Erfahrungsbericht TÜV/Zulassung mit Importfahrzeug aus Österreich

Ethan Arnold

Mitglied
11.07.2004
99
Hallo,

ich habe kürzlich ein CityEl aus Österreich erworben und wollte Euch kurz meine Erfahrungen mit der Zulassung in Deutschland mitteilen.

Das Fahrzeug war ursprünglich (1997) in Berlin zugelassen worden und 2002 nach AT gegangen, der österreichische Besitzer hatte den (entwerteten) Brief noch, was die Sache etwas leichter machte.

Zuerst zum TÜV (Frankfurt/Main am Rebstock). Importfahrzeug, also Vollabnahme, keine ungewöhnlichen Fragen. 80,04 EUR Gebühr für die Vollabnahme (§21 StVO), 15 EUR Gebühr für rote Kennzeichen (da das TÜV Gelände öffentlicher Verkehrsraum ist, so wurde mir erklärt, und da gäbe es so einen gewissen Polizisten der ab und zu vorbeikommt und das sehr ernst nimmt), da ich den abgemeldeten CityEl auf einem Anhänger dabeihatte.

Bei der Prüfung soll ich auf den Bremsenprüfstand. Vom Radstand her passt der CityEl sogar rein, aber die Anlage läuft nicht an. Es stellt sich heraus daß die Anlage auch bei anderen PKW nicht (mehr?) funktioniert, also wird das weggelassen. Der Prüfer verzichtet darauf, selbst einzusteigen, er will nur die Beleuchtung kontrollieren (hier hatte ich Probleme mit dem Bremslichtschalter, die ich zum Glück vor Ort durch etwas Fummelei beheben konnte) und sieht nach der Fahrgestellnummer. Nach 10 Minuten war alles ok, das Ausfüllen des Gutachtens dauerte allerdings 20 Minuten (ohne vorhandenen alten Brief wohl noch länger, zum Glück hat er nur abtippen müssen).

Dann auf zur Zulassungsstelle. Importfahrzeuge werden in Raum 118 abgewickelt, dort die erste Enttäuschung: Bei der Ausfuhr eines Fahrzeugs erlöschen sämtliche Sondergenehmigungen, diese sind also neu zu beantragen. 4 von 5 kann die Zulassungsstelle selbst erteilen, aber eins davon nicht (ich glaube, es war die eingecshränkte Sicht). Kosten: ca. 60 EUR für die anderen 4, und ich muß persönlich nach Darmstadt zum Regierungspräsidenten, um die fünfte zu holen, dauert mindestens 2 Tage. Weiterhin muß ein ordentlicher Kaufvertrag im Original vorliegen (den Ebay-Ausdruck will er nicht akzeptieren). Also muß ich erstmal wieder abziehen.

Telefonat mit Karl Nestmeier bei Citycom: Die Ausnahmegenehmigungen wurden blockweise (ca. 50 Fahrzeuge auf einmal) beim Regierungsbezirk Unterfranken beantragt, die Bescheide hat er auch noch im Archiv, 10 Minuten später habe ich das Fax in der Hand. Da "bis auf Widerruf" drinsteht, sehe ich kein Grund warum der Bescheid nach einer Aus- und Einfuhr nicht mehr gültig sein soll.

Nach Eintreffen des Kaufvertrags per Post aus Österreich ich also wieder zur Zulassungsstelle. Kurz vor 10 Uhr bin ich dort, und bis ich fertig bin dauert es bis kurz nach 12, was aber mehr am allgemeinen Ablauf dort liegt:

a) beim Finanzamt-Schalter Nachweis abholen, daß ich keine KFZ-Steuerrückstände habe (hatte ich vom ersten Besuch der Vorwoche noch)
b) Am Infoschalter Wartenummer ziehen (daß meine Unterlagen vollständig sind, wußte ich ja diesmal schon)
c) Zu Zimmer 118, wo ich letztes Mal "aufgeben" mußte, die fehlenden Dokumente vorlegen. Nach telefonischer Rücksprache mit Darmstadt (15 Minuten bis richtige Telefonnummer und Ansprechparter gefunden waren), um zu bestätigen daß kein Widerruf vorliegt, und ausführlicher Lektüre der 4-Seitigen Bescheids über die Zuteilung der Sondergenehmigungen ("Das muß ein Original sein!" - "da steht aber: ...ist dem Halter in Kopie mitzugeben!" - "stimmt, ok.") kanns losgehen.
d) In Begleitung an die Kasse, einen Blanko-Brief holen (3,60 EUR Gebühr)
e) ab in den Warteraum, warten bis meine Nummer aufgerufen ist
f) an den genannten Schalter, wo der Brief dann erstellt wird. Beim Wunschkennzeichen die Enttäuschung: Es gibt keine einzige freie F-EL-xx (zwei Ziffern) Konbination mehr :-( das Abtippen des Gutachtens auf den Brief dauert wieder 15 Minuten.
g) wieder zur Kasse: EUR 51,60 zahlen (davon 10,20 für Wunschkennzeichen)
h) zum Schildermacher: EUR 25,- für 2x 39cm lange Schilder (ansonsten normale Ausmaße).
i) zum Ausgabeschalter: Der Mitarbeiter will Rücksprache mit Zi. 118, weil er nicht glauben will daß 2 normale Kennzeichen zu dem Fahrzeug gehören. Es dauert 15 Minuten (weil Zi. 118 beschäftigt war) bis das geklärt ist.

Jetzt halte ich endlich meine gestempelten Schilder und den Schein in der Hand :) es fehlt nur noch das 50km-Schild, das muß ich mir bei nächster Gelegenheit besorgen und aufkleben. Die Erforderlichkeit steht im Schein+Brief.

Gruß,
Ethan
 

elMike

Neues Mitglied
05.12.2004
9
Hallo,

vielen Dank für den Erfahrungsbericht.
Als ich das Angebot bei ebay gesehen hatte stellte ich mir die Frage wie der Import nach D wohl ablaufen würde.

Gruß
 

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