Energiespeicher


Michael

Neues Mitglied
07.12.2012
27
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#1
Hallo

Irgenwo stehen ein paar Kommentare über Schwungräder.
In den 30ern wurden welche in Rußland in ein Pkw und Buss
eingebaut und mit gutem Ergebnis getestet.
Nicht nur beim geradeausfahren.
Vor Jahren stellte eine Firma auf der Umweltmesse in Karlsruhe
kleine Schwungräder und Suprastabillisierte Magnetlager vor.
Das Rad war 10Kg schwer und bis 100 000 U/min ladbar. (ca. 10 Kw
Leistung )
Kennt jemand ein Hersteller von Rädern in der oder ähnlicher Größe?

MFG Michael
 

Markus Borck

Neues Mitglied
07.04.2006
4
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#2
Schwungradspeicherung macht auf jeden Fall die Firma Magnet Motor www.magnet-motor.de.

Die scheinen aber deutlich über der von Dir nachgefragten Leistung zu liegen.

Gruß,
Markus
 
R

Rainer Partikel

Guest
#3
Hallo Leute,

das ist eine gute Idee. Es würde doch schon reichen, wenn die Bremsenergie kurzfristig gespeichert und dann zum Anfahren genutz wird. Ich dachte an einen einfachen Federmechanismuß wie bei einem Spielzeugauto. Könnte auch Hydraulisch realisiert werden.
Habt Ihr ähnliche Ideen?
ZINNEKE
 
19.01.2004
189
9
Krefeld
#4
Soviel ich weiß, wollen die Schweizer ihre Experimente mit dem epoxydharzgebundenem Kohlefaserschwungrad nicht weiter ausbauen.
Diese Speichertrommeln, die übrigens kardanisch in den Bussen aufgehängt sind bzw. waren, zerlegen sich übrigens nach langer Laufzeit von selbst, ohne dass Stücke durch die Gegend fliegen. Bei einer Schweizer Schwungradfirma gibt es Fotos davon. Ein Problem bei den Schwungrädern war manchmal, dass sie unwuchtig wurden. Das Epoxy ist eben etwas organisches.
Ein Stahlring zerreißt bei nicht viel mehr als 300 m/s Umfangsgeschwindigkeit , Kohlefaser bringt es auf theoretisch 1500 m/s. Trotzdem war der spezifische Energiegehalt in Wh/kg kaum höher als bei den einfachen, aber weitgehend ungeschützten Stahlreifen. Eigentlich sollten sie ja bei 1500 m/s 300 Wh pro kg, statt Stahlreifen nur 12,5 Wh pro kg, speichern.
Wenn Stahl zerreißt, gibt es Tote...Man muss auf sehr viel Sicherheit achten.
Die Schweizer Firma hat ihre Versuche eingestellt.
Aber zum Zwischenspeichern der Bewegungsenergie unserer Fahrzeuge reicht es.
Nochmal ein Vergleich mit den sündhaft teuren Ultracaps:
Ein 390 Gramm schwerer dieser Kohlekondensatoren speichert 5000 J, also 3,5 KWh pro kg. Zyklenlebensdauer nach der Werbeangabe von Infineon: 500.000 Vollzyklen. Macht 500 KWh Speicherung während der Lebensdauer, also ein Speicherpreis von ca. 15 Cent pro KWh (Sonderpreis von etwa 75 Euro). Die Leistungsabgabe ist gut, ich glaube , über 1000 Watt bei minütlicher Zyklenfolge für einen solchen Kondensator. Ich denke, die Garantiebedingungen sollte man selbst festlegen. Hier betrachtet: Rundzelle, 2.700 Farad, 2,3 absolute Maximalspannung, besser weniger, 390 g Masse, ich glaube, 1500 Watt max. zulässige Spitzenleistung, kann man natürlich nicht voll ausschöpfen. Ein 500 kg Elektroauto bei 70 km/h besitzt einen Energiegehalt von 100.000 J, bei 50 km/h die Hälfte. Also, 20 Zellen genügen für 70 km/h, bei 50 km/h 10 Stücker von den Dingern.
Da die Spannung dann nicht stimmt, würde ich diese normal direkt vom Motor beim Bremsen, eben bei niedrigerer Spannung laden lassen, beim Beschleunigen aber als Booster mit den Batterien zur Spannungserhöhung in Reihe schalten. Denn leistungsfähige Spannungswandler sind einfach zu teuer...Da weiß ich allerdings nicht, ob die Motoren im Generatorbetrieb per Magnetfeldverdrängung die geringe Spannung von durchschnittlich 1 Volt pro Zelle wegstecken. Bei manchen Motoren könnte man da auch etwas mit einem durchaus kleinen Transformator machen, falls der Motor-Generator eine genügend hohe Frequenz herausgibt....

Ob die Ultracaps billiger werden? Glaube ich nicht. Siemens / Infineon hat sich den Weltmarkt mit Maxwell geteilt. Sollte mich nicht wundern, wenn sich auch Matsushita mit seinen Goldcaps (das ist das gleiche) am Kartell gegen uns beteiligt. Aber auch im Moskauer Zoo fährt so etwas herum...
Bernd
 
19.01.2004
189
9
Krefeld
#5
Ich hatte damals begeistert die Versuche einer Schweizer Firma verfolgt, die mit Schwungrädern unseren Batterien Konkurrenz machen wollte. Sie stellte das Projekt ein, das dann von der deutschen Magnetmotorfirma fortgeführt wurde. Ohne Erfolg, denn die veröffentlichten Ergebnisse hatten sich herumgesprochen. MM-motor lebt von Militäraufträgen und kann sich nur dadurch noch leisten, ihren Schwungradgenerator anzubieten.
Alle Bekanntheit des Schwungradantriebs geht aber auf die Firma Oerlikon (Ort bei Zürich) zurück, die den Bau der Schwungrad-Postbusse aufgab, da die Verbrennungsmotoren dieser Technik schließlich überlegen waren.
Deren Schwungräder waren keinesfalls schlechter als die der Firma Magnetmotor.
Begonnen hatten um die vorletzte Jahrhundertwende Schweizer Elektrizitätswerkbetreiber...

http://uleuschner.bei.t-online.de/rezensionen/rh9211gulia.htm
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.067
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#6
Die sind alle etwas größer:
http://www.beaconpower.com/products/EnergyStorageSystems/SmartEnergy6kWh.htm
http://www.uptenergy.com
http://www.afstrinity.com
http://www.rosseta.de

Vor mindestens 15 Jahren war ich mal bei der Vorführung eines Schwungrad-Energiespeichersystems für Privathaushalte war. Es war eine nicht besonders große Einheit die man aber außerhalb des Hauses in einer unterirdischen Kammer installieren sollte. Das Schwungrad sollte die Energie von den damals noch reichlich exotischen Solarzellen zwischenspeichern und den Betreiber so netzunabhängig machen. Leider kann ich mich an keinerlei Einzelheiten wie Hersteller, Preis, Speicherkapazität etc. mehr erinnern... :-(

Gruß Jens
 
K

Karl Weippert

Guest
#7
Hallo Jens!

In der Nähe deiner Arbeitstelle steht in Garching der EZ2 Generator mit 167 MW Spitzenleistung und 1,6 GJ Speicherkapazität = 444 kWh, leider ist das Teil recht unhandlich aber er läuft wohl schon seit 25 Jahren! Jetzt wäre nur noch zu klären wie oft er läuft und was das Teil bisher gekostet hat!

Gruß Karl
 
19.01.2004
189
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Krefeld
#8
Hallo, Jens!
Also, wir sind dem Ding jetzt auf der Spur..
Zunächst aber mal einige Korrekturen, ich behauptete:
Ich sprach von Zyklenfestigkeit von Wärmetauschern.Da sollte wir lieber von Haltbarkeit bei den im Automobilbetrieb üblichen Lastwechseln sprechen, auch die ist nicht hoch.
Dann ist nicht Infineon Hersteller der Ultracaps, sondern Epcos, ist aber sehr verwandt mit Siemens und Infineon.

Zur Firma Rossetta: die scheinen ja jetzt weltführend bei Schwungradspeichern zu sein, da sie nun wirklich alle bisher auftretenden Probleme gelöst haben: Sie können nun nach nur max. einem Jahr Betriebsdauer zwanzig Jahre volle Garantie geben. Ich hoffe, das ist keine GmbH. Ansonsten sind die Daten zum Verwechseln ähnlich mit den offengelegten jener Schwungradfirma in der Schweiz, die, nach ordentlicher Darstellung, die Produktion von Kohlefaserschwungrädern einstellte. Auch Oerlikon schloss daraufhin die Tore, obwohl es Aufträge gegeben hätte. Dann gibt es da noch Magnet Motor bei Nürnberg, die hat tatsächlich eine große Anzahl von Bussen mit ihren 2 KWh Gyros von 400 kg Gesamtmasse ausgerüstet und lange getestet. Die Ergebnisse waren trotzdem so, dass man in der Schweiz jede Entwicklung einstellte. Es gab unvorhersagbare Unrundheitsprobleme, die baldiges Versagen ankündigten, leider oft erst nachher..

Man soll aber nie die Flinte ins Korn werfen,siehe die Firma Rossetta. Das Tollste, sie können jetzt ganz genau vorhersagen, wann ein Gyro versagen wird. Wenn er auseinandergeflogen ist?

Übrigens, die 5 Millionen Zyklen, die uns die 8 Leute von Rossetta versprechen, benötigen wir gar nicht, wir kommen mit einer halben Million aus. Leider verbilligt sich damit nicht der berechnete Preis von 2 Cent pro KWh, sondern steigt auf den zehnfachen Wert an. Die Mannschaft von Rossetta sehen wir übrigens bei Rossetta.de abgebildet.
Also, Anhaltswert für den Preis: 5 Millionen mal 2 Cent gleich 100.000 Euro für einen 1 KWh-Speicher. Naja, immerhin. Als Speicher reichen uns auch 1/20 davon.

Die Bundesregierung will sich natürlich absichern, ehe sie weitere Projekte fördert: Um den Markt für hightech-Schwungräder nach allen Seiten abzusichern, sucht sie jetzt in der Türkei einen Alternativhersteller:
http://www.dunyaihale.com/eproc/eu/496235?full=t
Tibet scheidet bei der Ausschreibung wohl aus, die Gebetsmühlen arbeiten zu langsam.
Eine weitere Alternativfirma befindet sich in den USA.

Ich hatte italienisch gegoogelt, Berlusconi toleriert die Zündelseiten:

"Schwungradspeicher Preis" google.it

Wenn alle Stricke reißen: Ich denke, es geht für unseren Zweck, also nicht Ersatz der Akkus, auch mit Stahl, mit ordentlichem Sicherheitsabstand und Schutzpanzer. Werde mal versuchen, die fette Harddisk hier auf Touren zu bringen, bis sie zerreißt. Vielleicht sollte man dabei in Deckung gehen. Komisch, da kommen 14 Kabel aus dem Motor. Aber der Traum von zuverlässigen Kohlefaserschwungrädern ist schön...Diese Kohlenfaser-Trommel jener amerikanischen Firma würde ich sofort im Garten einbuddeln, wenn sie hält, was versprochen wird.

Mit dem neuen Pressluftprojekt könnte es allerdings etwas werden. Pressluft hat ja genug Kurzzeitreserven. Ich würde zu gerne mitbasteln.
Bernd
 
K

Karl Weippert

Guest
#9
Hallo!
Mal angenommen, man "befreit" das Schwungrad aus seiner Befestigung und es "verbraucht" auf 100 km so viel wie unsere "Elektrokisten" also ca. 10 kWh, dann würde das Rad bei geeigneter Streckenführung (und Eigenschaft!) bis zum Ural rollen! Nicht schlecht !

Gruß
Karl

p.s.: Hoffentlich ist das Büro von Jens nicht im Weg!
 
H

Heinrich Schmid

Guest
#10
Ja , das ist das WTZ in Roßlau Nähe Dessau, ehemals Junkers Werke. Gruss Heinrich Schmid