Hokuspokus? Scharlatane??


iulian s.

Neues Mitglied
13.04.2006
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#1
Hallo, bin soeben darauf gestoßen:

"Ebenfalls Weltpremiere auf der Messe feiert das neue Quick Charge System von GGC, mit dem die e-max Roller in nur 30 min wieder voll geladen werden können."

Ich höre und staune: Noch mehr Wunderdinge aus dem Hause GGC???

Quelle: http://openpr.de/news/68103.html

Gruß, Julian

P.S: Außerdem, der Emax S scheint jetzt also verfügbar zu sein...
http://www.e-max-scooter.com/de/produkte-e-max-s.php
 

Reinhold Schebler

Aktives Mitglied
17.12.2005
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#2
Hallo Julian!
Nein; das kann schon stimmen!
Rechne mal so:
Die verbaute Batterie hat 48V x 40Ah also ca 2Kwh
Eine Steckdose liefert 230V x 16 A also ca 3680W
Wenn Du ein Ladegerät mit 48V und 70A nimmst ist die Batterie tatsächlich in 30 min ziemlich voll!
Aber:
Du startest die Ladung ja normalerweise nicht mit 0% Batterieladung sondern mit 20-50%
Du kannst die Batterie nur bis zu 90% schnell laden.
Es ist eine passende Steckvorrichtung notwendig welche die hohen Ströme verkraftet.

Wenn du mal vorbeikommen willst zu einem Versuch:
Ich habe Ladetechnik die kann bis zu 120A...bei 48V...
Das Gerät arbeitet natürlich an einer Drehstromsteckdose-; weil 6Kw...
Aber für Zuhause wäre die Emmerson Geräte schon gut; die haben auch 30A+...
Tschau
Reinhold
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.067
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#3
Arndt schrieb:

[...]
"Neue Entwicklungen", kräftig promotet,
können die jahrzehntelanges Erfahrungswissen im Umgang mit
Bleiakkus auf den Kopf stellen?
Der ideale Verlauf einer Ladestromkurve steht in jedem
Lehrbuch.
Hallo Arndt,

Ladestromkurven aus dem Lehrbuch sind nicht unbedingt realitätskompatibel :D. Soweit ich weiß gibt auch z.B. Hawker für seine Reinblei-Akkus definitiv vor, sie sollten mit einem möglichst hohen Anfangsstrom geladen werden.
Allerdings ist es bei einer Reihenschaltung umso wichtiger, dass bei hohem Ladestrom die Ladeendspannung temperaturkompensiert ist, und es keine Spannungsunterschiede zwischen den Blöcken gibt (Powercheqs!).
Wenn geschlossene Bleiakkus mit hohem Ladestrom anfangen zu gasen, sind sie tatsächlich in kürzester Zeit ruiniert...
Bei meinem e-max ist der erste Batterie-Satz nach 2400 km schon deutlich in die Knie gegangen. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich hier tummele. Dazu hat auch noch das
Ladegerät aus dem Hause GGC den Geist aufgegeben, und ich
habe ernste Bedenken, beim Vertragshändler in guten Händen zu sein.
Interessant.
Kann es sein, dass das Ladegerät von Anfang an nicht richtig funktioniert hat? Das hatten wir hier schon mal: http://forum.myphorum.de/read.php?f=567&i=6662&t=6614 .
Hast Du mal selber die Akku-Einzelspannungen gemessen?
Wie hast Du die Akkus behandelt, d.h. welche Entladetiefe pro Zyklus?
Was sagt der Händler?

NiCd ist eben doch unschlagbar, mein Scootelec hat jetzt fast 27.000km drauf und immer noch mehr Reichweite als von Peugeot versprochen, und das trotz (oder wegen) Schnellladung mit 50A!

Gruß Jens
 

Arndt

Neues Mitglied
24.04.2006
17
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#4
<Wie hast Du die Akkus behandelt, d.h. welche Entladetiefe pro Zyklus?
Was sagt der Händler?>

Hallo Jens!

welche Entladetiefe pro Zyklus? - keine Ahnung.
aber vielleicht eine Ableitung.

In der Werbung hieß es, 50 bis 70 km Reichweite.
Nach meinen Erfahrungen kann das nur heißen:
auf dem Testgelände, mit vielleicht 30 km/h, bei 0,000% Steigung, und ohne eine einzige rote Ampel.

Also, mit der Werbeaussage habe ich die Kaufentscheidung gefällt, für meine 20 km Arbeitsweg sollte es schon reichen.
Es ist im wesentlichen Stadtverkehr, bis auf 5 oder 6 km durch den Talgrund. Das wäre das nächste. Es geht bergauf. Nicht üppig, aber kontinuierlich. Ich habe schon versucht, die Differenz in der topografischen Höhe rauszukriegen. insgesamt dürfte es so auf 0,5 bis 1% Steigung rauslaufen.
Dazu mein Körpergewicht, die Fahrzeugmasse.....

Das also als frage an das Forum: Kann man das so rechnen oder gibt es halbwegs präzise Schätzwerte für den Bedarf an elektrischer Arbeit für die jeweiligen Fahrleistungen? Also Ampelstopps, Steigungen, Luftwiderstand.....
(ein bischen Strom scheint ja sogar andersrum zu fließen bei bergab, oder langsamen ausrollen vor der Ampel......aber die Welt ist das wohl nicht....)

Oder andersrum, direkt gemessen: Gibt es einen Amperstundenzähler, den man testweise mit der Batterie in Reihe schalten kann??? Also in erster Linie zum gucken beim Fahren. Aber auch das Laden wäre vielleicht nicht ganz uninteressant.

Da käme es dann ja raus, ob die Batterien im Eimer sind, oder schlicht und einfach der Arbeitsbedarf für die Strecke zu groß ist.

Tiefentladung?
Ich habe keinerlei Meßwerte, und auch die theoretischen Kenntnisse halten sich in Grenzen. Ich kann nur sagen, auf den letzten zwei Kilometern wird er schon arg müde. Das träfe dann wohl zumit der Tiefentladung.
(......diffuse Erinnerungen an die ersten 3 Wochen mit dem Fahrzeug. Da war das nicht. Hätte ich also den Akkusatz "schlecht eingefahren"?

Ich könnte jetzt noch eine ganze Stange von Fragen zu Funktion und Verschaltung des e-max in den Ring werfen, z.B. mit den zwei parallel laufenden Akkusätzen.
Wie also welcher zugeschalten wird, bei der Stromentnahme, wie auch beim Laden.
Aus dem Bauch heraus hält sich das Vertrauen zu dem Händler in Grenzen. Dazu ist es ein Stück Weg von Dresden bis Chemnitz.... Aber vielleicht komme ich doch nicht drumrum.....

Ich erhoffe mir von dem Forum Tipps zu Beschaffung und Pflege der Akkus, das Ladegerät. Genau an diesem Punkt mißfällt mir der Stil von GGC, was sie da das Blaue vom Himmel runtererzählen mit der chinesischen Super-Silicon-Batterie..........

Grüße in diesem Sinne an Dich, Jens
und auch das ganze Forum
Arndt