Die Wasserstofftechnologie kritisch v. Dr. Ulf Bossel

  • Themenstarter Karl Weippert
  • Beginndatum
K

Karl Weippert

Guest
#1
Hallo!

Ich halte die folgenden Artikel von Dr. Ulf Bossel u.a. für ausgezeichnet.
Damit kann man auch Laien erklären warum das mit dem Brennstoffzellenauto
oder mit dem Wasserstoffmotor leider nichts vernünftiges wird!
www.efcf.com/reports/D02.pdf
www.efcf.com/reports/D03.pdf
www.efcf.com/reports/hydrogen_economy.pdf

Ich kann darin leider keine groben Fehler finden- wer sieht die Sache anders?

Sonnenelektrische Grüße

Karl
 

Adolf Höötmann

Neues Mitglied
13.07.2006
3
0
#2
Hallo Karl,
regenerative Stromerzeugung unterliegt mit Ausnahme der Biomasse starken Schwankungen. Bei Sonne und Wind sind diese geradezu extrem auch innerhalb eines Tages.
In nicht allzuferner Zukunft wird das Netz als Pufferspeicher nicht mehr ausreichen um die Strommengen aufzunehmen. Diesen Prozess kann man noch etwas hinauszögern etwa durch variable Strom - und Einspeisepreise, aber es ist auch bei Bossel eine Unterschätzung des Potentials von Sonne und Wind zu beobachten.
Ein Beispiel: Wer hindert uns daran mit östlichen Flächenstaaten (z.B.Ukraine) ein Windkraft-Strom Geschäft zu initiieren? Wir liefern Windkraftanlagen und die Ukrainer bezahlen sie mit Strom.
Dann haben wir bei weiterem Ausbau Überschussstrom sinnvoll zu speichern und zu verwerten. Wasserstoff ist dann durchaus eine sinnvolle Speichertechnik.
Gruß vom vermutlich einzigen Wassertofffan des Forums A.H.
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.067
0
#3
Adolf Höötmann schrieb:
Hallo Karl,
regenerative Stromerzeugung unterliegt mit Ausnahme der
Biomasse starken Schwankungen. Bei Sonne und Wind sind diese geradezu extrem auch innerhalb eines Tages.
[...]
Dann haben wir bei weiterem Ausbau Überschussstrom sinnvoll
zu speichern und zu verwerten. Wasserstoff ist dann durchaus
eine sinnvolle Speichertechnik.
Gruß vom vermutlich einzigen Wassertofffan des Forums A.H.
Technologien zur Speicherung größerer Strommengen, die z.T. auch schon kommerziell eingesetzt werden, gibt es bereits, aber dank des GeldverBrennstoffzellen-Hypes und dem Ausrufen der "Hydrogen economy" als Lösung aller Menschheitsprobleme (dauert bestimmt nur noch ein paar Jahre und ein paar hundert Milliarden Steuergelder) hört man davon kaum etwas.

Eine interessante Zusammenstellung gibts z.B. unter http://www.electricitystorage.org .

Meiner Meinung nach am vielversprechendsten:

1) "Redox-Flow"-Batterien: PSB, VRB, ZnBr

2) CAES - Compressed Air Energy Storage
Was ist eigentlich aus der 290MW-Anlage in Hundorf geworden?

3) SMES - Superconducting Magnetic Energy Storage
Ein in einem supraleitenden Ring induzierter Strom fließt dort verlustfrei solange bis er wieder "abgezapft" wird (oder die Kühlung ausfällt :rolleyes: ).
http://www.azom.com/details.asp?ArticleID=1123
http://www.accel.de/pages/2_mj_superconducting_magnetic_energy_storage_smes.html

Die Technologie steckt noch in der Entwicklung und der Aufwand für die Kühlung ist hoch, aber am Zimmertemperatur-Supraleiter wird ja schon intensiv geforscht.

Kommerzielle Anlagen Typ 1) und 2) sind bereits in Betrieb, warum also nicht die GBZ-Milliarden in Ausbau und Weiterentwicklung solcher existierender und erprobter Technologien investieren?

Gruß Jens
 
K

Karl Weippert

Guest
#4
Hallo Jens!

Das Beste zum Speichern ist wohl immer noch ein Pumpspeicherkraftwerk!

Und hör mir bitte mit komprimierter Luft auf! Da wirds mir ganz schlecht wenn ich das bloß höre!

sonnenelektrische Grüße
Karl
 
J

Jürgen

Guest
#5
Die Formen der Energiespeicherung können sehr vielfältig sein. Aber es gibt heute schon Formen mit gutem Wirkungsgrad in Megawattgröße.

http://wikipedia.t-st.de/data/Pumpspeicherkraftwerk

Aber ich hatte da mal was gefunden, wo ein Forschungsteam in Australien (Sidney) eine Flüssigkeit zur Energiespeicherung verwendete. Das erschien mir sehr Zukunftsträchtig. Die Flüssigkeit konnte beliebig oft verwendet werden.Mit elektrischen Strom wurde sie aufgeladen und in einer Batterie zu Strom umgewandelt. Es waren schon elektrische Fahrzeuge in Erprobung, die das zum Antrieb nutzten. War die Flüssigkeit verbraucht, austausch in Minuten und weiter ging`s. Die Flüssigkeit war sehr billig.
Was daraus geworden ist, würde mich schon interessieren. Irgendeine Aufzeichnung habe ich glaube noch.

Mit freundlichen Grüßen, Jürgen aus Finsterwalde.
 
J

Jürgen

Guest
#6
Hallo Jens

Und warum fahren wir noch nicht damit? Es muß doch gehen, wenn es schon erprobt wurde. Wo ist da der Haken? Warum steckt man nicht dort die Forschungsgelder rein?

http://www.gfe-online.de/opencms/opencms/gfe/de/ut/ut51.html

http://e2ie2i.at/var1.php?newsID=2334



05.06.2002 / Nr. 3

Neuer Energiespeicher auf Basis eines Vanadium-Redox-Systems

Die Vanteck (VRB) Technology Corp., Vancouver/Canada, hat bekanntgegeben, daß derzeit die erste Installation für einen kommerziellen Nutzer ihrer Energiespeichertechnologie in Utah/USA stattfindet. Das Vanadium Energie Speicher System auf Basis der Vanadium Redox Batterie (VRB) erlaubt nach Unternehmensangaben eine elektrochemische Massenspeicherung, die aufgrund der Fähigkeit, chemische Energie in elektrische Energie umzuwandeln, zur Überbrückung von Spitzenverbrauchszeiten eingesetzt werden kann und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung ermöglicht. Als Massenspeicher soll das System auch geeignet sein, die Stromproduktion von unregelmäßig erzeugter Energie, wie z.B. bei Windkraftanlagen, zu verstetigen bzw. für Spitzenzeiten vorzuhalten. Die Speichertechnologie verzichtet auf die Verwendung von Blei, Zink und Cadmium und setzt ausschließlich Plastikelektroden ein. (Copyright: BOXER - Infodienst: Regenerative Energie)

Mit freundlichen Grüßen, Jürgen aus Finsterwalde.
 
J

Jürgen

Guest
#7
Noch was gefunden

http://www.boersenman.de/bm/download/ResearchReports/FinalVNKG.pdf

Das ist ja äußerst interessant und vielversprechend.Das könnte sich doch durchsetzen.

Mit freundlichen Grüßen, Jürgen aus Finsterwalde.
 
K

Karl Weippert

Guest
#8
Hallo Jürgen!

Sieh mal den aktuellen Wert dieses "junk bonds" an:
http://www.boersenman.de/BM/HOME/company.php?KEYNAME=Vanteck&TYPE=1
Nebenbei finde ich es interessant, daß www.n-gine.ag derzeit nicht mehr erreichbar ist! Die werden doch keine technischen Probleme haben ?

Sonnenelektrische Grüße

Karl
 
K

Karl Weippert

Guest
#9
Hallo!
Die www.N-gine.ag Seite ist wieder (nach erheblichen Korrekturen) wieder erreichbar!
Karl
 
19.01.2004
140
6
Krefeld
#10
Ich hoffe, die Professoren der Uni Duisburg haben die N-gineuere hochkantig herausgeworfen, als sie diese Geschichte mit dem Gesamtwirkungsgrad vorgeschwindelt bekamen. Wenn man allerdings betrachtet, dass man sehr viele KWh Strom benötigen würde, um aus diesem, Kohlendioxyd und Wasser 1 kg Kohle herzustellen, könnten unsere Damen von N-gine vieleicht richtig liegen. Wenn es Not tut, machen diese Herren eben aus Strom Primär- und aus Erdöl und Kohle Sekundärenergie. Die Not scheint sehr groß zu sein.
Die Verflüssigung von Luft ist ein sehr leidiges Geschäft, aber diese Herren haben endlich das geschafft, von dem alle Raketenbauer dieser Welt träumen: die Herstellung flüssiger Luft ( Stickstoff oder, ebenso schwierig oder einfach, Sauerstoff) nun mit 40% Wirkungsgrad. Die Mitarbeiter der Firma Linde können ab sofort stempeln gehen. Für einen idealen Stirling errechne ich zur Nutzung des Temperaturunterschieds zwischen -197 Grad Celsius, also 76 Kelvin und den angegebenen 20 Grad Celsius, also 293 Kelvin für Stickstoff mit kappa gleich 1,4 ein Mindestkompressionsverhältnis von 1:30. Wie das mit 12 bar und hinreichender Leistung bewerkstelligt werden soll, bleibt mir ein Rätsel. Außerdem bezweifle ich die Existenz auch nur eines Motors auf der Welt mit 110% Wirkungsgrad.
Oder bezeiehen sich die 10% Gewinn auf die Produktion des flüssigen Stickstoffs in Spitzbergen und Nutzung in unseren Breiten? Bernd

Zu den Pumpspeicherwerken: Die Einzelkomponenten kann man tatsächlich mit 90% Wirkunghsgrad bauen, lohnend ist das aber nicht. Leider hat ein Pumpspeicherwerk zwei Stufen, bei 90 % Einzelwirkungsgrad also ein Speicherwirkungsgrad von 81%. Aber, wie gesagt, unlohnend. Man beschränkt sich auf leistungsfähigere, billigere Komponenten von 80% Wirkungsgard, also 36% Verlust und 64% Speicherwirkungsgrad. Die vorhandenen Speicherwerke haben noch höhere Verluste.

Vanadium: Ein interessanter Börsenkurs. Wenn ich das richtig sehe, ein Verfall um 80% für diese hoffnungsvolle Entwicklung für den afrikanischen Kontinent. Auch ich hatte als 14-Jähriger einmal eine Erfindung gemacht: Ich reduzierte 7-wertiges Mangan bis zu zweiwertigem bzw. , ganz kühn, zu einwertigem. Mangan besitzt tatsächlich alle Zwischenstufen in den verschiedenen Verbindungen und es wird tatsächlich in Zink-Braunsteinzellen genutzt (also den billigeren Trockenbatterien). Als ich dann als 17-jähriger im Patentamt in München recherchierte, fand ich heraus, dass genau meine Erfindung schon patentiert war. Mein Entsetzen war noch größer, als ich erfuhr, dass dieses Patent nicht zur Einsatzreife gelangt war, da es zu viele Schwierigkeiten chemischer Natur gab. Hoffentlich merkt das Vanadium nicht, dass es mit Mangan verwandt ist.

Pressluftspeicher: Das ist nun tatsächlich eine solide Sache: Die Energie wird zwar in Form von Pressluft gespeichert, aber nicht etwa, um nach Guy Negre damit herumzuzaubern, sondern man verbrennt die Pressluft mit Gas, in einer Gasturbine. Gasturbinenkompressor und Turbine sind also hierbei getrennt. Nachts, mit Überschusstrom presst man die Pressluft in unterirdische Kavernen und bei Bedarf schaltet man die energiefressenden Kompressoren ab und lässt die Turbinen laufen, ähnlich, wie beim Pumpspeicherwerk. Auch ein GUD-Kraftwerk kann man damit betreiben , auch mit Nutzung der Abwärme zur Beheizung. Die Turbinenleistung ist dabei immer ganz bedeutend höher, als das, was man an Kompressionsleistung vorher hineingesteckt hat. Ideal zum Auffangen von Leistungsschwankungen des Netzes. Leider kann die Kompressionswärme nicht vollständig genutzt werden und es gibt Pressluftverluste. Man denke hier aber bitte an das Pressluftauto.
 
W

wotan (bernhard brüggemann)

Guest
#11
Hallo Karl
Täusche ich mich, oder sind das schon verschimmelte Boersenman-Seiten? Da wohl peinlich genau darauf geachtet wird nirgendwo ein aktuelles Datum einzublenden habe ich als Bezugszeitraum nur den alter Presseberichte (weiter unten). :rolleyes:
Nicht unter dem Einfluss Sauerstoffangereicherten Wassers stehend
MfG wotan
 

Jens Schacherl

Aktives Mitglied
30.03.2004
1.067
0
#12
Jürgen schrieb:

Hallo Jens

Und warum fahren wir noch nicht damit?
Wahrscheinlich wegen der (noch) geringen Energie- und Leistungsdichte der VRBn. Die Zink-Brom-Technik sieht etwas besser aus aber insgesamt immer noch etwas schlechter als die gute(?) alte Bleibatterie:
http://www.energy.sintef.no/prosjekt/SIP/SIP_MH/Dokumenter/Energy_storage%20lysark.pdf -> Seite 4

Blei (Traktion): 25 Wh/kg, 80 Wh/l, 200 W/kg
VRB: 20 Wh/kg, 20 Wh/l, 25 W/kg
ZnBr: 70 Wh/kg, 75 Wh/l, 90 W/kg

Also bis jetzt eher was für stationäre Anwendungen, wo es nicht so auf Platzbedarf und Gewicht ankommt.

Gruß Jens
 
19.01.2004
140
6
Krefeld
#13
Jens, wenn ich mir die Leistungsgewichte so ansehe, überlege ich mir immer wieder, warum nicht doch die Verbrennung nicht ins Kraftwerk verlagern, sondern wirklich im KFZ mit nur kurzer Zwischenspeicherung der Energie beibehalten. Dann alerdings nicht mit unsauberer, motorischer Verbrennung, sondern über saubere, athmosphärische Brenner mit indirekter Beheizung des Arbeitsmediums. Insgesamt kommt dann für die Umwelt viel mehr heraus.
Das geht nicht? Der Meinung bin ich nicht, denn wir haben uns mit unseren Elektroautos, bzw. ich mit meiner Ente, an leistungsschwachen Betrieb gewöhnt.
Unsere Konkurrenz wären dann nicht die konventionellen Rennmotoren, sondern die Umweltverschmutzer. Unsere Elektromotoren sind hervorragend geeignet, auf kurzzeitig zwischengespeicherte Energie zurückzugreifen und zwingen uns dazu, energiesparend zu fahren....Ich sehe kein Problem darin, einen zehn kg schweren Schwungradgenerator zu installieren, der uns mit 50 KW Leistung bis auf 70 km/h Geschwindigkeit hochkatapultiert, wenn wir danach aber gezwungen sind, mit 2 bis 5 KW auszukommen. Solch ein Fahrzeug wäre natürlich nur im Flachland zu verwenden.
Gerade lege ich meine Aldi NiMh Mignons auf die Briefwaage, 25 Gramm bei gut 2 Wattstunden. macht 12,5 Kg pro KWh. Wenn die Dinger 1000 Ladungen, wie darauf steht, überstehen, liegen die ja besser! 1000 Stück wiegen 25 kg, Da hole ich schon meine 5 KW heraus, eine gute Reserve für den Berg, die 2 KWh bringen mich 700 Meter hoch...
Wenn ich diese in ihrer Zahl an meinen täglichen Berg anpasse, sind die immer leer, wenn ich oben ankomme. Am nächsten Morgen werden sie bei der Bergabfahrt wieder aufgeladen. Volladung bei Stops. optimale Betriebsweise.
An Kosten im Wesentlichen nur die lebenszeitbedingten Anschaffungskosten: 640 Euro für 2000 KWh, also 32 Cent pro KWh. Wer meint, das sei teuer? Das ist billig!
...oder liege ich da falsch bei Aldi?

Also, je nach Bedarf packen wir folgende behenkelte Taschen ins E-Mobil:
unsere herkömmlichen Batterien, den tragbaren 3-KW-Generator, bis zu 2 Taschen voll Aldi-Batterien und, dann wohl immer, die Tasche mit dem 20 kg-Schwungradgenerator. Taschen sind bei mir vorzubestellen. Wie Ihr Eure dann überflüssigen, defekten Bleibatterien aus der Kiste tragt, wißt Ihr selbst am besten. Schließlich seid Ihr nicht gerade unerfahren darin.
Bei meinem 3 KW - Motorgeneratorklotz will ich nicht lügen: Volle 100 kg bringt der schon auf seinen Auspuff. Ist halt kein üblicher Verbrennungsmotor. Jedenfalls sauberer und weit effektiver, als das, was ihr aus Eueren Braunkohlenkraftwerken bezieht..
Bernd
 
K

Karl

Guest
#14
Hallo Bernd!

Also das mit den Aldi NiMH Accus habe ich vor ca. 6 Monaten auch schon mal durchgerechnet, wenn die halten würden was sie verprechen, wäre es nicht schlecht, aber die haben das Angebot nur selten und dann auch nicht so viele auf einmal. Dann müssen sie erst geprüft und einzeln geladen, dann zusammengeschweißt werden! T-zero haben das ja mit Li-Ion 18650 Zellen gemacht!
Ein Schwungrad wäre nicht schlecht, ich habe gerade einen Kunden, bei denen läuft ein Schwungradgenerator mit 300 MW (!!!) Spitzenleistung. Wenn der aber aus der Verankerung reißt, rollt das Schwungrad sicher viele Kilometer durch die Prärie! Auch ein etwas kleineres Schwungrad macht es z.B. im city-el schon unmöglich um die Kurve zu fahren! Diese Kreisel wollen doch immer ihre Laufrichtung beibehalten!
Die Edelgasturbine würde mich dagegen schon interessieren!
Gibts da schon irgenwo etwas zu erwerben ?

Sonnenelektrische Grüße
Karl
 

Ralf Becker

Administrator
15.04.2006
0
0
#15
Hallo Karl,

es ist so ziemlich alles Gesagte Korrekt! Allerdings ist das mit dem Wirkungsgrad so eine Sache. Solarzellen haben (schlagt mich nicht, ich bin mir da nicht 100%tig sicher) einen Wirkungsgrad von max. 15%. Trotzdem ist es irrelevant, da die Energiequelle die Sonne ist. Relevant ist nur: Langt meine Dachfläche um - bei einem Wirkungsgrad unter 15% - noch genügend Energie zur Verfügung zu haben um den Energieverbrauch meines Hauses abzudecken. Ähnlich sehe ich das beim Wasserstoff. Solange dieser aus Sonnenenergie (oder Wasserkraft etc) erzeugt wird, ist mir der Wirkungsgrad (fast) egal. Denn wenn der Wasserstoff so erzeugt wird, dann werden - auch bei einem Wirkungsgrad von unter 10% - keine Schadstoffe erzeugt.
Leider möchten unsere "Energieträger" einen anderen (völlig unsinnigen) Weg gehen. Sie wollen fossile Brennstoffe in Wasserstoff umwandeln um damit umweltfreundlichkeit vorzutäuschen. Wird dies gemacht, stehe ich 100%tig hinter Herrn Dr. Bossel !!! Dann verzichte ich lieber auf Wasserstoff und behalte meine Akkus.

Meine Zukunftsvision lautet (auch wenn die technische Umsetzung schwierig sein dürfte): Einige Quadratkilometer Wüste werden mit Solarzellen gepflastert, mit dem Strom wird sowohl das Wasser an die Elektrolysestation gepumpt sowie der Wasserstoff zu uns (und anderen). Wahrscheinlicher ist aber dieses Szenario:
Jeder von uns hat sein Dach mit der maximal möglichen Menge Solarzellen gepflastert. Im Keller erzeugt eine Elektrolysestation mit diesem Strom den Wasserstoff, welcher im Garten unterirdisch gespeichert wird.
Vor dieser Lösung haben alle die im Moment Ihr Geld mit Energie verdienen am meisten Angst :hot:

Sonnige Grüße
Ralf
 
19.01.2004
140
6
Krefeld
#16
Grüß Dich, Karl!
Gleich, welches neue Speichermedium wir verwenden, wir wären auf einen zusätzlichen Kurzzeitspeicher angewiesen, da sowohl die Batterien als auch die Maschinen besseren Wirkungsgrades und mit Umweltverträglichkeit , die die in Brennstoffen gespeicherte Energie nutzen, allesamt schwer und spitzenleistungsschwach sind. Da sehe ich im Schwungradgenerator einen Ausweg, um uns auch mit den leistungsarmen Apparaturen, wie meinem Edelgasgerät, zufriedenzustellen .
Der Gyrogenerator müsste natürlich kardanisch aufgehängt werden, Nur die für den Generatorantrieb notwendigen Kräfte dürften nach außen abgeleitet werden. Oder, wir nehmen zwei benachbarte gegenläufige Kreisel, die auch bei Generator- oder Motorbetrieb keine Kräfte nach außen wirken lassen. Zudem, bieten sie die Möglichkeit , beide Kreisel gegenseitig bei einem Unfall gegenseitig abbremsen zu lassen, ehe sie die Sicherheitsumhüllung durchfräsen. Die Maximalgeschwindigkeit müsste deutlich unter der Zerreißgeschwindigkeit liegen, mit viel Sicherheit, sprich, Wurzel aus einhalb von 300 m/s = 210 m/s Effektivgeschwindigkeit.
Theoretisch lassen sich zwar mit Kohlefasern 1,5 km/s erzielen, also der 50 fache Energiegehalt bei gleichem Gewicht, aber dabei blieb es bei einem rein theoretischen Wert...Stahl ist zuverlässiger und dauerfest.

Ja, ich denke auch, ein absolut umweltfreundlicher Verbrenner mit nur 3 KW Leistung, aber 100 kg Gewicht, wäre für uns interessant, wenn er auch noch einen hohen Wirkungsgrad von z.B. 30% hat...Den könnte man aber aus vorhandenen Komponenten aufbauen. Es geschah nur nicht, weil Normalverbraucher mit solch schwerem, leistungsschwachem Gerät nicht zufrieden wären. Wir schon, und meine Vorgabe dürfte wirklich kein Hindernis darstellen, dies auch zu bauen. Auch mein vorgeschlagener Verzicht jeglicher Leistungsregelung sollte den Einstieg in diese Technik erleichtern, obwohl auch eine träge Leistungsregelung über die Änderung des Systemdrucks relativ leicht möglich wäre . Ich denke, wir kommen mit den normalen Abgasturboladerkomponenten aus. Dabei gibt es allerdings Unterschiede, während unsere Lader und Turbinen in den Ottos und Diesels mit je 70% Wirkungsgrad arbeiten, erreichen die für Zweitakter entwickelten je gut 80%. Gesamtwirkungsgrad: dieser ist zu quadrieren. Abzuziehen: Wärmetauscherverluste, denn für die Masse gibt es Grenzen. Bei unserem geringen Energiebedarf genügen kleine, sichere Gastanks und ein Blaubrenner ohne jegliche Regelung.

Mein Wunsch: Osama verzichtet auf weitere Anschläge und stellt mir sein doch ganz schön erfolgreiches Team für den Bau zur Verfügung. Das Unheil, das durch Erdöl in die Welt gesetzt wurde, wären wir mit einem Schlag los.


PS: Vielleicht wird es ja doch mal etwas mit der Dauerhaftigkeit und dem Preis von Superkondensatoren.? Noch liegen die Ultracaps bei ca. 60 Cent pro gespeicherter Kilowattstunde. Da diese nur eine Zwischenkomponente darstellen, müsste der Preis auf höchstens den vierten Teil begrenzt bleiben, was dann gerade unserem Haushaltstrompreis zum Hochtarif (zusätzlich!) entsprechen würde. Außerdem sind sie noch nicht zuverlässig genug.
Was ist das denn für ein 300 MWatt Schwungradgenerator? In einem Teilchenbeschleuniger oder für ein Fusionsexperiment?
Gruß
Bernd
 
S

Stefan.Ostermann

Guest
#17
;-)
Pumpbar, ohne Druck, ohne Kälte. -> idealer Energiespeicher !
Na gibts jemanden der mir das glaubt ?

Ich verspreche jedem der mir mailt eine ausführliche Beschreibung.
Ich stehe auch gerne am Telefon zur Verfügung.
Leider haben wir erst einige Liter produzieren können, aber das reicht für die erste Flasche Sekt !
 
A

Armin

Guest
#18
Karl, ich habe die These des Ulf Bossel in Ruhe gelesen und komme auch zu dem Ergebnis: 100% alles schlüssig, sauber durchdacht und logisch.

Nach dem was Bossel sagt, macht auch der "Heimelektrisör" von Ralf keinen Sinn. Wozu verlustreich elektrolysieren, speichern und dann wieder kalt(Brennstoffzelle) oder warm ("Ofen") verbrennen? Und bevor ich so verlustreich Strom speichere, gehe ich lieber auf Batterien oder auf eine Überkapazität an Kraftwerken.
Die elektrische Heizung hat übrigens einen Wirkungsgrad von 100% - macht aber halt nur dann Sinn, wenn ich nicht wieder irgendwas verbrennen muss, damit ich Strom bekomme.

Armin
 
U

Ulf Bossel

Guest
#19
Per Zufall bin ich auf diese Webseite gestossen. Die sachliche Diskussion erfreut mich. Nur so kommen wir weiter. Niemand kann für oder gegen Wasserstoff sein, denn den gibt es seit dem Urknall in riesigen Mengen. Man kann jedoch dessen Verwengung als Energieträger (Laien sprechen von einer neuen "Energiequelle") analysieren und mit anderen Möglichkeiten des Energietransports vergleichen.

In einer nachhaltig gestalteten Welt wird Energie aus erneuerbaren vorwiegend als elektrischer Strom "geerntet", den man per Leitung direkt oder indirekt in Form von künstlich erzeugtem Wasserstoff verteilen kann. Nach Rückwandlung des Gases in Strom mit Hilfe von Brennstoffzellen sind etwa 75% der ursprünglichen Energie auf der Strecke geblieben. Die Verlustquellen sind in der Arbeit "The Future of the Hydrogen Economy: Bright or Bleak?" (www.efcf.com/reports) dargestellt.

Dies hat wirtschaftliche Konsequenzen: Nur eine von vier Windenergieanlagen liefert Nutzenergie, die anderen drei decken Verteilungsverluste ab (sehr sinnvoll!). Oder Strom von einer effizienten Brennstoffzelle ist immer noch viermal teurer als Strom aus der Steckdose (wer will Wasserstoff?). Wasserstoff kann nie mit der Energie konkurrieren, aus der er hergestellt worden ist.

Statt viel Geld und Geist in die Verbesserungen der Wasserstofftechnologie zu stecken sollte man sich mit der dezentralen Speicherung von Elektronen (SuperCaps, Batterien, Druckluftspeicher), mit Elektro- oder Druckluftautos, mit Stromübertragung über grosse Distanzen (HGÜ-Verbindungen zwischen Klimaregionen) und dergleichen befassen. Wasserstoff wird in Zukunfte eine gewisse Rolle spielen, aber die nachhaltige Energiezukunft wird eine "Elektronen-Wirtschaft", keine "Wasserstoff-Wirtschaft" sein. Vorsicht ist jedoch geboten. Auch nuklear lässt sich Strom erzeugen, aber Kernenergie ist nicht nachhaltig.
 
K

Karl Weippert

Guest
#20
Hallo Herr Bossel !
Es ehrt uns, daß Sie die www.elweb.de Seiten besuchen!
Meist diskutieren wir ernsthaft, gelegentlich sitzt uns aber auch der Schalk im Nacken!
Jetzt aber wieder ernst, haben sie eine Replik auf diesen Artikel:
http://www.newsdata.com/ep/HydrogenSparEP21.html

Ein gutes neues Jahr,
mit sonnenelektrischen Grüßen
Karl