Nachruf zum unsäglichen thread


Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#1
Eigentlich wollte ich mit dem Einrad, dass mich überholte, nur ausssagen, dass Oma Duck durchaus moderner war und mit dem Detroit ein Vierradauto wählte. Ich meine auch, die ganz üblichen Karossen, in erster Linie natürlich die Uraltente, sind dazu prädestiniert, mit halber Geschwindigkeit und damit einem Drittel Verbrauch gefahren zu werden, absolut geeignet zur Umrüstung auf einen sinnvollen Elektroantrieb, statt dieser blöden Ein- und Dreiräder, die ich eigentlich ziemlich lächerlich finde. Mit vernünftigen Reifen ausgestattet, haben gängige Autos, auf Elektro umgerüstet, ordentlichen Komfort und keinen zu hohen Stromverbrauch. Ansonsten präferiere ich inzwischen den Hybridantrieb, allerdings mit ordentlicher elektrischer Ausrüstung und schwachem Verbrennerantrieb nur als Notbehelf. Gewicht spielt schließlich für uns mit unseren unbegrenzten Rekuperationsmöglichkeiten so gut wie keine Rolle.

Das Umfallunikum aus China erinnert mich an den "Bede" aus den USA, ein überschmales Fahrzeug mit vier Rädern, die diagonal angeordnet waren und das die erste Bodenwelle nicht überlebte. Um mal wieder zum Thema zurückzukommen: ich finde den Chinarenner zwar windschnittig, aber nicht toll.
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
10.138
0
#2
Ich werde mich hüten, genaue Berechnungen für Dinge anzustellen, die grundliegend in Unordnung sind, wie zum Beispiel das Ammenmärchen, dass jede zusätzliche kWh bayerischen Stroms aus Wasserkraft kommt. Jedes zusätzliche Elektroauto erfordert neue Kraftwerke, die wahrscheinlich nicht mehr an Isar, Amper oder am Atommeiler liegen.

Derweil geht die technische Entwicklung weiter und bei uns tut sich schon seit langem nichts, während Toyota sich wegen des geringen Gewichts leistungsstarker Hochwirkungsgradelektromotoren nicht scheute, seine Lexus neben einem leistungsfähigen Verbrennungsaggregat mit bis zu vier zusätzlichen Motoren/Generatoren auszurüsten, weil einfach deren Leistungsgewicht dermaßen gering geworden ist, dass die Entwicklung gerade nur so explodiert. An uns scheint diese Entwicklung fast völlig vorbei zu gehen? Ich darf nur noch einmal darauf hinweisen, dass bei Motorgeneratoren mit 97% Wirkungsgrad und zum Beispiel Ultracaps das Gewicht eines Fahrzeuges keine Rolle mehr spielt, sofern dem Reibungswiderstand der Reifen entgegengearbeitet wird. Dies eröffnet, zusammen mit weitergehender Batterieentwicklung, neue Dimensionen bezüglich der Reichweite.
 

Michael

Neues Mitglied
07.12.2012
27
0
#3
Bernd Schlueter schrieb:

Derweil geht die technische Entwicklung weiter und bei uns tut sich schon seit langem nichts, ...
Das liegt "bei uns" vermutlich auch daran, dass die Studiengänge Maschinenbau und Elektrotechnik so strikt getrennt sind. Die Kfz-technik verlangt immer mehr interdisziplinäres Arbeiten und Entwickeln.

Der Studiengang "Mechatronik" ist ein Anfang.

Gruß, MR
 
R

Rainer Partikel

Guest
#4
Moin Bernd,

ich möchte Dich nochmals darauf hinweisen, das EL und Twike aus statischen Gründen zu Dreirädern geworden sind. In beiden Fahrzeugvarianten befindet sich das hauptsächliche Gewicht, nämlich die Batterien, auf der Hinterachse zwischen den beiden Antriebsrädern. Um den Schwerpunkt zu drücken werden dann die Batterien noch so tief wie möglich angeordent. So kann der Rest der Karosserie in Leichtbauweise hergestellt werden.

Ein Fahrzeug mit vier Rädern muss zwangsläufig eine stabilere Gesamtkonstruktion darstellen. Du kannst aber auch mit der richtigen Wahl der Vertigungskomponenten , siehe Einliterauto von VW , das Gewicht reduzieren. Es sind dan Carbon Titan und Co im Einsatz. Das können wir aber nicht bezahlen....

So, und nun zu deinem Ententraum. Diese Fahrzeug ist gebaut um Vier Personen zu befördern. Auch wenn Du den Motor ausbaust, die eigentliche Karosserie ist viel zu schwach um die genügende Anzahl an Batterien zu tragen.

Also müssen wir uns von der herkömmlichen Form des Autos lösen. Ob Du willst oder nicht.

Beste Grüsse
ZINNEKE
 
G

Georg Schütz

Guest
#5
Zur Dreiradfrage: speziell beim Twike liegt fast überhaupt kein Gewicht auf dem Vorderrad, so dass man das Fahrverhalten durch vier Räder sicher nicht verbessert.
Fahrtechnisch sehe ich als ehemaliger City-El und jetziger Twike-Fahrer überhaupt keinen Nachteil durch drei Räder. Umkippen ist beim TWIKE durch die Gewichtsverteilung (tiefer Schwerpunkt und fast das gesamte Gewicht auf der Hinterachse) nahezu unmöglich und auch mit dem CityEl haben bei vernünftiger Fahrweise die Räder nie Bodenkontakt verloren. Ein Schlagloch, das ich links oder rechts treffe, macht sich dann auch zweimal bemerkbar - beim Dreirad nur einmal.
Physikalisch gesehen sind für eine stabile Auflage auf einer Ebene genau drei Punkte erforderlich, jeder Punkt mehr erfordert einen Federungsausgleich oder belastet die Karosserie.
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.067
0
#6
Bernd Schlueter schrieb:

[...] Jedes zusätzliche
Elektroauto erfordert neue Kraftwerke [...]
Das ist falsch.
Elektroautos werden hauptsächlich nachts geladen, in dieser Zeit sind die vorhandenen Kraftwerke sowieso nicht ausgelastet.
Elektroautos verbessern sogar den Gesamtwirkungsgrad von Kraftwerken, denn z.B. ein nachts eigentlich nicht benötigtes Kohlekraftwerk kann nicht einfach komplett abgeschaltet werden, sondern verbraucht trotzdem Brennstoff und produziert Abgase.

Gruß Jens
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.067
0
#7
Citroen 2CV Elektro: http://www.austinev.org/evalbum/100.html
Fiat 600 Elektro: http://www.austinev.org/evalbum/206.html
Beide Fahrzeuge haben nach wie vor 4 Sitzplätze!

Mit genügend Erfindungsreichtum und Schweißkenntnissen kann man wohl jedes Auto elektrifizieren, E-Trabbis gibts ja ebenfalls einige.
Ob diese Konstruktionen dann wirklich großserientauglich und energieverbrauchsoptimiert sind ist eine andere Geschichte.

Und das chinesische(?) Dreiradmobil von ZAP hat drei Räder, weil es in den USA verkauft werden soll und dort... aber das habe ich ja schonmal erzählt :) .

Gruß Jens
 
R

Rainer Partikel

Guest
#8
Moin Jens,

habe ja nicht gesagt, das es diese Fahrzeuge nicht gibt. Allein das Nettogewicht - also ohne Batterien - ist abenteuerlich. Die erzeugen dann bestimmt genausoviel CO 2 wie ein Stinker, denk ich mal.
ZINNEKE
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
4.388
51
Filderstadt
www.elweb.info
#9
Interressant auch die Maximalgeschwindigkeit des kleinen Fiat 100 mph=160 km/h...

... In USA die Frage an einen Fahrer eines Elektrodragster für 1/4 Meilen-Rennen, wie hoch die Reichweite seines Gefährtes sei, die Antwort : 1/4 Meile ;-).

Eine Blei- Ente fuhr bereits in den 90ern auf der Tour de Sol in der Schweiz, mit 4 Mann besetzt. Das Anflanschen eines Elektromotors ist hier besonders einfach.

Grüße
Ralf Wagner
 
U

Uwe Faulenbach

Guest
#10
Grüße Euch.


Die Beiträge möchte nacheinander kommentieren.

Frank Purper spricht von der Bewunderung über jene Menschen, die noch Visionen haben.

Ist es nun mal so, daß Visionen die Ideen für neue Entwicklungen sind. Ohne Visionen
sind also keine Entwickung möglich!

Leider ist "Visionen haben" hier und heute oft eine sehr undankbare Sache! Ich mußte etliche Male leider feststellen, daß Menschen, die heute noch Visionen haben, nicht nur belächelt sondern nicht selten von der egoistischen Masse mit Undank belohnt werden! "Visionen haben" wird von letzteren nicht selten als gemeingefährlich angesehen! Jene Gleichgültigen unterstützen die Undankbaren, weil sie diese nicht in die Schranken weisen.

Es wird also wieder mal Zeit, daß die Masse materiell aufs Zahnfleisch kriecht - dann kommen Visonäre wieder zu Ehren und Anerkennung.


Was die Angebote im WWW und auf dem Markt angeht: Wenn jene Visonäre ausgelaugt sind, dann geht halt auch deren Internet-Seiten den Bach hinunter! Von nichts kommt nichts! Wenn die Masse zu fett lebt - also jene Pioniere nicht unterstützt, dann sind auch sie sehr bald materiell am Ende. Was die Preise anbetrifft: Neue Entwicklungen haben ihren Preis, da sie anfangs ja keine technisch voll ausgereiften in Großserie hergestellten Produkte sind.

Da die Masse der Verbraucher nur an das Hier und Heute denkt und es der in dieser Spaßgesellschaft offensichtlich viel zu gut geht, ist sie nicht willens, den Visionären auch nur einen Cent zu schenken - lieber verschleudert sie ihr Geld sinnlos im Ausland. Wenns denen dreckig geht, dann jammern sie aber und stellen zudem auch noch unverschämte Forderungen!

> Doch muss eine solche Investition einen individuellen Nutzen habe.

Der individuelle Nutzen ist eine Ansichtssache. Wer nur den momentanen Nutzen sieht, der wird nie den Nutzen für seine Zukunft sehen und auch nicht sehen wollen! Dessen geistiger Horizont läßt das nicht zu!

und weiter Roland Reichel schreibt:

> Der Mensch kauft sich gerne sein eigenes Selbst.
> Das gilt für Porsche, Maybach, Smart, aber auch für TWIKE und CityEl.
> Lassen Sie anderen ihr Selbst, und fahren Sie das Mobil, das Ihnen gefällt.


So ist es! Ein Auto ist neben Alltagswerkzeug auch ein Statussymbol - letzteres dann für die Sexualpartnerwerbung. Da spielt dann Geld keine Rolle - der Schlitten kann gar nicht groß und nobel genug sein - eben was das Bankkonto her gibt. So etwas läßt aber auch Rückschlüsse auf den Charakter jener Männer zu, da sie das ja nötig haben!

Wie ich oben schon andeutete: Die Masse sieht nur den Momentan-Nutzen, da sie nicht willens über das Heute hinaus zu denken. Das trifft im noch größeren Maße für die Politniks zu, erst recht, wenn jene in ihren Reden vom Morgen und Übermorgen schadronieren! Daher sehen sie auch selten die Notwendigkeit neue Entwicklungen finanziell ausreichend zu unterstützen.

Natürlich sollte die Technik besser werden. Wo die Einstiegspreise durch fehlende staatliche Stützungen zu hoch sind, fehlen die Stückzahlen, weil die Preise für den Klein- und Durchschnittverdiener zu hoch sind. Dadurch sind auch die Preise z.B. für Lithium-Akkus für größere Strecken für den Durchschnittsverbraucher unbezahlbar! Ein Teufelskreis ohne Ende.

> SAM - Jedoch kann ich nur sagen, beim durchrechnen der Kosten, rechnet
> sich sogar das Twike. Wir haben aktuell das Thema bearbeitet und sind
> zum Entschluss gekommen, auch wenn der Einstiegspreis gleich hoch ist
> wie ein Benzin Fahrzeug, rechnet es sich in den laufenden Kosten
> (in unserem Einsatzgebiet).

Ja, am Blei und NiCd/NiHD-Akku scheiden sich die Geister. Wer nur auf
die Kaufpreise schielt, der wird später Enttäuschungen hinnehmen müssen.
Qualität hat halt auch seinen Preis! Was billig ist, taugt i.d.R. auch
entsprechend wenig.

> Ich denke, dass das Thema E-Mobil sich in Deutschland noch nicht
> durchgesetzt hat, weil eben zum einen die Politik da noch nicht
> hintersteht (abgesehen von ein paar rühmlichen Ausnahmen).
> Dementsprechend werden auch die Forschungsgelder nicht in die
> Notwendige Richtung gelenkt, die für uns noch Notwendig sind.

Politniks sind nun mal Menschen, die in ihrem "Beruf" von der Hand
in den Mund leben.

> Wie in den meisten Fällen ist aber der Nachwuchs nicht an das Thema
> geführt worden, dass dort auch die Bastelleidenschaft da ist.

Das liegt im wesentlichen an deren Schulbildung. Bereits dort sollten
die Lehrer bei ihren Schüler Interesse fürs Basteln wecken. Doch sagte
mir mal eine Arbeitsmedizinerin, daß Lehrer kein Beruf sei, sondern eine
Diagnose. Und dem entsprechend sind dann auch die Ergebnisse!

Gruß Uwe
 

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