Neue Sicherungsmoden mit erzieherischem Wert, besser gesagt, Unwert


saxobernd

Mitglied
23.07.2020
144
Es gab mehrere Todesfälle im Zusammenhang mit der Reparatur von Mikrowellen. Auch bei gestandenen Elektrikern. Abhilfe war nötig. Man verkocht ohne Schmerzempfinden innerlich, wenn man so töricht ist und bei offener Mikrowellentür repariert. Das muss man aber. Am empfindlichsten sind Lunge und die Augäpfel: Erblindung, ohne Schwerzempfinden.

Ich habe mehrere Mikrowellengeräte repariert und die beiden Türschalter überbrückt, weil ich mir der Gefahr bewusst bin. Ansonsten, bitte wegwerfen, Mikrowellengeräte sind billig und die Billigsten sind nicht die Schlechtesten. "Er starb an einer Miele" verschafft im Himmel nicht mehr Ansehen.

Alle Geräte, die ich bisher untersuchte, haben einen ausgeklügelten Kopplungsmechanismus der beiden Türschlösser, der in jedem Fall einen kräftigen, eigentlich normalerweise verbotenen direkten Kurzschluss zwischen L-Und N auslöst, der die Sicherung im Sicherungskasten mit latem Knall auslöst und einen Teil des Hauses außer Gefecht setzt.

Das wirkt nachhaltig, zumal ein Fehlerstromschutz nicht anspricht, es fließen während des Knalls 200 Ampere.
Ich würde es gar nicht hier schreiben, wenn mir eine überaus liderlich gebaute ähnliche Sicherung nicht heute beim Toaströster auf dem österlich geschmückten Küchentisch einer Freundin vorgekommen wäre. Relativ schickes Chinamodell, innen pfui. Nicht vom Materialaufwand, sondern:
schöne bunte verzwirbelte Litzendrähte abenteuerlich befestigt im ganzen Gehäuse, dass man nicht ordentlich öffnen kann, das gäbe Plastikbruch. Unmittelbar laufen N und L-Leitung an zwei dicke Kontakte, wenn ein filigranes 0,2mm-Federchen beim Auswerfen des Toastes auf der falschen Seite des Auswurfmechanismus gleitet, was bei einer schwingenden Feder irgendwann passiert.
Ein undefinierbares elektronisches timer-Modul unerreichbar an das Gehäuse geklatscht, Zerlegen unmöglich, weil wegen der zu schwachen Schräubchen im Gehäuseplastik zusätzlich geklebt.

Folgende Abhilfe schwebt mir vor:
Herausknipsen der Kurzschlusskontakte, der Toaströster funktioniert.
Für das gesparte Geld einen FI-Schalter 30mA maximal für den gefährdeten Bereich. Küche, Bad...

In diesem Zusammenhang dachten wir noch einmal über den unverständlichen Entscheid der deutschen Elektrikerverbände für die nicht verpolungssicheren Schukostecker nach. Ich meine, ein Muss, nicht nur in Hinblick auf zukünftige Gleichstromnetze. Die meisten Steckverbindungen im Ausland sind verpolungssicher und von besserer und stromfesterer Qualität als das, was uns immer noch hierzulande zugemutet wird.

Ähnlich Unverständliches begegnete mir bei einer Junkers-Therme, wo ein 10 Volt-Elektronik-Steueranschluss unmittelbar neben den 230Volt-Zulaitungen auf einer Steckerleiste saß. Zerstörung vorprogrammiert.
 

Werni

Aktives Mitglied
19.02.2019
922
Hi,

hatte der Toaster ein CE-Zeichen vom Importeur? Dann den anschwärzen, es ist als Importeur seine Aufgabe, die Konformität mit hiesigen Vorgaben sicherzustellen (und mit dem CE-Aufkleber nachzuweisen).

Ist der Toaster ein Import ohne den CE-Aufkleber, den Importeur wegen fehlendem CE-Zeugnis anschwärzen.

Dumm ist, wenn man das Zeug selbst direkt per Internet in Shenzen gekauft hat: Dann ist man selber Importeur ;-) Das sollten daher nur Leute machen, die wissen, was sie tun.

Gruß,
Werner
 

wollibri

Neues Mitglied
02.09.2016
15
Da erinnere ich mich an einen Sohn eines Autofabrikvorstandes in Stuttgart, der in den USA einen Scanner für 110V gekauft hatte und den ohne Nachdenken hier in die Steckdose gesteckt hat...
Und letzte Woche ist mir ein 30j. alter NiCd-Akku um die Ohren geflogen, den ich wiederbeleben wollte. Der Knallschaden klang 24h nach...
Kein CE, kein VDE, kein sonst noch im Hintergrund stehendes Gesetzblatt, einfach Elektroing der Nachrichtentechnik, der sich jetzt mehr mit Energietechnik beschäftigt.
Gruß an alle
Wolfgang
 

saxobernd

Mitglied
23.07.2020
144
Nein mit CE-Zeichen, dem richtigen und vermutlich alles in Ordnung. Eigentlich müsste es der Toaster noch tun. Wegen der beim Öffnen mit Sicherheit abbrechenden Plastikteile konnte ich nur nicht genau nachschauen. Aber Nachfragen half: es gab keinen lauten Knall und der Toaster war in der neuen Küche angeschlossen, wo ein empfindlicher Fehlerstromschutzschalter eingebaut wurde, neuerdings Vorschrift bei manchen Elektrogeräten. Werde es herausfinden. Theorie: Ein gewisser Anteil neuer Elektroherde oder Wasserkocher, also auch Kaffeemaschinen besitzt nicht ausreichend spannungsfeste Isolierungen der Heizspiralen. Der Toaströster erzeugt beim Ausschalten einen Spannungsimpuls, der die Heizspiralenisolierung durchschlug und lediglich den Fehlerstrom-Schutzschalter auslöste, werde ich noch erfahren.
Es lohnt sich, sich einmal gründlich Gedanken zu machen. Insbesondere in Bezug auf unsere potentialgetrennten Gleichstromlader. Ich sprach es schon oft an: Gleichstromtechnik erlaubt überaus empfindliche Fehlerstromsicherungen, praktisch zum Nulltarif. Unsere Klasse B-Sicherungen sind noch neu und spechen auf beide Stromarten an und sind deshalb noch unverschämt teuer.
Für ebenso überteuert halte ich die sogenannten Juice-Adapter unserer Lieblinge mit ca 1000 Euro+.
Das wesentliche Teil daran ist meiner Meinung nach der Regler für die Ladeleistung, der meist nicht einmal von außen gesteuert werden kann, wie vom Solardach.
Die Ladespannungen werden mit den neuen BYD-Akkus bald die 1000 Volt übersteigen. Dann ist ein guter Fehlerstomschutz unverzichtbar. 1000 Euro für einen billigen Ladeleistungsregler alleine ist einfach zu teuer. Beim Tesla kann man die Ladeleistung von innen einstellen und bei
meinem Saxo ist bekannt, wo ich eingreifen muss, um die Leistung zu regeln.
Dank unserem Mitglied aus Flandern, Eddy Mechelaere.
In der Sagembox ist praktisch alles über Optokoppler potentialgetrennt. +Gleichstromfehlerschutz (0.5mA).
 

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