Energiebilanz von Elektroautos


10.09.2004
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#1
Hab gerade mal wieder ne nette Diskussion mit einem Passanten hinter mir, der mir weiss machen wollte, das Elektroautos überhaupt keinen Sinn machen. Seiner Meinung nach verliert man viel zu viel Energie bei der Speicherung in Akkus, beim Laden und bei der Erzeugung des Stroms. Da ich das schon mehrfach gehört habe, hab ich mich jetzt mit ein paar Zahlen bewaffnet, die ich mir aus verschiedenen Quellen besorgt habe. Ich würde gerne Eure meinung dazu erfahren.
Hab das Ergebnis ins Netz gestellt. Wenn jemand weitreichendere Daten hat möge er sie mir entweder direkt zumailen oder hier veröffentlichen.
http://www.l4r.de/atom/energie.pdf
 

hcqniost

Mitglied
12.08.2013
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#2
danke martin,

das häng ich mir ins (e-)auto!dann haben so leute wie damals in aachen bei unserer vereinstour ("...sowas ist ja lächerlich!einfach lächerlich!!!"und bequasselte jemand anderen damit.er zeigte sogar auf teile meines ausgestellten skodas,erklärte was das wäre-aber er wusste garnichts!alles war falsch :) sogar das ladegerät hat er nicht gesehn...).

gruss,Carlo
 
U

Uwe

Guest
#3
Hallo Martin,
Unser El schiebe ich öfter als unseren großen G, das sollte man in einer Energiebilanz ebenfalls berücksichtigen ! ;-)

Tatsächlich sind viele Überlegungen und Argumentationen die nicht selten in heftige Diskussionen enden oft sehr einseitig.

Lohnt es sich nun einen 16 Jahre alten, gut funktionierenden, 12 Liter schluckenden Geländewagen zu verschrotten um ihn, weil notwendig, gegen eine 8 Liter Familienkutsche mit dem gleichen Fassungsvermögen (Personen, Rettungsequipment,...) einzutauschen. Oder den 1,2 kwh Kühlschrank gegen ein 1kwh Modell auf die Waage zu stellen, obwohl der alte noch dicht ist (dito Waschmaschine, Trockner, Lokomotive, Flugzeug, Benzinkutsche gegen Elektroauto?, ect.)
- denn das Material muss ja auch erst gewonnen werden!?
Stimmt heute auch nicht mehr, denn die Recyclingquoten steigen stetig (siehe die Lieblinge aller E-Fahrerinnen und E-Fahrer - die Batterien).
Wo fängt man mit der Energiebilanz an? Es ist nicht ganz leicht hier den richtigen Einstieg zu finden, denn das alles kostet neben der Energie und dem Material auch noch Geld.
Das ganze ist ein äußerst dynamischer Prozess, der ganz persönliche Anforderungen und Umstände als Grundlage hat.
Jede Diskussion über dieses Thema ist aber ein Gewinn! - Denn sie erweitert das Bewusstsein und bereitet das Feld für neue Innovationen.

Gute Idee!
Gruss, Uwe
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
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#4
Hallo Martin,

zu dem gerne gebrachten Argument "Bei Elektroautos entstehen die Emissionen nur woanders" habe ich eine Berechnung aus den USA (= viel Kohlestrom) gefunden:

Der Link wurde entfernt (404).

Gruß Jens
 
19.01.2004
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Krefeld
#5
Martin, da ist ein dicker Fehler zuungunsten des E-Autos drin: Aus der fossilen Wärme kann man zur Zeit nur ca 30 bis 55% elektrische Energie ziehen, im Mittel knapp 40%. Nur bei Nutzung der Abwärme käme man höher. Benzinmotoren können auf der Strecke durchaus 30 % Wirkungsgrad überschreiten. Was wir aber nicht vergessen sollten, ein Elektroauto fährt deutlich langsamer und hat auch für langsamste Geschwindigkeiten einen angepassten Motor mit hohem Wirkungsgrad. Wenn ein Energiesparauto bei Konstantfahrt 3 Liter Sprit benötigt, so entspricht das etwa 10 KWh auf 100 km elektrischer Energie aus dem Stromnetz, gleiche Geschwindigkeit vorausgesetzt.
Ich denkle, so kann man gut vergleichen.
Mein Audi 80 benötigt bei konstant Tempo 100, wenn ich das Klappenpoti bis hart an die Magerkante des Lambdasondenregelbereichs herein(=magerer) drehe, etwa 5 Liter...
Leider ist die Magerregelung (NOx) nicht mehr erlaubt, sonst würden es noch weniger.
 
10.09.2004
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#6
Danke für deinen Beitrag zur Diskussion.
Als erstes bin ich natürlich von einem Kraftwerk mit Kraft- Wärme Kopplung Ausgegangen.
Ausserdem betrachte ich den Wirkungsgrad von Benzinmotoren unter dem Aspekt der Wechsellast, die man im Stadtverkehr wohl als normal bezeichnen kann.
Gruss Martin
 
06.04.2006
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#7
Hallo,

hat ein Kraftwerk mit Kraft- Wärme Kopplung wirklich einen so guten Wirkungsgrad?
Wenn die Abwärme zum Heizen der umliegenden Häuser genutzt wird, wird der hohe Wirkungsgrad doch nur an ganz wenigen Tagen im Winter erreicht, im Sommer wenn es warm ist, dürfte der Wirkungsgrad genau so schlecht sein wie bei einem herkömmlichen Kraftwerk.
Übers Jahr gesehen liegt der Wirkungsgrad dann vielleicht bei 60-70%?
Oder sehe ich das falsch?

Mit freundlichem Gruß

Frank
 
W

Wolfgang Klievering

Guest
#8
Moin moin,
Und wo, Leute fahre ich denn heute 80 Km mit Tempo 90 ohne zu beschleunigen oder gar zu bremsen? Außerdem haben noch nicht alle Fossilen einen Katvorwärmer der durch einen Fluxkompensator mit 1.21GW vorhegeizt wird.
Die Realität sieht doch wohl eher so aus: Kaltstart, 500m Ampel, Rally gegen den links daneben stehenden für 700m bis zur nächsten Ecke , natürlich mit Heizbarer Heck- und Frontscheibe, Sitzheizung, 120 W Dolby Surround ( Für die Nachrichten ) und Nebelscheinwerfer ( weils ja cooler aussieht ). Das dann sieben Km ähnlich bis zum Büro, bei Ankunft Motor hablbwarm ect.
Dabei werden niemals weniger als 8 bis 10 l / 100 Km mit schlecht funktionierendem Kat verbraucht. Da sieht das E-Mobil wesentlich besser aus und die angeblich nur verlagerten Emissionen werden perfekt gereinigt.
Also wenn wieder so ein Schlauberger auf der Straße "rumlabert" >> richtig diskutieren. . .

Gruß Wolfgang
 

Ralf Becker

Administrator
15.04.2006
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#9
Hallo Martin,

auch ich bin die Diskussionen mit Menschen, welche Ihre Kenntnisse anscheinend aus der Bild-Zeitung beziehen, leid. Selbst wenn man den Leuten erzählt, dass man Elekroingenieur ist und daher weiss wovon man redet wenn man sagt, dass ein Elektroauto in der Energiebilanz deutlich besser abschneidet als ein "normales" Auto, wird man nur ungläubig angeschaut. Ich habe das Ganze schon mal durchgerechnet und komme auf änliche Werte, wie in Deinem PDF Dokument! Bei fast allen Schadstoffen schneidet das Elektroauto rund 80% besser ab als "Stinker". Nur beim SO2 haben die Stinker bessere Werte.

Was ich mal als Diskussionspunkt hier einbringen will ist folgende These: Elektroautos werden meist nachts geladen. Kraftwerke können nachts nicht einfach abgeschaltet werden, sie laufen also auf Sparflamme weiter. Daher steht nachts wesentlich mehr Energie zur Verfügung als benötigt wird. Diese wird im Moment einfach "in die Luft geblasen". Es könnten nachts einige zig-tausend Elektroautos geladen werden, ohne ein Gramm mehr an Schadstoffen.
Das heisst: Wenn ich mein Elektroauto (saxo Electrique) nachts lade, fahre ich sogesehen ohne Schadstoffemission!
Kennt sich jemand mit diesem Thema aus und hat Fakten wie es mit den Kraftwerken aussieht??? Ich bin gepannt auf alle pros und cons zu dieser These!

Grüße an alle
Ralf Becker
 
J

Jürgen Thiesen

Guest
#10
Hallo Ralf,
die These ist nicht neu...
Ich war mal auf ner Veranstaltung (ende 80er Anfang 90er) bei der Larag in der Schweiz, bei der auch ein Vertreter der Schweizer Stromwirtschaft einen Vortrag gehalten hat: die Zusammenfassung daraus ist,dass bei bei Betrieb von 5% der Fahrzeuge mit Strom, keine Zusaetzliche Emission der Kraftwerke in der Schweiz zu erwarten ist, auch muessten deshalb keine neuen gebaut werden!
Also, das Wissen dareber ist nicht neu , es kuemmert sich halt keiner darum..

jurgen
 

Ralf Becker

Administrator
15.04.2006
0
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#11
Hallo Jürgen,

danke für die Bestätigung. Das sich keiner drum kümmert stimmt wohl, aber das ist ja nicht das einzige Argument, welches fürs Elektroauto spricht - um die anderen Argumente kümmert sich aber auch keiner.. leider. Aber unbequeme Lösungen wurden schon immer schwer angenommen :-(

Gruss Ralf
 

Ulrich Süfke

Neues Mitglied
09.01.2012
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#12
Wir haben eine KWK Anlage, Senertec Dachs, sowie eine 12,25 kW PV Anlage.
Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage unseres 6 Fam. Hauses läuft natürlich auch im Sommer, da die thermische Solaranlage ( ca. 25 qm) nur an sonnigen Tagen den Bedarf deckt.

Durch die Installation unserer KWK Anlage hat sich der Primärgasverbrauch nicht vergrößert. Also das Gas wird sowieso verbrannt, durch die Anlage entstehen aber 5.000 Betriebstunden/ a x 5,5 kWh = 28.000 kW quasie als Abfallprodukt.

Unser Kewet und ( bis vor 4 Monaten) unser Tavria fuhren also garantiert Schadstoffrei.

MfG Ulrich Süfke
 

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