürstenlos, ohne Reibungskupplung, mit Bremsenergierückgewinnung, höherer Energiekapazität und schnellerer Ladezeit).

Ich denke, ich werde mich auf den neuen Antrieb konzentrieren – selbst wenn ich den Motor jetzt repariere, würde ich ihn an den Steigungen wieder beschädigen.

Wahrscheinlich werde ich versuchen, den Motor für jemand anderen zu reparieren, damit er ihn nutzen kann.
 

filip

Neues Mitglied
29.01.2025
43
Pcim, Poland
Hallo,

ich glaube doch nicht, dass mein Berg die Ursache für den Schaden war. In der Ersatzteilkiste, die ich vom Vorbesitzer bekommen habe, waren zwei Sätze Kohlebürsten. Einer der Sätze sieht noch recht gut aus, aber der andere hat extrem abgenutzte Bürsten. Schau dir zum Beispiel diese hier an:


Sie hat sogar geschmolzene Metalltropfen daran.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Fahren mit abgenutzten Bürsten durch die Vorbesitzer die Ursache für den Schaden war. Die abgenutzten Bürsten wurden zwar schließlich ausgetauscht, aber der Schaden am Kommutator und Bürstenhalter wurde nicht repariert. Das alles passierte, bevor ich das Fahrzeug gekauft habe.

Ich poste das hier für zukünftige Referenz.
 

Christian s

Bekanntes Mitglied
28.10.2006
3.525
Am Beginn deines Threads hast Du über das Schleifgeräusch berichtet das auch ohne Kohlen auftrat. das ist dadurch aber wohl nicht zu erklären
 

filip

Neues Mitglied
29.01.2025
43
Pcim, Poland
Am Beginn deines Threads hast Du über das Schleifgeräusch berichtet das auch ohne Kohlen auftrat. das ist dadurch aber wohl nicht zu erklären
Das ist richtig, ich meinte, dass die Beschädigung des Kommutators und des Bürstenhalters durch den vorherigen, verschlissenen Bürstensatz verursacht wurde.

Ich glaube nicht, dass das Schleifgeräusch durch Überlastung entsteht – wahrscheinlich ist einer der Magnete locker, ein Lager verschlissen oder es handelt sich um Rost.
 
  • Like
Wertungen: Christian s

Sven Salbach

Bekanntes Mitglied
15.03.2007
10.081
48
Hannover
www.litrade.de
Leider jetzt erst das Thema gesehen.
Das klingt danach als ob der Kommutator/Anker gegen die Neodymmagneten schläft.
Das passiert, wenn der Motor zu trocken, also ohne Ölnebel verbaut wird, dann fängt es unter den Magneten an zu rosten, heben sich an und schleifen am Kommutaor/Anker.
Dadurch gibt es bei jedem Schleifen einen kurzen Kurzschluss, der dann auch die Kohle verbrennt
Was super zum Schadenbild passt
Mit einem Oszilloskop könntest du es sehr gut sichtbar machen oder einfach einem Labornetzteil und niedriger Spannung (2V oder wenige), dann dreht er sich langsam und wird an einer stelle stehen bleiben...KURZSCHLUSS



ACHSO!!!! Den PERM NIEMALS !! ohne den kohlenhalter betreiben, da der Kommutator dann nämlich in eine andere Position verrutscht und an den Magneten schleift!
!

Dein Kommutator muss nicht abgefräst werden, du solltest aber mit einer Anreißnadel jeden Zwischenraum der des Kommutators abfahren um "Schweißspritzer" der Kohlen zu entfernen, ansonsten geht dir der Motor kurz darauf kaputt.
Der Kommutator läuft sich wieder sauber ein, bei der nächsten Infektion mit neuen Kohlen sieht der von alleine wieder aus wie neu, AUßER!! der Motor wird bei dir sehr hoch belastet.
Und immer daran denken, neue Kohlen schonend einfahren
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Wertungen: filip