Kann ich mir das Tesla Modell 3 oder ein anderes Elektrofahrzeug leisten?


Das Modell 3 kommt nach Deutschland und so Mancher fragt sich, ob er sich so ein Fahrzeug leisten kann und ob es sich rechnet.

Die richtige, ehrliche Berechnung von Fahrzeugkosten ist schmerzhaft, eigentlich aber auch simpel. Jeder "Groschen" den das Fahrzeug schluckt, geteilt durch die Kilometer die man in der Haltedauer gefahren ist. Sehr gerne neigt man dazu nur die Betriebskosten zu betrachten, aber dass ist eben nicht alles.

In der Betrachtung hier habe ich Elektrofahrzeuge aus verschiedenen Fahrzeugklassen, aber immer mit einer Reichweite von über 300 km gerechnet.

  • Renault ZOE,
  • Hyundai Kona,
  • Tesla Modell 3
  • BMW i3
jeweils mit der großen Batterie.
Als Referenz habe ich einen Prius + als reines Hybridfahrzeug dazu genommen.

Der Tesla ist die aktuell konfigurierbare Version mit Allrad, Longrange, d.h. große Batterie, Autopilot aber ohne weitere Extras. Das Modell 3 mit kleinerer Batterie wird im Sommer 2019 erwartet, das damit ein Stück aber nicht erheblich günstiger wird.

Die Ansätze sind in der Tabelle sichtbar, über die man diskutieren kann.

Die gefahrenen Kilometer beeinflussen das Ergebnis deutlich. Je mehr man fährt, umso günstiger wird das Elektrofahrzeug gegenüber konventionellen Fahrzeugen.

Dieser Vergleich ist aus gegebenem Anlaß im weiteren Familienumfeld entstanden.

Frohes Rechnen über Weihnachten.

Ralf

Edit: auf besonderen Wunsch eines Users, der Vergleich mit einem BMW der an die Fahrleistungen des Tesla fast rankommt und die 6d Abgasnorm einhält. Der BMW 340 kostet fast so viel wie der Tesla, hat aber deutlich höhere Betriebskosten.
Edit, Edit Den BMW i3 mit der 42 kWh Batterie aufgenommen. - Alles Fahrzeuge über 300 km Reichweite

vergleich_20181223_bmw2-jpg.3846


Unter der Annahme, dass der Restwert bei Verbrennern im Jahr 2024 25% vom Neuwert ist und bei Elektro 30% ergibt sich folgendes Bild:

kilometerkosten-jpg.3847
 

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Kommentare

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
4.491
Filderstadt
www.elweb.info
Hallo Bernd, ich bin von genau 2000 km im Monat ausgegangen, siehe Tabelle.

Es wäre natürlich einfach kleinere Zahlen einzusetzen, jedoch verschieben sich dann auch Zahlen wie die Versicherung z.B., so dass grundsätzlich neu berechnet werden muß. Die Versicherung pro Monat geht runter, Reifenkosten werden konstant bleiben, da sie rein auf Abnutzung gerechnet sind. Der Wertverlust pro Kilometer ist höher, da der stark kalendarisch zählt, ebenso können die Inspektionskosten hoch gehen, wenn sie nicht mehr durch Maximalkilometer sondern z.B. durch den Jahreszyklus angestossen werden.
 

EVplus

Neues Mitglied
27.05.2011
31
Den Prius+ ( 7 Sitze ) als Hybridvergleichsmodell zu nehmen verfälscht, nach meiner Ansicht, den Vergleich, da es einen um circa 4000 Euro höheren Neupreis hat als das "normale" Priusmodell und einen höheren Energieverbrauch.
 
Wertungen: Ralf Wagner
Wer auf seinen Geldbeutel achten will/muss, fährt mit der Zoe am günstigsten. Wobei die immer noch deutlich teurer ist, als ein Dacia Sandero Benziner mit einem Neupreis von ca. 10.000 €. Bis sich auch Menschen ein Elektroauto leisten können, die z. B. für den Mindestlohn arbeiten müssen, werden allerdings noch viele Jahre vergehen ...
 

R.M

Bekanntes Mitglied
24.12.2006
9.540
Die einfache aber wahrscheinlich nicht befriedigende Antwort..

Auto mit frischem TÜV für weniger als 1000€ 2 Jahre Fahren ohne Wartung und dann verschrotten. Billiger gehts nicht.

Gruß


Roman
 
Wertungen: sponti68

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
309
Krefeld, 02151 9287045
Ich sehe noch große Chancen für fallende Preise von Elektrofahrzeugen. Auch gebrauchte Priusse sind nicht mehr so teuer. Aber auch deren Verbrennermotoren werden irgendwann antiquiert sein. Wie ist das? Die älteren Prius verbrauchen deutlich mehr. Kann es sein, dass diese keine Direkteinspritzer waren, die also auch keinen Feinstaub erzeugten? Dafür aber, mangels Expansionsverhältnis, mehr verbrauchten?
Sollte sich beim Chaos der Ladestationen endlich einmal die Vernunft durchsetzen, werden die Verkaufszahlen in die Höhe schnellen und start-ups werden den Markt bereichern.
Wenn nicht in Deutschland, dann haben wir auch Nachbarn, die dazu in der Lage sind und deren Zulassungshürden an sinnvollen Stellen ansetzen und damit geringer ausfallen.

Überaus wichtig ist auch, dass sich jeder einmal mit den wirklichen Kosten der Elektroautos auseinandersetzt. Wenn man sich die realistischen Zahlen von Ralf für Neufahrzeuge ansieht, erkennt man, das Leihfahrzeuge (=sharing) kostenmäßig für viele mehr als diskutabel sind.

Es sollten sich Familien aus der näheren Nachbarschaft zusammentun die über ein app Ihr Fahrzeug teilen und aufeinander vertrauen können. Dann kann man auch die Kosten, die Ralf berechnet hat, durch eine Zahl, beispielsweise 3, teilen. Notfalls teilt man dann auch die zusätzlichen Kosten, die wegen Nichtverfügbarkeit durch Inanspruchnahme von externen Verleihfirmen entstehen.
Gebrauchtfahrzeuge sind für dieses Modell besonders geeignet und für den Nahverkehr gibt es schließlich auch nicht personengebundene Abos als Ergänzung.

Die Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen ist höher als die unserer früheren Verbrenner. Ein Parkplatz in der Nähe ist immer vorhanden und auffindbar, per privatem App.

Mal sehen, vielleicht suche ich hier in Krefeld Interessierte, die an einem Kostenteilungsexperiment teilnehmen. Ich denke da für den Anfang an meinen Saxo, wenn der endlich wieder läuft. Ich habe schließlich bald einen zusätzlichen Ersatz. Wenn auch die Reparaturwerkstätten der Hersteller immer noch nicht funktionieren, wir haben schließlich dieses Forum.
 
Zuletzt bearbeitet:

sponti68

Neues Mitglied
05.12.2018
20
Vielen Dank für diesen Bericht und Gegenüberstellungen.

Ich habe eine ähnliche Berechnung, auf unsere Verhältnisse zugeschnitten für Kona EV Premium und Dacia Dokker gemacht.
Auch dabei bin ich auf die halbierten Kosten je Kilometer gekommen.

Die ZOE hatte ich ohne Miete, sondern mit gekaufter Batterie (8000 Euro) angesetzt.

Bei meiner Berechnung waren Ford Fiesta (2004) und Ford Focus Diesel (2013) und Mitsubishi Diesel Pickup L200 (2009) und Dacia Dokker Stepway Célébration (2018) die Vergleichsfahrzeuge.

Als Elektroautos die ZOE Bose Edition (2018) mit den tatsächlichen Werten und
der Kona Premium mit den bekannten Vergleichswerten gegenüber gestellt.

Leider habe ich keine so schöne Grafiken gemacht und das ganze auch nicht weiter aufgehoben.

Im Ergebnis war der Ford Fiesta am günstigsten.
Solange da keine größeren Reparaturen kommen, ist der auf Grund des Alters einfach sehr günstig.
Wie Roman geschrieben hat. "Das Auto für 1000 Euro".....

Ansonsten freuen wir uns auf den Kona und den schrittweisen Umstieg auf Stromer.
 
Wertungen: Ralf Wagner
Für ein altes Fahrzeug braucht man schon mal keine Vollkasko bezahlen. Auch von ökologischen Standpunkt her ist der "Rucksack" für den Bau eines Neufahrzeug Materialien, Energie, Umweltbelastung deutlich größer als beim Kauf eines bereits produzierten Fahrzeugs. Von daher kann ein "Verbrennerfahrer" seine Entscheidung auch unter ökologischen Gesichtspunkten treffen, vor allem, wenn nur relativ wenig gefahren wird.
 

Stefan B.

Bekanntes Mitglied
30.01.2007
2.033
Danke Ralf. Schöne Übersicht. Aber ich kann mir das alles nicht leisten.
Meine Rechnung: gebrauchter Leaf mit kleiner Batterie, 5 Jahre alt, 35000km, 13000€, Jahresfahrleistung 21000 km,

Jetzt 7 Jahre alt, ca. Wertverlust 1000€ (Vergleich mit mobile.de), Fahrstrom aus eigener Produktion mit ca. 11 Cent/kWh
Damit fahre ich günstiger als Roman mit seinem Rechenbeispiel. Mal sehen, wie lange der Akku durchhält, hab noch gut 85%. Zudem bietet Nissan ja jetzt auch für kleines Geld das Akkurefreshing für 2300€ an. Wird wohl in ein paar Jahren fällig sein.
Gruß Stefan
 

R.M

Bekanntes Mitglied
24.12.2006
9.540
Du solltest aber bedenken dass ich ca. 50000 km im Jahr fahre. Und ein Leaf kann nicht mit einer E-Klasse mithalten, geschweige denn dass ich damit 500km in 3 h schaffe.

Gruß

Roman
 

umrath

Neues Mitglied
05.12.2018
9
Wenn du beim i3/der Zoe von über 300 km Reichweite ausgehst, kann das nur mit Landstraßenfahrten u.ä. funktionieren bzw. mit relativ gemütlichen Autobahnfahrten, insbesondere im Winter.
Dann verstehe ich allerdings nicht, wie du beim Kona auf höhere Energiekosten als beim M3 kommst.

Abgesehen davon kann ich nicht ganz begreifen, wie du überhaupt auf Energiekosten von über 100 € im Monat kommen willst. Das habe ich bisher selbst in den teuersten Monaten mit Urlaub im Ausland nicht bezahlt. Und ich fahre im Schnitt doppelt so viel wie in deiner Projektion.
Bei 2000 km/Monat sind das bei einem Verbrauch von 20 kWh/100 km (das dürfte sehr großzügig gerechnet sein) entsprechend 400 kWh Verbrauch. Dann müsstest du für ~25 Cent/kWh laden, um auf diese Summe zu kommen.
Das macht aber wenig Sinn, wenn es Flatrates gibt, die dir für einen Bruchteil des Geldes so viele kWh bieten, wie du gar nicht verfahren kannst. Selbst wenn die Angebote nicht die gesamten 5 Jahre verfügbar sind, kann man diese zumindest für 1 Jahr einrechnen und danach auf Nummer sicher gehen.
Allerdings müsstest du dann beim Verbrenner auch die mit Sicherheit steigenden Benzinpreise in die Projektion aufnehmen.

Was in der Berechnung auch fehlt, ist eine Gewichtung der gelieferten Fahrzeuge. Ansonsten könntest du dir auch einen 20 Jahre alten Verbrenner für 350 € vom Schrott holen und wärst am billigsten. Eine Zoe liegt mindestens eine Klasse unter i3 und Kona und mindestens 2 Klassen unter einem M3.

Hast du bei allen Modellen 5 Jahre Garantie oder mehr, dass du komplett ohne Kosten für Reparaturen auskommst?
Was ist mit Verschleiß? Halten die Bremsen bei den Verbrennern 5 Jahre/120.000 km durch?
Ich sehe in dem Vergleich keine hinreichende Aufschlüsselung, um das nachvollziehen zu können.

Zur Wartung: Ich habe beim IONIQ (gleiches Wartungsintervall wie der Kona) bei meinen Durchsichten für 60.000 km insgesamt keine 400 € bezahlt. Hochgerechnet und aufgerundet auf 120.000 km also 1.000 €. Das sind sämtliche Verschleißteile bereits enthalten, da der Rest von der Garantie abgedeckt wird. Damit sind das bei 60 Monaten lediglich 17 €/Monat bzw. <1 Cent/km.

Außerdem halte ich die Annahme, dass die in 5 Jahre noch signifikant Geld für einen Verbrenner bekommst, für äußerst optimistisch.
Im Gegensatz dazu, dürften die 30 % bei Elektroautos etwas zu konservativ sein. Wenn man sich die Preise für das Model S aus dem Baujahr 2013 anschaut (heute 5 Jahre und älter), dann dürften deutlich mehr als 30 % drin sein.
 
Zuletzt bearbeitet:

umrath

Neues Mitglied
05.12.2018
9
Von Hyundai vorgeschrieben sind alle 15T km. Daran habe ich mich auch gehalten.
 

R.M

Bekanntes Mitglied
24.12.2006
9.540
Hallo

Reparaturen mache ich alle selbst, ich hab einmal 1500€für das Diagnosesystem und die Reparaturanleitungen ausgegeben in 15 Jahren. Einmal ringsrum die Bremsen machen sind mit Orginal OEM Teilen 150€ und 2h Arbeit.

Öl wir bei mir grundsätzlich nicht gewechselt sondern nur Ölfilter+ Feinfilter und nachschütten.

Gruß

Roman
 

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