doppelt destiliertes Wasser ?

Torsten Wernecke

Neues Mitglied
23.11.2004
48
Moin,
gelegentlich wir im Forum von " doppelt destiliertem Wasser " gesprochen.
Gibt es dafür eine DIN Nummer ?
Was zahlt ihr zB für 5l und wo gibt es das ?

Wider Fragen über Fragen

Grüße Torsten
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.069
Hallo Torsten,

wozu brauchst du denn das?
Meine NiCds waren bisher auch mit einfach destilliertem Wasser glücklich.

Das von Der Link wurde entfernt (404). gibts bei mir im Supermarkt sogar aus einem großen Tank zum Selberzapfen.

Gruß Jens
 

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
322
Krefeld, 02151 9287045
Auf jeden Fall ist das normale destillierte Wasser in den Fünfliteranks von den Aldis nicht einmal einfach destilliert, sondern entweder nur doppelt ionengetauscht (An- und Kat-ionen) oder nur durch Umkehrosmosemembranen gepresst. Nur die Ionen werden aus den hoffentlich einigermaßen sauberen Quellwässern einigermaßen entfernt, die unpolaren Substanzen können noch enthalten sein, neben einer Restleitfähigkeit der versehentlich nicht getauschten Ionen. Gütezeichen von "destilliertem" Wasser ist vor allem die Leitfähigkeit. Dafür gibt es auch Normen, die offensichtlich schwer ergugelbar sind. Ich fürchte, normalerweise wird nicht kontrolliert. Ich werde mal versuchen, zu vergleichen.... Das tatsächlich destillierte Wasser aus gewerblichen Heißmangeln hat wie Regenwasser (sauer) , jedenfalls nach meinen Messungen, eine gewisse Leitfähigkeit und so viele organische Substanzen, dass es Mikroorganismen ernährt. Da meine Nicadhochstromzellen ganz schön stark in die Gasung getrieben werden und einen hohen Wasserverbrauch haben (Saft) stelle ich mir vor, dass es im Gegensatz zu vielen Batteriespezialisten, die meinen, man könne auch abgekochtes Leitungswasser nehmen, doch eine Rolle spielt, dass das Wasser ionenarm ist. Da Wasser alleine schon aus der Luft nicht unerhebliche Mengen Hydrogenkarbonationen und aus Glasgefäßen Alkaliionen löst, ist doppelt destilliertes Wasser, bei dem die zweite und tatsächliche Destillation in Quarzgefäßen durchgeführt wird, sicherlich übertrieben.
Din-Normen gibt es im Wesentlichen für medizinische Zwecke:
Leitfähigkeit in Siemens, z.B. 0,1 MikroS/cm= sehr gut und Eiweißgehalt gering
Batteriesäuren und -laugen: ca 200 MilliS/cm
Leitungswasser: ca. 500 MikroS/cm, ungekocht
Regenwasser: 200 MikroS/cm, mal zum Vergleich, also gar nicht so toll bei unserer Luftverschmutzung durch Heizung,Stromerzeuger und Elektroautos
 

weiss

Administrator
15.01.2004
2.198
ohh man(n),
macht doch nicht so ein wirbel um das dest. wasser. dann geht halt in die nächste apotheke und kauft das dort ein.
ich beziehe das dest. wasser bei einer kleinen farmazeutischen firma. ich verbrauche aber auch an die 2500liter/jahr.

wobei ich mir -alles in ehre bernd- nicht vorstellen kann, dass bei einem dest. wasser die ionen entfernt/getauscht werden!
richtig dest. wasser rinnt fast wie ganz dünnes öl und ist zudem noch recht agressiv zur umwelt. da das dest. wasser "ungesättigt" ist nimmt es alles auf was nur geht!
euer weiss aus dornbirn am bodensee
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.069
Bernd Schlüter schrieb:
[...] Batteriespezialisten, die meinen, man könne auch abgekochtes Leitungswasser nehmen [...]
Bitte welcher "Batteriespezialist" meint denn sowas?
Auf der schwäbischen Alb z.B. ist das Leitungswasser so kalkhaltig, daß es oft schon als Tropfstein aus dem Hahn kommt :rolleyes:.
Damit ruinierst du dir jeden Akku, egal wie lange du versuchst es weichzukochen.

Gruß Jens
 

Torsten Wernecke

Neues Mitglied
23.11.2004
48
Moin,
bis jetzt hab ich immer das Wasser aus einem Ionentauscher (?) der Apotheke genommen. Der Leitfähigkeitsmesser zeigt da normalerweise < 0,2 mS an.
Müßte also doch passen.

Grüße Torsten
 

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
322
Krefeld, 02151 9287045
Torsten, 0,2 Mikrosiemens/cm ja, 0,2 mS/cm : nein. Der Jonentauscher in der Geschirrspülmaschine reichert die Ionen sogar noch stärker an und was mein Akkuspezi da macht, wollte ich eigentlich auch nicht so recht glauben. Dann darf ich wohl mit dem ernsthaft schimpfen? Wir haben hier Rheinpipi in der Leitung, der von Benckiser und Kalk nur so steht.
Wenn Ionentausch funktionieren soll, dann müssen beide Ionenarten nacheinander durch Hydronium (OH-) und Wasserstoffionen (H+) ersetzt werden, nicht, wie in der Geschirrspülmaschine der Zeolithtauscher oder auch durch das direkt zugesetzte Zeolith in unseren Waschmitteln Ca++ durch Na+.
Das macht alles noch schlimmer, da man Natriumsalze nicht einmal auskochen kann.
 
G

Georg Schütz

Guest
Ich habe noch Restbestände von "destilliertem" Wasser von Peugeot, welches für die Batteriewartung von SAFT-Zellen zugelassen ist. Ein Vergleich der Leitfähigkeit mit "destilliertem" Wasser aus dem Supermarkt ergab: die Leitfähigkeit ist exakt gleich gewesen. Daher habe ich das deionisierte Wasser aus dem Supermarkt gewählt.

Das destilliertebzw deioniesierte Wasser, welches in 2,5l oder 5l Behältern verkauft wird, ist mit dem entkalkten Wasser aus der Spülmaschine überhaupt nicht zu vergleichen: bei ersterem werden An- und Kationen gegen OH- und H+ Ionen getauscht, im zweiten Fall gegen Na+ bzw Cl- Ionen. Bei Spülmaschinen wird CaOH gegen NaCl getauscht - mehr ist dort nicht nötig. Ein derartig behandeltes Wasser ist im Handel aber meines Wissens gar nicht erhältlich.
Das Wasser sollte gegenüber Luft verschlossen aufbewahrt werden, da sich sonst CO2 darin löst, welches in Wasser Kohlensäure bildet (daher ist Regenwasser immer leicht sauer). Das CO2 würde mit der Kalilauge der NiCd-Batterien zu Kaliumkarbonat umgesetzt, bei Bleisäurebatterien ist es unschädlich und verschwindet wieder aus der Lösung.
 

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
322
Krefeld, 02151 9287045
Brauchst Du nicht, wenn das Gerät für chemische Zwecke gebaut ist, sind es Mikroohm/cm. Kannst Du ohne Bedenken verwenden, auch mit Kohlendioxyd gesättigtes Wasser für die Nicads. Problem wird das Kohlendioxyd erst dann, wenn da grammweise Kohlendioxyd aus der Luft absorbiert wurde, dann fehlt nämlich der entsprechende Anteil von Kaliumionen zum Stromtransport. Während Kohlensäure, wie der Name schon sagt, mit Kalilauge reagiert, tut Säure der Säure nichts und beide Ionenarten koexistieren friedlich nebeneinander.Allzu viel Schmutz verträgt aber auch eine Bleibatterie nicht.
Doppelt destilliertes Wasser muss gewissen Reinheitsanforderungen genügen, auch in Bezug auf organische Substanz (Pipi und Kaffee im Rhein..).Das bekommt man für die Chemie für Analysen mit Maximalmengen an Natriumionen, aber auch für Medizin in Apotheken. Dabei geht es vor allem um Verkeimung. Auf jeden Fall habe ich mein destilliertes Kondenswasser aus der Heißmangel nicht verwendet, ich messe mit meinem normalen Ohmmeter Leitfähigkeit. dafür brauchen mir die Nicads zuviel Wasser und die Algen, die sich darin auf dem Balkon gebildet haben, stimmen mich auch nicht zuversichtlich.

Das ist eine Heidenarbeit, bis man 70 HochstromNiCads voll entladen hat. Völlig leer, laden die über mehere Tage täglich wieder so stark nach, dass der dicke Kupferdraht, den ich probehalber darüberlegte, jeweils glühte. Da sieht man mal, wieviel Ladung sich bei nicht fachgerechter Behandlung im Innern inaktiv versteckt. Die kommen alle erst nach einer ordentlichen Tiefentladung zum Vorschein. Diese Wartungsladung ist Arbeit, die Batterien werden zerlegt und neu gruppiert und ausgesondert. Ich habe die ausgesonderten bekommen. In jeder Zelle ist der Flüssigkeitsstand jetzt zwei cm zu tief. Das liegt nur teilweise am Kristallwasser, das die Hydroxydkristalle aufnehmen. Und 1700 Ampere aus einer 23 Ah- Zelle, das ist glatt gefährlich.
Es geht doch nichts über drei Thunderskys, dann hat man genug Spannung, um einen Wandler zu betreiben...Und wenn die sich mal zerlegen, braucht man sich um das Rufen der Feuerwehr keine Sorgen mehr machen, dann ist eh alles zu spät.
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.688
Bernd Schlüter schrieb:

Es geht doch nichts über drei Thunderskys, dann hat man genug
Spannung, um einen Wandler zu betreiben...Und wenn die sich
mal zerlegen, braucht man sich um das Rufen der Feuerwehr
keine Sorgen mehr machen, dann ist eh alles zu spät.

Lese bitte mal http://www.metricmind.com/data/liion_safety_reports.pdf .

Gruß,
Emil
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.069
Hallo Emil,

danke für den Link :spos:, ich kannte bisher nur eine Kurzfassung.
Der feste Glaube vieler Leute, alle Li-Akkus bestünden aus einer Mischung von Nitroglyzerin und Plutonium, wird sich aber dadurch auch nicht erschüttern lassen :rolleyes:.

Gruß Jens
 

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
322
Krefeld, 02151 9287045
Man beachte, dass die Zellen beim Schieß- und beim Crashtest unter Wasser getaucht wurden. Ob da drei Eimer reichen nach dem Unfall?
Die Bemerkung, dass nach fünf Minuten die Feuerwehr schon da war, ist zwar beeindruckend, aber bei mir brauchen die immer sechs Minuten, bis die da sind, wenn mir mal wieder eine Lion um die Ohren fliegt. Aber ordentlich Wasser braucht man schon, die Menge machts, dann wird auch die Wasser-Lithium-Reaktion ungefährlich. Auf einen Eimer Lithiumbatterie einen Eimer Wasser, ob das reicht beim Unfall?
Andererseits, bei mir hier hat kürzlich ein Golf während der Fahrt beim Ampelstop Feuer gefangen. Die Frau ist ausgestiegen, das hat dann nur wenige Sekunden gedauert, bis das ganze Auto ausglühte mit einer wahnsinnigen Rauchwolke. Die Feuerwehr ist hier nur einen knappen km entfernt, die konnte nichts mehr ausrichten, außer die Straße zu fluten und das glühende Blech abzuschrecken...
Batterien sind nicht so explosiv, aber viel empfindlicher.
Hier im Wohnzimmer habe ich Eichenparkett. Das bietet sich doch für einen Lithiumtest an aus 2,5 Meter Höhe. Da steht doch, da passiert nichts. Oder?
"Lion-huo-che" heißt "Lion-Feuerwagen". Huoche Eisenbahn.
Zaijian, Lion.
 

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