Ein Ex-Teslafahrer


Rudi L

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11.12.2018
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#1
Hallo,

ich komme aus Norddeutschland und beschäftige mich seit gut 5 Jahren mit Elektromobilität. Wir besitzen in meiner Firma 3 Zoe davon haben wir zwei auf den größeren Akku umgerüstet. Im Sommer hoffentlich ist der Kona mit dem 64kWh Akku endlich da, der ersetzt einen Dieselkuga. Das Ziel ist den restlichen Verbrennerfuhrpark auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Was hinsichtlich der Reichweiten und Lademöglichkeiten zwar heute noch nicht in allen Fällen geht,aber in absehbarer Zeit schon, weil die Autos immer besser werden und die Lademöglichkeiten immer schneller und mehr. Einen Tesla Model S P85D fuhr ich zwei Jahre lang nach meinem Diesel, dann bin ich auf einen AMG V8BiT umgestiegen, weil der Tesla hinsichtlich Reichweite, Dauerleistung und Haltbarkeit eine Enttäuschung war. Das hat im Teslaforum Entsetzen ausgelöst, weil viele nicht wahrhaben wollen, dass das Auto eben nicht hält was es verspricht. Letztendlich aber steht die Elektromobilität noch am Anfang, da wird sich noch viel tun und ich glaube in nicht allzu weiter Zukunft sind die heutigen Probleme mit den Elektroautos gelöst.

In diesem Sinne
Rudi
 
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08.10.2010
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Teltow
#2
Hallo Rudi,

danke für diesen Erfahrungsbericht. Um Fortschritt zu erzielen muss man Probleme benennen, da hilft es nichts, wenn man Tesla-"gläubig" ist, da muss man nüchtern analysieren.

Was war Deine Erfahrung wg. Dauerleistung bzw. Haltbarkeit, was war die Schwachstelle(n) ?

VG, Christian
 

Rudi L

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11.12.2018
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#3
Hallo Christian,

die Schwachstelle war die Drive Unit hinten, die hält eine hohe Dauerlast nicht aus, sie war alle 10.000km defekt. Ursächlich war angeblich das fahren mit höherer Geschwindigkeit (um 180km/h) auf der Autobahn. Dafür war die nicht ausgelegt, zumindest nicht auf Dauer. Die Dauerleistung war so, dass nach wenigen Minuten Autobahnfahrt der Wagen runtergeregelt hat und in der Spitze nicht mehr als 190km/h möglich waren. Das wäre nicht schlimm gewesen, wenn man mir das bei Abschluß des Kaufvertrages eines Autos über immerhin €125.000 gesagt hätte. Wahrscheinlich hätte ich ihn trotzdem genommen aber andere Erwartungen zugrunde gelegt. Enttäuschend war auch die Ladezeit, mit 20 Minuten anfangs beworben, tatsächlich waren es 50-60 Minuten am Supercharger auf 80%.

Das alles hat mir die Begeisterung für die Elektromobilität nicht geraubt, viele Kilometer mache ich mit einer Zoe, nur da wo es weiter weg geht und mehr Tempo gewünscht wird kommt der andere Wagen dran.

Grüße
Rudi
 
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Ralf Wagner

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15.03.2007
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#4
Hallo Rudi,

willkommen im Forum!

Die Erwartung ist die Quelle der Enttäuschung. Der Tesla ist nicht gemacht im mit 200+ km/h über Deutsche Autobahnen zu brettern. Du hast die Erkenntnis erfahren müssen, das ist natürlich schade für Dich. Wenn Du jetzt einen BiTurbo fährst, hast Du vermutlich ähnliche Dauerleistung erwartet.

Das Problem der parasitären Lagerströme an den Drive Units scheint behoben. Bei meinem Tesla wurde Anfangs auch mehrfach gewechselt, die letzte Drive Unt hält. Tesla gibt für solche Fälle 8 Jahre Garantie ohne Kilometerbeschränkung und wechseln dort ohne Kommentar.

Ich kann auch über 200 km/h halten, die Youtuber Horst Lüning und Teslabjörn haben dazu ja auch schon Videos gebracht. Aber ja es ist nicht der Geschwindigkeitsbereich in dem sich der Tesla wohl fühlt. Bis 150 km/h mit AP ist ok, drüber ist es anstrengend.

Eine Ladezeit auf 50-60 Minuten auf 80%, das kann nur sein, wenn Dir jemand am zweiten Anschluß Leistung nimmt. Die Ladeelektronik verteilt die Energie auf zwei Ladeanschlüsse. Ich nehme an das hast du mit Tesla besprochen.

Schön dass Du mit der Zoe zurechtkommst. Vielleicht wäre der Porsche Taycan etwas für dich, der wird dauerfest und lädt in der Spitze mit der doppelten Leistung wie der Tesla.

Grüße
Ralf
 
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Rudi L

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11.12.2018
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#5
Hallo Ralf,

vielen Dank für Dein Posting.

In der Tat ist es sehr angenehm wenn man nicht gleich angefeindet wird nur weil man nicht mit allem einverstanden ist. Das hatte ich in zwei Foren anders erlebt. Daher ist der erste Eindruck hier schon mal positiv.

Bestellt hatte ich den Wagen 2014 nachdem der D vorgestellt wurde. Vorher bin ich den P85 zur Probe gefahren. Von der Leistungsreduzierung hat keiner gesprochen, auch nicht als ich den P85 D bestellte. Aber ich gebe Dir recht, der Wagen läuft am besten bis 150Km/h zumal der Reichweiteneinbruch dann auch nicht so dramatisch ist. Das war mir für so ein hochpreisiges Auto zuwenig, weil ich mir dachte, wenn ich so langsam fahren muß tut es auch ein billigeres Auto. Daher jetzt auch der Griff zum Kona EV. Mit dem werde ich auf der Autobahn max. 120km/h fahren, damit habe ich den besten Kompromiss zwischen Reichweite und Fahrzeit. Was letztendlich auch mit dem Tesla das ideale Tempo darstellt.

Daher, alles was im Bereich der Reichweite eines Elektroautos liegt mache ich elektrisch, alles andere wird mit dem Verbrenner gemacht. Wobei das Ziel ist die Verbrenneranteile weiter zu senken, aber nicht auf Teufel komm raus sondern mit laufender Verbesserung bis ich keinen Verbrenner mehr brauche.


Gäbe es einen Model S mit 180kWh wäre der AMG gleich wieder vom Hof. Das würde dann reichen. Dem würde ich auch den Vorzug zum Taycan geben. Der Taycan kann zwar schneller laden, aber wo gibt es diese schnellen Säulen? Bislang ist da nicht viel in Sicht.

Mit dem Tesla und dem großen Akku hätte ich eine mir ausreichende Reichweite, das Innogy Netz an der Autobahn, zusätzlich zu den SuC. Besser geht es derzeit nicht. Mit der Leistungsreduzierung würde ich leben, wobei bei geschickter Fahrweise jetzt über 200 gehalten werden können, das würde reichen.

Was Mercedes und Audi jetzt bringen hatte Tesla schon vor 5 Jahren am Markt, enttäuschend.

Daher, was Performance und komfortables Elektroauto betrifft ist Tesla immer noch die Benchmark.

Grüße
Rudi
 
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Ralf Wagner

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15.03.2007
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#6
Hallo Rudi,

der Aufbau der Hochleistungsladestruktur geht aktuell flott voran. Im Moment wird pro Tag mindestens ein Standort, d.h. nicht ein Ladepunkt, sondern eine ganze Ladestation eröffnet in Europa. Firmen wie Ionity, fastned, aber auch viele andere sind massiv am Aufbau der Ladeinfrastruktur auf der hohen Spannungsebene. Ich bin ganz stolz dass ich auch beruflich an dem Thema mitwirken durfte, darf leider nicht viel sagen dazu. Die Karte von Ionity gibt es hier: https://ionity.eu/de/wo-und-wie.html.

Zumindest in der Ladeperformance sind die anderen Tesla - Stand heute - auf der Spur. Die nächsten zwei Jahre werden absehbar super spannend was neue Fahrzeuge und Performance angeht.

Tesla wird jetzt ab Februar mit dem Modell 3 den Markt fluten in Europa mit 3000 Fahrzeugen pro Woche, das sollte Weckruf genug sein für die anderen.

Grüße
Ralf
 

Andi aus Bad Essen

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05.02.2010
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#7
... war gerade in Norwegen unterwegs. Krass, wieviele Teslas da rumfahren als ganz normale Alltagsautos. Vom Gefühl war jedes 10. Auto ein Tesla und nicht selten stehen da im Stau mal 4 Stück hintereinander und zwei noch neben Dir. Bin gespannt, ob es das hier auch irgendwann zu sehen geben wird.
 

wolfgang dwuzet

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23.11.2006
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#8
... . Bin gespannt, ob es das hier auch irgendwann zu sehen geben wird.
hy andi
es wird noch dauern,
aber man bemerkt (wenn man die modelle kennt) bereits jetzt, das mehr elektros unterwegs sind als noch vor einem jahr, und wesentlich mehr als for ein paar jahren,
als ich vor 15 jahren elektrisch begann, konnte man die kolegen im umkreis bamberg an einer hand abzählen,
vor ein paar jahren wurden es dann langsm mehr,
und gestern auf weihnachtsrestgeschenkebesorgungstour, sah ich IN bamberg innerhalb von etwa 3-4 stunden mehr als 10 elektrische durch die stadt flitzen, meist zoe, zwei tesla, ein hyunday und drei bmw, ach nen e-golf seh ich auch täglich und die städtischen smart,,,
soviele sah ich letzte weihnachten im ganzen dezember nicht
 

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