Elektroauto: Nein, Danke!

L

Leo

Guest
#1
Hallo,
auch wenn’s an dieser Stelle ketzerisch erscheint:
Nachdem ich eine Weile mit einem Elektroauto geliebäugelt habe, bin ich nach nüchterner Bestandsaufnahme entschieden davon abgekommen.

Dabei bin ich einige Tage lang mit einem City-El herumgefahren, und versuchte wirklich, positives herauszuarbeiten.
Habe aber nicht viel gefunden:
Das Ding hat keine größere Reichweite als meine Waden: Da fahr‘ ich lieber Fahrrad!
Das Argument: "Im Winter ist’s zu kalt für’s Fahrrad" lasse ich nicht gelten, denn erfrorene E-Mobil-Batterien leisten auch nicht mehr viel. Ganz abgesehen davon, daß entladene Bleibatterien bei kräftigen Nachtfrost einfrieren und platzen können.

Radfahren halte ich zudem für sicherer – denn die aktive wie passive Sicherheit dieses Vehikels ist IMHO kriminell!
Das dreirädrige Konzept mit einzelnem Rad vorn ist kippgefährdet, das Fahrverhalten bei extremer Kurvenfahrt – wie sie z.B. bei Ausweichmanövern manchmal unvermeidlich sind – ist eine Katastrohe!

Und an das, was bei einer Kollision mit einem Auto passiert, mag ich gar nicht denken – an geplatzte Bleibatterien, herumspritzende Säure...und der Fahrer gefangen in seinem Fahrzeug...uaaaa, ich krieg‘ ‚ne Gänsehaut!
Auf dem Fahrrad, Roller oder Motorrad habe ich zumindest die Chance, wegzukommen...

Da spielt es für mich schon fast keine Rolle mehr, daß sich das Gerät wie eine alte, rappelige U-Bahn heult und ein echtes Verkehrhindernis darstellt.
Dazu ein Finish, über das ich hier lieber kein Wort verliere...

Erschwerend kommt hinzu, daß es nicht einmal billig oder auch nur preiswert ist, elektrisch zu fahren. Auf diversen Homepages sehe ich stets die Angabe, wie gering doch die Stromkosten seien – doch die horrenden Kosten für die Batterien, die eine sehr eingeschränkte Lebensdauer haben, werden gern übersehen.
Wenn ich dann noch die Kette von der Erzeugung des Stroms bis zum Verbrauch durch das E-Mobil vollständig berücksichtige, kann ich mir nicht einmal mehr eine gute Energiebilanz ausrechnen.

Verglichen mit einem Kleinwagen, der preislich gar nicht so weit von dem City-El entfernt ist, sehe ich ausschließlich Vorteile beim Auto. In Bezug auf Sicherheit, Platzangebot, Reichweite, Fahrleistungen, Komfort, Anspruchslosigkeit – und vermutlich sogar bei den Kilometerkosten muß eine Verstandesorientierte Wahl auf den Kleinwagen fallen.

Deshalb mein persönliches Fazit:
Wenn nicht irgendwann bessere Stromspeicher auftauchen, die dann auch noch bezahlbar und langlebig sind (...und das erwartete man schon kurz nach der Jahrhundertwende, als Elektrofahrzeuge speziell in den USA recht verbreitet waren...), hat das Elektrofahrzeug für mich keinen praktischen Nutzwert.

So, und jetzt steinigt mich;-) !

Grüße von Leo, der lieber ein richtig gutes Fahrrad fährt.
 

John

Neues Mitglied
14.04.2006
42
0
#2
Hallo Leo

Ich stimme dir auch in fast allen punkten zu.
und beim Unfall denke ich mal bleibt vom El
sowieso nicht viel übrig.
Du hast sogar noch ein Punkt vergessen:
Das El sieht ja nicht grade schön aus.
Da würde ich fast jedem anderen E-Fahrzeug
dern Vorzug geben.

MFG
 

Ralf Wagner

Administrator
15.03.2007
4.352
40
Filderstadt
www.elweb.info
#3
Hallo Lästerrunde ;-),
und trotzdem liebe ich das Ding! Der Primärenergieverbrauch, Stichwort CO2, ist nicht zu schlagen niedrig, die Kosten liegen bei mir gemittelt über jetzt 13 Jahre bei etwas 12 Cent/kWh, mit allem was das Ding an Euros braucht, ausser Garage. Das el ist kein Auto... und will auch keines sein. Ihr habt recht wenn vieles verbessert gehört.. ich wünsch es mir auch so sehr!!! Ihr solltet aber sehen dass es fast das einzige Elektrostrassenfahrzeug in dieser Stückzahl in Europa ist! Alle anderen Hersteller ziehen Ihre Fahrzeuge zurück, das Twike mal ausgenommen. Es ist deshalb wichtig dass CityCom weitermacht!!!!

Die Idee des Monoposto mit E-Antrieb ist nach wie vor richtig.

Vergessen habt Ihr vielleicht, dass das Ding echt Laune macht beim Fahren... Mit dem Cabrio im Sommer ists echt klasse...

Sonnige Grüße Ralf
 
W

Werner Weiß

Guest
#4
hallo "lästerrunde" ;-)
also nach 9 jahren fahrt mit ca. 3000 - 4000 km/jahr bin ich letzten sommer das erste mal mit meinem el bj.1992- im wahrsten sinne des wortes- umgefallen. ausser des gesammten haubenoberteiles- durch das alter schon sehr spröde geworden)- ist dem el nichts passiert!!! der überrollbügel hat einwandfrei gehalten.
da ich viel zu schnell dran war um die 90° kurve zu fahren (abwärts und nach aussen geneigt) ist so was ein "fahrerproblem" und keines von city-com, da hätte ich mit meinem espase schon ne menge arbeit bekommen um die kuve so schnell zu druchfahren....
nur eins MUSS der fahrer sein : ANGEGURTET so wie ich dann passiert dem fahrer auch nicht nichts :)
eurer weiss aus dornbirn am bodensee
 

EModerator

Neues Mitglied
13.04.2004
11
0
#5
Hallo Leo,

Radfahren ist wirklich billiger und in der Stadt ist man sogar schneller am Ziel. Ausserdem liegt der Schadstoffaustoss so niedrig, daß kein Elektroauto mithalten kann ;-)
Wenn man aber einige Km über Land fahren muss, dann noch einige Km in der Großstadt fährt, ist die Verletzungsgefahr - selbst im Vergleich mit dem Unfallverhalten beim EL - verdammt groß. Rücksichstlose Autofahrer (welche anscheinend noch nie selbst auf dem Drahtesel unterwegs waren) - bringen einen in größte Gefahr. Ich fahre viel Rad, aber auf die Arbeit nehme ich das Elektroauto.
Ich habe auch mit den EL und Twike geliebäugelt, habe mich aber - aus den von Dir genannten Gründen - dagegen entschieden. Daher habe ich mir den Citroen Saxo Electrique gekauft (einen gibts glaube ich noch bei Rochus Geissel - Preis: rund 9000 €uro). Dies ist der Mercedes unter den Elektroautos. Er hat einen Airbag, Bremskraftverstärker, Servolenkung, Standheizung, etc. Natürlich wird er sich, auch mit 1,50€ "Spritkosten" auf 100 Km nie amotisieren (der Neupreis liegt normalerweise bei 24.000 € :eek: ), aber mir geht es halt darum: er ist leise (ich werde nämlich wegen den aufgemotzen Golfs etc. welche bei mir zuhause vorbeidröhnen langsam aggressiv ;-) , vor allem weil unser Schlafzimmer (und das unserer Kinder) zur Strassenseite liegt. Zudem ist der Schadstoffausstoss bei Nachtladung des Autos gleich 0 (nachzulesen auf meiner Homepage http://www.elektro-auto.net ).
Lange Rede kurzer Sinn: Schau Dir doch mal den Saxo Electrique bzw. den Berlingo Electrique an. Es gibt bei diesen Autos nur einen Nachteil: Den Anschaffungspreis :)

Übrigens: die Autos von Citroen haben keine Bleikakkus, sondern Nickel Cadmium Akkus (daher auch der hohe Anschaffungspreis). Diese haben einen sehr lange Lebensdauer und sind ziemlich Kälteresistent.

Gruß Ralf
 
E

Eduard Hustinx

Guest
#6
Hallo Ralf,

der Mercedes unter den Elektroautos ist meiner ansicht nicht der Saxo sondern der VW Golf CityStromer A3. Der VW ist für eine Kleinserie (etwa 300 Stück)hervorragend verarbeitet. Den Saxo habe ich bei Geissel gesehen und gefahren. Tut mir leid aber das einzig Gute an dem Fahrzeug sind die Batterien und vielleicht der Antrieb. Leider ist der Golf mit Verschlossenen Bleibatterien ausgerüstet. Damit sind in der Ebene etwa 50-60 km in der Praxis möglich. Der Saxo mag vielleicht 80 km schaffen aber mir reichen die 50-60 km.

Gruß,

Eduard Hustinx
 

Herbert Hämmerle

Aktives Mitglied
13.12.2004
1.140
0
#7
Hallo !

Auch ich gebe Dir recht: Das Fahrrad ist unschlagbar. Aber ich fahre nicht so gerne bei Regen und Kälte und meine Einkäufe bringe ich spielend in den EL-Kofferraum.

Was ich bei Fahrten im Ort sehr schätze ist der geringe Parkplatzbedarf.

Derzeit wird mein EL auf den ersten/letzten 100m von/nach zu Hause arg durchgeschüttelt - wegen Anschluß des Wohnquartiers an die Kanalisation ist die Straße mit dicken Gesteinsbrocken geschüttet statt feinem Asphaltbelag.

Aber das EL ist noch nicht auseinandergefallen :)

Der Energieverbrauch von ca. 8kWh/100km ist für mich ein Argument, das Ding so konsequent wie möglich einzusetzen, im Umkreis von ca. 25km um meinen Wohnort.

Seit ca. 2 Monaten fahre ich ca. 12km/Tag mit "eingespartem" Strom:
Ich habe meinen alten Kühlschrank durch einen neuen mit Isobutan als Kältemittel ersetzt. Der braucht wesentlich weniger Energie als der alte, ca. 16Jahre alte.

mfg, herbhaem
 
J

Jürgen Thiesen

Guest
#8
Hallo Leo,
Du magst mit Deinen Ausfuehrungen teilweise Recht haben, die Leistung Deiner Waden kann ich nicht beurteilen ;-)
Was das Kurvenverhalten angeht, vergleichst Du leider Aepfel mit Birnen: keiner kaeme auf die Idee Schummis Ferrari mit nem Golf zu vergleichen!!!! Jeder hat mal in der Fahrschule gelernt, so zu fahren, dass er sich und andere nicht gefaehrdet, das betrifft den Fahrbelag/Witterung _und_ die Eigenschaften des Fahrzeugs!
Zur Berurteilung der Passiven Sicherheit im Vergleich zu Zweiraedern, unterstell ich Dir einfach Polemik und Unwissenheit, falls Du daran interessiert bist, kann ich Dir Kontakt zu Prof. Kramer (TU Dresden) herstellen, seines Zeichens anerkannter Sicherheitsexperte fuer Fahr- und Fluzeuge.
Ueber Geschmack laesst sich streiten, ich find das El schoen :)
Die Sache mit der Energiebilanz, ist der uebliche Streit der Interessensgruppen, frei nach dem Motto "glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefaelscht hast"
Ich habe allerdings noch keine Statistik gesehen, in der die Kosten(Energie) der Foerderung, Transport, Entsorgung fuer fossiele Brennstoffe auch nur angehen deruecksichtigt wurden.
Im Vergleich Kleinwagen magst Du teilweise Recht haben, es kommt allerdings darauf an, was man will: ich will zum Beispiel meinen Enkeln(wenn sie dann da sind) gegenueber mal sagen koennen, ich war nicht wie die "anderen" , die den Kopf in den Sand gesteckt haben, sondern habe es wenigstens _aktiv_ versucht, die Zerstoerung der Erde etwas entgegen zu treten! (Wobei Fahrradfahren natuerlich die bessere Alternative ist (wenn man es sich zeitlich leisten kann)) .
Die Batterien werden erst besser wenn Bedarf da ist... Kein Bedarf, keine Entwicklung....
Steinigen werd ich Dich mit Sicherheit nicht, vielleicht hab ich Dir ein paar Denkanstoesse geliefert.
(ich fahr seit ca. 1996 El, und habe inzwischen die 30.000km ueberschritten)

Juergen
 
J

Jürgen Thiesen

Guest
#9
Hallo Bernd,
eins hab ich noch vergessen:
eine Alternative zum Cityel waer eigendlich nur ein Kleinwagen (Witterungsschutz).
Wenn ich dann meine Kilometerleistung im Vergleich zur Zeit sehe, kann ich davon ausgehen, dass ich mit dem Kleinwagen bedeutend hoehere Wartungskosten haette, da durch den Kurzstreckenverkehr das Fahrzeug bedeutend schneller verschleissen wuerde (Auspuff usw.)
Das ist aber auch wieder Aepfel mit Birnen verglichen, da das El kein Auto im herkoemmlichen Sinn ist, sondern eigendlich als Motorroller mit Kabine betrachtet werden muss.
Zu den Batterien ist zu sagen, ich hab inzwischen 1,5 Satz Akkus verschlissen, wobei ich den ersten Satz Blei-Saeure nicht zaehle, da diese Akkusorte nicht fuer diesen Anwendungszweck geeignet ist. Es gab halt zu der Zeit, in der ich anfing, nichts besseres (ausser NiCd, die waren aber zu teuer), allerding gibts inzwischen die Blei-Flies, die diese Belastungen auch aushalten. Wenn ich nun wieder die Aepfel mit Birnen vergleich, so ist der Auspuff mit Kat des obigen Kleinwagens um einiges teurer, als der Satz Batterien, den ich schon durch hab!
Aber wie gesagt: Aepfel mit Birnen ;-)

Juergen
 
B

Bernhard Heitsch

Guest
#10
Hallo Ralf,

bisher kann ich in Bezug auf e-Fahrzeuge leider kaum aus der Praxis schöpfen, aber reichlich aus diesem Forum. Ich lese die Beiträge mit hohem Interesse, besonders wenn es wie hier wieder mal um Grundsatzdiskussionen geht.
Im parallel im Cityel Forum geführten Thread mit ähnlichem Ansatz fiel mehrfach das hässliche Wort "Warmduscher". Es assoziiert ja geradezu den Gedanken, dass, wer sich schon unbedingt ein e-Fahrzeug zumuten will, schließlich auch Bereitschaft zum Basteln mitbringen muss. Und eben genau da will und kann ich nicht mitgehen.
Ich finde die Idee des City-el klasse und bin auf vielerlei Ebenen zu Kompromissen bereit (Optik, Komfort, Zuladung, "Die Gefahr, mich zum schrulligen Außenseiter zu machen" und vieles mehr, was mir in den letzten Monaten hier theoretisch an Argumenten über den Weg gelaufen ist). Aber in Bezug auf Zuverlässigkeit bzw. Service kann ich keine Kompromisse machen. Ich wechsel bei meinem Stinker gerade mal alleine den Luftfilter, oder die Wischblätter. Mehr Zeitaufwand will ich da nicht betreiben.Will sagen, wenn etwas kaputt ist, will ich einen Fachmenschen in meiner Nähe wissen, der das richtet.
Und genau das scheint nach dem, was hier im Forum diskutiert wird, sogar bei den "Großen" VW, Renault, Citroen und Peugeot ein großer Mangel zu sein. Wenn ich dann auch noch der Citycom zugestehen muss, dass sie ja ein "Kleiner" ist, bleibt doch vom Idealismus nichts mehr über. Das genau wäre nämlich für mich der Grund, mich auf ein e-Fahrzeug umzustellen. Ein Zeichen setzen gegen Unverhältnismäßigkeiten die im Automobilbau schon kaum noch jemand wahzunehmen scheint. Das würde ich auch gerne mit höheren Kosten erkaufen wollen. Aber halt nicht, damit sich das Ding dann hier totsteht.
Völlig klar, dass diese Kritik Herr Nestmeier annehmen muss. Aber dort scheint nicht nur im Bereich "technische Entwicklung" einiges zu haken. Auch im Bereich "Verkauf" gibt die Firma nach meinem subjektiven Erleben kein gutes Bild ab. Ich habe hier immerhin ein Probefahrzeug angeliefert bekommen, weil Hamburg keinen Händler hat. Ich habe auch starkes Interesse am Kauf signalisiert. War aber so unsicher, dass ich sagte, wenn es eine längerfristige Leihmöglichkeit gäbe, würde ich es machen. Aber von den Leihverträgen habe ich erst hier im Forum gelesen. Das läßt einen nachdenken, wie dort wohl gearbeitet wird. Jetzt, wo hier im Forum sogar eine Vertragsübernahme angeboten wird, muss ich ja froh sein, nicht angeschrieben worden zu sein.

Grüße aus Hamburg, Bernhard Heitsch
 
H

Herbert Kaiser

Guest
#11
Hallo,

nach dem Motto "Wer am lautesten schreit, wird am ehesten gehört", erscheinen hier und in verwandten Foren leider oft nur die negativen Aspekte des E-Fahrzeugs. Klar, dass ich hauptsächlich auf die Idee komme, hier etwas der Art "bei mir ist X kaputt, wer kann mir helfen?" zu posten, als jeden zweiten Tag meine positiven Erfahrungen zu beschreiben ("Habe heute einen völlig durchnässten Vespa-Fahrer bedauert, an dem ich im Gewitterregen im Berg locker vorbei gezogen bin", "Ich habe noch keine einzige Katze überfahren, weil mein CityEl aufgrund des geringen Gewichtes beim Bremsen sofort steht."). Mein CityEl, das ich seit einem halben Jahr fahre, hat über zehn Jahre auf dem Buckel, und bei einem der Vorbesitzer einer ordentlichen Unfall mitgemacht, aber während ein Kleinwagen oder ein Roller mit dieser Historie rostiger Schrott wäre, merkt man meinem kleinen Fahrzeug davon nichts an. Nebenbei bemerkt: bei diesem Unfall hat sich das Fahrzeug überschlagen. Der Fahrer ist einfach rausgekrabbelt, hat das CityEl alleine (!) wieder auf die Räder gestellt und ist aus eigener Kraft - sprich mit unbeschädigten Blei-Säure-Batterien (ich denke, da gehört schon einiges zu, bis die mal "platzen") und eigenem Motor - nach Hause gefahren. Möchte jemand das mit einem Blech-Benzin-Fahrzeug versuchen?
Ja, auch ich habe schon ein paar Dinge am CityEl "gebastelt", aber mit den detaillierten Anleitungen, die vor allem auf Ralf Wagners Seiten zu finden sind, ist das alles kein Problem. Fährt jemand mit einem Verbrenner für jedes Kinkerlitzchen zur Werkstatt? Und hat sich nicht so mancher Fahrer eines hochgezüchteten BMW schon mal gewünscht, den Schaden mal schnell selbst beheben zu können, statt sich um einen etliche Euronen verschlingenden Termin in der Werkstatt bemühen zu müssen? Und dieses Forum mit den beiden "Schwester-Foren" über Batterien und CityEl ersetzt in mancher Hinsicht ein Service-Netz.
Ja, auch mir geht es hauptsächlich darum, ein zuverlässiges Fahrzeug für die Fahrt zur Arbeit (16 km täglich), für Einkäufe und für kürzere Besuchs- und Besorgungsfahrten zu haben, und diesem Anspruch genügt mein CityEl völlig. Ich komme trocken und zügig von A nach B, und kann dabei auch noch - je nach Stimmung - über die Trottel fluchen oder die Narren belächeln, die mit "männlich" aufheulendem Motor sich selbst beweisen wollend vorbeiziehen und fünf Kilometer weiter gerade mal vor mir an der Ampel stehen.
Schönreden will ich auch nichts, beim CityEl im besonderen und bei Elektrofahrzeugen im allgemeinen ist sicherlich noch viel zu verbessern. Aber: wie lange hat es gedauert, bis die ersten klapprigen Otto- und Dieselmotoren zur allgemein zugänglichen und zuverlässigen Technik herangereift waren? Vergessen wir auch nicht all die Knüppel, die den Elektofahrzeugen von Öllobby und etablierter Automobil-Industrie zwischen die Speichen geworfen werden.
Wenn ihr schlechte Erfahrungen gemacht habt, ist dieses Forum und andere sicher der Platz, diese zu äussern, aber nehme bitte keiner an, damit die ganze Wirklichkeit zu sehen und im Vollbesitz der Wahrheit zu sein. Das Leben ist bunt, und auch wenn sie meistens lächelnd schweigen, gibt es mehr zufriedene E-Fahrer als solche, die nach ein paar Wochen das Fahrzeug wieder loswerden wollen.

Schönen Gruss aus Aachen
Herbert
 
J

Jürgen Thiesen

Guest
#12
Hallo Bernhard,
deinen Vermutungen, dass man CityEl nur fahren kann wenn man "basteln" kann, muss ich klar widersprechen. Ich kenn auf Anhieb drei CityEl-Fahrer (Tanzlehrer,Buchhalterin,prkt. Artzt), die nicht basteln wollen/koennen und trotzdem mit dem El zufrieden sind. In dem Fall kommts eben auf den Haendler vor Ort an. Wenns in Hamburg keinen gibt, ist es sehr schade. Das Problem beim Cityel ist (aus Haendlersicht), dass beim Verkauf, nach Abzug aller Kosten, so gut wie keine Spanne ist, und im Servicebereich geht (inzwischen) sehr wenig kaput. Man kann also nicht davon leben, geschweige dabei reich werden. (Gute) Cityel-Haendler sind Idealisten, die schon zufrieden sind, wenn sie nicht drauflegen. Oder warum glaubst Du, dass die Autohaeuser, im Vergleich, regelrechte "Palaeste" sind ? Das muss von irgendwem bezahlt werden.....
Hier im Forum findest Du in erster Linie Leute, die Spass am basteln haben, auch wenn sie zwischendurch auch mal fluchen...
Wenn Du sie einzeln befragst, werden Dir fast alle sagen, dass sie zum El stehen.
Es ist einfach Einstellungssache.....

Juergen
 

ZINNEKE

Aktives Mitglied
03.04.2006
434
0
#13
Lieber Herbert,
dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. 1.000 Kilometer seit Mitte April 2003 und kein Zweifel über die Entscheidung EL zu fahren.
ZINNEKE
 
19.01.2004
143
6
Krefeld
#14
Hybrid-Antrieb, ja bitte! Ich bin eh dabei, die Getriebe, Kupplung und Differential durch verbrennungsbetriebenen Generator und E-Motoren zu ersetzen.
Was machen denn unsere Anhänger? Sowas wäre ideal zum Experimentieren! Ich denke an einen 5 KW-Stirlingmotor ohne Regelbarkeit, ansonsten Pufferung durch Bleibatterien, weil die keinen Memoryeffekt zeigen. Mit der deutlich erhöhten Batterielebensdauer und dann unbegrenzter Reichweite könnte man schon angenehmer leben. Ein kleiner, sparsamer Diesel wäre dann auch nicht schlecht und selbst ein leichter, umgedieselter Benziner könnte wegen der fehlenden Niedertourigkeit zufriedenstellend arbeiten.
Was ich auch schonmal überlegt habe:
Ein Erdgasdiesel. Das Erdgas steht doch unter genügend hohem Druck!
Ich werde mal bei den fatty-fuels.de fragen.
Wäre eigentlich nicht schlecht: E-auto auf Bastelhof mit Anhänger....Wie toll sind die Scheibenmotoren?
Bernd

Ach, dann würde ja auch noch ein kleiner Schwungradspeicher gut dazu passen. Mit 20 kg Schwungmasse und 1000 kg Fahrzeugmasse, alternativ 75 kg Ultracaps, wären da 2 Beschleunigungen auf 100 km/h drin bzw. 4 auf 72 km/h oder 8 mal auf 50 km/h, alleine schon durch das Schwungrad bzw. den Kondensator. Alternativ würde es 90 Meter in einem Schwung klettern, oder mit Verbrennungsantrieb mit 20 km/h einen 1000 Meter hohen Berg von 10% Steigung in einer halben Stunde heraufkriechen. Einen Rübentrecker könnte ich dabei überholen... Also ich denke auch noch einmal nach...
 
06.04.2006
208
0
#15
Hallo Eduard,

da die Elektroautos nur eine begrenzte Reichweite haben und überwiegend in der Stadt gefahren werden, sollten sie kein Schaltgetriebe wie der Golf, sondern eine feste Übersetzung haben.
Ich kenne kein optimales E-Auto. Jedes der Fahrzeuge die ich kenne hat Vor- und Nachteile, so das jeder für sich entscheiden muß was er haben will, oder was für ihn der "Mercedes" unter den E-Autos ist.

Zum Hotzenblitz kann ich folgendes sagen,

Vorteile:
Konsequent für E-Antrieb konzipiert,
kompakt und wendig,
vollwertiges Auto

Nachteile:
Störanfälliges Ladegerät,
Getriebe zu laut (keine Schalldämmung),
für den Winter keine vernünftigen Türen

Mit freundlichem Gruß

Frank
 
W

wotan (bernhard brüggemann)

Guest
#16
Hallo
Hund Caro und ich müssen uns spontan in die liste der "Begeisterten" eintragen. Ich verstehe eigendlich nicht mehr, was mich damals geritten hat länger aufs Mini zu verzichten und fast 10 Jahre an diesem traurigen, in gammelige Zeltplanen gewickelten Haufen vorbeizugehen. Ok, der Führerschein war kurz in anderen Händen, der Tüv war überfällig, der 5te ? Satz Akkus war "fertig".
Aber was soll das? Was habe ich doch verpasst.
Ich bin wieder im Zustand der ersten Liebe. Jegliche trennung fällt mir schwer. (Daran könnte das Wetter im Moment auch nicht unbeteiligt sein). Der Hund ist maximal begeistert. Man sieht nur lächelnde (und lachende) Gesichter. Ich gestehe auch, daß ich im momentanen Urlaub oft nur wegen des Fahrens fahre. Es ist einfach toll. Alle "Verbesserungen" funktionieren auf Anhieb. Wie der Rest auch. Mit Vlies-Akkus und 6V mehr bin ich jetzt schon voll begeistert. Auf zukünftige Probleme (z.B.Neulagerung der Vorderradschwinge) kann ich mich mental vorbereiten. Was will man mehr? ....Mit Grauen denke ich an die anstehenden Arbeiten bei "Stinker" Renault Rapid. Turnusmässig Auspuff, Achsmanschetten, schweissen an Karrosserie und Bodengruppe uvm. Dabei ist er auch erst 17 Jahre alt. Werkstattaufenthalte möchte ich nicht bezahlen müssen.
Wir werden jetzt und in alle Zukunft zu unserem "Kleinen" stehen und uns nie mehr trennen.
In nächtlicher Euphorie (Euforie?)
Wotan u.Caro

:)
 
10.09.2004
80
0
#17
Ich liebe diese Diskussion immer wieder aufs neue :)
Zunächst mal ist mal eines klar, Elektroautofahren ist nichts für Weicheier.
Man sieht sich ständig neuen Herausforderungen gegenüber. Sei es bei der Auswahl der Batterien, der richtigen Ladung, der Reparatur diverser Verschleißteile oder auch nur bei der Diskussion mit "Elektroautogegnern".
In allen diesen Disziplinen bin ich mittlerweile recht geübt, und das nach gerade mal 2 Jahren.
Man hört immer die gleichen Argumente, und ich frag mich manchmal, was für Probefahrzeuge so vermietet werden, daß das Fazit so schlecht ist.
Aber der Reihe nach:
Ich habe meinen EL für ca. 1000€ gebraucht gekauft. Dazu kam ein Satz Fliessbatterien für 400€ und ein HF Ladegerät für 450€. Die Batterien sollten mindestens 500 Ladungen halten.
Ich fahre etwa 65km weit mit einer Ladung und komme nach einem kleinen Eingriff in die Strombegrenzerschaltung locker flockig auf 65 km/h.
Ich bin kein Ökofreak, daher rechne ich mit meinen real entstehenden Kosten beim Stromverbrauch. Die Akkus fassen etwa 3 kWh. Bei einem Wirkungsgrad des Ladegerätes von über 90% komme ich auf Kosten von 17 Cent/kWh x 3 = 51 Cent/65 km.
Das macht 78 Cent auf 100 km. Zeig mir einen Stinker der so günstig fährt.
Steuern 12,5 €, Versicherung mit Teilkasko ca. 100 €. Zeig mir einen Stinker der…
Dazu kommt das mein EL 12 Jahre alt ist, keinen Rost hat, und keine Beule. Zeig mir einen Stinker…
Zur Sicherheit:
Sicherheitsgefühl ist etwas sehr subjektives, und der EL wurde sicher nicht gebaut um hier viele Punkte zu machen. Außerdem handelt es sich um ein Stadtauto !!! das nicht dazu konzipiert ist, Rennen zu fahren. Lass dich mal auf einem Fahrrad mit 30 von einem Auto anfahren, da fühl ich mich im EL wesendlich sichrer. Ich bin auch schon auf 2 Rädern durch ne falsch abgeschätzte Kurve geschlittert, aber eben bei 65 km/h.
Der Rest in Kürze:
- Ich habe noch nie Säuregel spritzen gesehen.
- Volle Batterien frieren nicht ein, unter -10 Grad habe ich 20 % Reichweite weniger.
- 2 Ladungen pro Tag - kein Thema, 120 km mit dem Rad, na ja…
- Mit einem EL wird man deutlich besser gesehen als auf einem Fahrrad.
- In den EL passt mehr Zuladung als in einen Smart.
- Überlege mal, wie viel Pflege ein PKW Braucht: Öl, Tanken, Bremsen, Kupplung, Stossdämpfer, Reifen…
- Über den Wirkungsrad eines standart Ottomotors brauchen wir nicht zu reden !
- Kauf dir mal einen neuen Twingo, und dann weist du wie wichtig 24 Monate Werksgarantie sind.

Es gibt viele Kritikpunkte, die auch ich an den verfügbaren Elektroautokonzepten habe. Ich weiß aber welches Potential im Konzept des elektromechanischen Antriebs liegt und jeder der behauptet, daß das nicht funktioniert, hat keine Ahnung von der Praxis.
Gruß Martin
www.atomauto.de
 
T

Thomas Stooss

Guest
#18
Hallo :)
ich kann mich mit gleicher Meinung nur anschliessen!!!!
Thomas und Hund "Lissy"
 
T

Tobias Frölich

Guest
#19
Hallo Jürgen,

Bernhard wollte sagen, daß das City-el einfach unzuverlässig ist bzw. laufend irgendetwas kaputt geht. Natürlich kann man dafür jedesmal einen Techniker bestellen, wenn man nicht selber basteln will/kann. Aber das ist trotzdem kein akzeptabler Zustand, oder?

Und Bernhards Kritik an Citycom kann ich nur nachvollziehen. Warum diskutiert denn keiner von denen hier im Forum mit, wenn die schon kein eigenes Forum anbieten können? Zudem ist die Homepage beinahe informationsfrei bzw. alles ist perfekt irgendwo versteckt.

Vielleicht ist es für eine kleine Firma heute gar nicht mehr möglich, ein so komplexes Produkt herzustellen, daß auch noch hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden muss. Das wäre allerdings schade...

Tobias
 
O

Oekospinner

Guest
#20
Hallo Leo,
erst mal danke fuer Deinen Beitrag. Jetzt ist wirklich mal Leben in diesem Forum :)
Aber zum Thema Sicherheit im Straßenverkehr möchte ich jetzt mal eine ziemlich
ausgefallene These lostreten:

Leichtfahrzeuge erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr.

1. Sicherheit umfasst nicht nur die Passive Sicherheit viel wichtiger ist die aktive
Sicherheit. Das heißt wichtiger als im Falle des Falles die Überlebensfähigkeit
durch Masse zu erhöhen ist es Unfälle zu vermeiden.
Und da sind meiner Meinung nach Leichtfahrzeuge besser:
1. e-Mobilisten fahren vorsichtiger und vorrausschauender
2. das Subjektive Sicherheitsgefühl in den Tonnenschweeren Fahrzeugen
ist wesentlich höher. Das verleitet zu schnellerer und gefährlicher
Fahrweise.
3. e-Mobilisten fahren entspannter. Aufgrund der geringeren Antriebsleistung
wird nicht gedrängelt oder gefährlich überholt.

2. Das verletzungspotential für schwächere Unfallgegner ist wesentlich geringer.
Als Fussgänger, Fahrradfahrer oder Mopedfahrer habe ich wesentlich bessere
Überlebenschancen gegen eine CityEl oder Twike als gegen eine M-Klasse.
Wenn wir aufgrund der Passiven sicherheit uns immer nach den Stärksten
Unfallgegnern richten dann fahren irgendwann nur noch 40-Tonner auf
Deutschlands Straßen. Wenn aber alle Leichtmobil fahren würden währe es
wesentlich sicherer auf Deutschlands Straßen.

3. Die häufigste Unfall-Ursache in Deutschland ist zu hohe Geschwindigkeit.
Der Gewinn an Passiver Sicherheit eines "modernen" Stinke PKW wird also
allemal durch die maßlose Übermotorisierung die erst zum Rasen verleitet
wieder zunichte gemacht.

4. So viel sicherer sind die Blechdinosaurier gar nicht. Laut Verkehrsstatistik
Sind zwar die Anzahl der Verkehrstoten in den letzten 30 Jahren gewaltig
gesunken ==> ABER: zum einen ist diese Zahl auch bei den Motoradfahrern
gesunken und zum anderen ist die Anzahl der Schweerverletzten geradezu
explodiert. Das heisst die Fahrzeuge sind nicht sicherer geworden sondern
die ärztliche Versorgung ist einfach besser geworden, damit weniger sterben.

Das ist übrigens nicht alles auf meinem Mist gewachsen. Lest einfach mal
"Crashtest Mobilität" von Frederic Vester.

Ich fahre übrigens pro Jahr 10 000km mit dem Twike und seitdem ich vom Motorrad aufs Twike umgestiegen bin, erlebe ich wesentlich weniger "brenzlige"
Situationen im Straßenverkehr als vorher.

Meiner Meinung nach macht ein e-Mobil nur dann Sinn wenn es wirklich wesentlich leichter ist und deshalb mindestens Faktor 5 mal weniger Energie
benoetigt. Eine elektrifizierte Blechbüchse mit mehr als 1,2 tonnen ist daher
kein Fortschritt und kein Gewinn für Mensch und Umwelt.
So jetzt könnt Ihr Teer und Federn auspacken :)

Mit sonnenelektrischen Grüßen
oekospinner

"Fahrspaß wird nicht in Tonnen gemessen"