Mein blauer Peugeot und ich


Jan106

Neues Mitglied
08.10.2019
1
Servus miteinander,

ich bin seit einigen Wochen stolzer Besitzer eines wundervoll blauen Peugeot 106. Einer der elektrisch angetriebenen Sorte. Seitdem lese ich fleißig hier und da mit und versuche mich in die Thematik einzuarbeiten. Nebenbei erfreue ich mich an der Erfahrung elektrisch mobil zu sein. Jetzt möchte ich mich und den Wagen vorstellen. Der Kreis der Leute, die hier im Unterforum mitlesen, scheint ja überschaubar zu sein, da finde ich es angemessen sich vorzustellen. Ein oder Zwei fragen möchte ich auch stellen. ;)

Ich selbst bin Jan, 25 Jahre jung und bin das erste mal elektrisch unterwegs - in der Gegend von Bonn. Habe keine Erfahrungen mit Akkus, Stromkreisen, Coulombs und Ähnlichem. Auch die letzte Unterrichtsstunde Physik liegt einige Jahre zurück und da habe ich nur so mit Ach und Krach eine ausreichende Note bekommen können, also habt bitte Nachsicht mit mir. Ich möchte den Wagen kennen lernen, die Technik dahinter verstehen und mir dabei möglichst wenig Strom durch die Finger jagen. Immerhin soll die EMobility ja die Zukunft sein, da möchte ich mich drauf vorbereiten. Erfahrungen mit Verbrennern hab ich dafür... nur die bringen mir hier ja herzlich wenig.

Nun zum Wagen: Der blaue 106 kommt aus dem Jahr 1996, hat 67.000 km auf der Uhr. Von wann die Akkus sind weiß ich nicht. Auf jeden Fall habe ich zum Kauf 11 weitere Akkus bekommen, von denen 5 oder 6 in Ordnung sein müssten. Die anderen haben hier und da Risse. Ich gehe also davon aus, dass immer mal wieder welche ausgewechselt wurden.

Aktuell komme ich bei den milden winterlichen Temperaturen an die 50 km weit, ab dann gibts nur noch Schneckentempo. Meine haupt Lademöglichkeit befindet sich oben auf einem recht steilen Berg - die orangene Warnleuchte springt dementsprechend gerne beim Aufstieg an. Die Anzeige befindet sich dann immer so bei 30%. Ob ich auf der Ebene weiter runterfahren könnte habe ich noch nicht ausprobiert.
Hier direkt meine erste Frage: Ich hab irgendwo etwas von der Hauptsicherung gelesen, die man ziehen kann, um nochmal ne zweite Chance zu bekommen. Die Information finde ich aber nicht mehr. Kann mich wer darüber aufklären, wie ich das anstelle?
50 km reichen mir prinzipiell. Ich würde trotzdem gerne wissen, welche Möglichkeiten ich habe, den Zustand der Batterie zu checken. Was kann ich denn so nicht invasives machen, um zu schauen, in welchem Zustand sich die Akkus befinden?

Dann war beim Kauf eines dieser ReLight Geräte dabei, zusammen mit einer Anleitung und dem Wasserwartungsset. Hab dieses dann auch recht bald mal angeschlossen und ein wenig Wasser nachgefüllt, denn das gerät spuckte 540 überladene Ah aus.(Wenn ich Wasser schreibe, meine ich natürlich Bidest.) Das ging auch weitestgehend problemlos.

Aaber: Als ich das Set an den gelben Stutzen angeschlossen habe (AV inf, laut Anleitung zuständig für unten vorne), war Druck drauf. Es hat anständig geblubbert und das Wasser wieder in den Behälter gedrückt. Dann ging ein bisschen Wasser rein, nach ein paar Minuten hats wieder geblubbert, dann ging wieder was rein. Das spiel hat sich ein paar mal wiederholt. Letztendlich ging auch ne ganze Menge Wasser ins System aber aus der Drainage kams nie.
Hat das schon mal jemand gehabt? Ne Idee was das sein könnte? Ein Knick im Schlauch vielleicht? Ich nehme mal an, dass das Wasserstoffgas war? (Hätte das nicht geknallt, wenns aus dem Behälter kommt?! (Chemie war jetzt auch nicht mein bestes Fach))
Vielleicht möchtet ihr mir ja eure Einschätzung diesbezüglich geben. Ich meine, das Auto fährt. Ich möchte aber auch nicht mit einer unbestimmten Menge Wasserstoffgas, welches sich nicht verflüchtigen kann durch die Gegend fahren und besonders möchte ich nicht, dass ein paar Akkus nichts von dem Wasser abbekommen haben.
Eine Grube hab ich zurzeit nicht und das Öffnen der Akkukästen möchte ich mir vorerst ersparen.

Man soll ja wohl auch regelmäßig die Kohlen vom Motor checken, das wollte ich dann als nächstes machen. Auch dafür gibt es ja Anleitungen im Netz. die habe ich schon gesehen und finde die bestimmt auch schnell wieder. Lediglich eine Info darüber wo ich dann Kohlen finde, wenn ich sie tauschen muss, wäre mir eine große Hilfe.

Ansonsten wollte ich aus Experimentierzwecken mal zwei von den 6 V Safts wiederbeleben. Zum einen damit ich, wenn ich die Akkus doch mal aus dem Auto hole, nicht wie der Ochs vorm Berg stehe, zum anderen hat mir jemand von Ebay ein 12 V Solarpanel geschenkt und damit möchte ich rumspielen. Wie gesagt, die ganze Materie ist neu für mich und ich möchte mich Stück für Stück reinarbeiten. Nach dem Motto erst mal bei 12 Volt rumspielen, als dass ich mir direkt die 120 Volt aus dem Peugeot gebe.

Also Thema Wiederbelebung: Die gelagerten Safts (STM 5-100 MRE) sind alle so bei 3,2 - 3,5 Volt. Man nennt das wohl tiefenentladen... Prinzipiell läufts so, richtig? Leer ziehen, langsam voll machen, ne weile gasen lassen und Wasser rein. Und wenn man mag das spiel noch ein zweites mal von vorne?
Jetzt soll man die ja schonend entladen. Das Gerät, das ich fürn Appel und Ei auf Ebay gekauft habe (Basetech 80 AC/CD), kann zwischen 0,1 und 2 A entladen. Sind 2 A schonend genug? Ich kann das nicht einschätzen. Aber verglichen mit den 200 Ampere beim Beschleunigen, scheint mir das doch sehr schonend zu sein...
Geladen wird dann (Laut Saft Manual) bis 8,15 V. Das ignoriere ich aber und gebe stattdessen einfach 20h die 10 Ampere drauf die das Gerät maximal raus gibt? Unabhängig davon wie viel höher die Spannung über diese 8,15 V steigt (Tut sie das überhaupt?; Ab 8,15 V fangen die Dinger dann an zu Gasen?)


Also das war es vorerst von mir.
Vorschläge für einfache Arbeiten am Auto, mit denen ich die Zeit überbrücken kann, bis ich mich in der Welt der Spannungen, Widerstände und Stromstärken zurechtgefunden habe, nehme ich gerne an.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende,

Jan



Edit: Ich sehe gerade, was für ein Ellenlanger Text das geworden ist. Zwecks Übersichtlichkeit werde ich mich in Zukunft kürzer fassen. Das dann bitte nicht als Unhöflichkeit missverstehen. ;)
 

Reiner106

Mitglied
07.05.2018
225
nahe Giessen / Hessen
Huhu und willkommen im Forum. Bin grad auf dem Sprung, daher nur kurz:
- Eine Sicherung ist im Motorraum. Stell Dich mal davor, mach auf und beug Dich Richtung von vorne linker Scheibenwischer, dann siehst Du sie. Zieht man die, steckt sie kurz drauf wieder rein, erlischt die Ladelampe und man hat "eine zweite Chance"... Aber Obacht... Die Warnlampe hat einen Sinn :) Nur sanft das Gaspedal nutzen danach... Am Berg stehend könnte es schlicht nichts bringen...
- Akkus "wieder fit" machen: NICD wie diese soll man zum Einlagern tiefentladen und gebrüpckt auf 0 Volt in den trockenen kühlen Keller stellen :) NICD sind gaaanz anders im Verhalten als Blei! NICD mag es, "voll Zyklen abzubekommen" und lässt sich dadurch auch wieder "erholen". Blei mag am liebsten dauernd nur voll sein :) Vermeiden sollte man auch bei NICD das Umpolen einzelner Zellen, von daher Faustformel bein den SAFTS: Unter Belastungen nie unter 1V pro Zelle (=5V pro Block, 100V Summe im 106) gehen.... Wann ist NICD voll? Eine einzelne Zelle hat den "Ladebuckel", den ein NICD Ladegerät versucht zu erkennen - kurz vor voll steigt die Spannung an, danach dann ab. Bei sehr vielen Zellen in Reihe wird das meisst schwer - hier versucht man die Temperatur zu Rate zu ziehen - und am BEsten man "zählt mit", um grobe Hausnummern zu haben. NICD hat einen wesentlich größeren "Überladefaktor", braucht also ca 1,2Ah um 1Ah aufzuhenmen - und "wenn voll" nimmt NICD das auch nicht sofort super krumm - wenns buibbert, entsteht wasser/Sauerstoff (achtung, Knallgas!!! das geht ab!) - deswegen ab und an Wasser nachfüllen - ansonsten schadet "ein bischen zu viel" Laden den NICD nicht. Im Strang in Serie hilft das sogar, alle aufs Gleiche Niveau zu hiefen.... Lies die SAFT Broschüre ruhig mehrfach :)
oh muss los, später mal mehr.
 

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