Deutsche Batteriezellenfabrik Terra E steht vor dem Aus


Als Terra E vor ca. eineinhalb Jahren ins Leben gerufen wurde, waren die Pläne und Hoffnungen groß. Vielleicht zu groß. Der weitere Aufbau der Batteriezellenfabrik soll nun, laut Angaben des Tagesspiegel, eingestellt werden. Hintergrund: Es fehlt das dringend benötigte Geld.

Projekt wird abgewickelt

Noch zu Beginn dieses Jahres wurde mitgeteilt, dass das deutsche Konsortium Terra E gegen Ende 2019 Batteriezellen für Nutzfahrzeuge herstellen wird. In einem europäischen Werk sollten zudem auch Zellen für e-Zweiräder sowie Elektroautos gefertigt werden. Nun steht das Projekt allerdings vor dem Aus. Da sich keine Firmen an der Großproduktion beteiligen möchte, fehlt die nötige Unterstützung, die Fabrik am Leben zu erhalten.

Dabei sahen die Pläne zunächst vielversprechend aus. Round about 20 deutsche Chemiefirmen, Zellverarbeiter und Anlagen- sowie Maschinenbauer hatten geplant, bis zum Jahr 2028 insgesamt vier Milliarden Euro zu investieren. Diese Investition sollte für die Produktion von Batteriezellen mit einer Leistung von 34 GWh fließen. Mit diesem Kontingent hätten ungefähr 650.000 E-Autos bedient werden können. Allerdings soll die Investition verschiedener Firmen nun ins Stocken geraten sein. Terra E sind folglich die Hände gebunden.

Eigentlich sollte das Akkuzellenwerk verschiedene Automobilfirmen mit Batterien versorgen. Zudem sollten ungefähr 3.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Noch im Sommer 2017 hatte Holger Gritzka, Chef des Konsortiums, verkündet, dass die Verhandlungen mit den Investoren kurz vor dem Abschluss wären. Allem Anschein nach, hat sich das Konsortium offenbar doch nicht einigen können.

Neue Pläne am Start

Laut Medienberichten zufolge plant Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier allerdings einen neuen Unternehmenszusammenschluss. Hieran sollen sowohl der Automobilhersteller Ford als auch Varta Microbattery beteiligt sein. Zudem hat der Tagesspiegel in Erfahrung gebracht, dass Peter Altmaier mit dem RWE Konzern in Verhandlungen steht. Es soll sich durchaus für RWE lohnen, wenn diese "im Gegenzu schneller als bislang geplant aus der Braunkohleförderung aussteigt und natürlich auch den Hambacher Forst unbeschädigt lässt".

Um diese Pläne umzusetzen, soll eine Fertigung in der Lausitz entstehen.

Noch steht Asien im Fokus

Momentan lassen deutsche Automobilunternehmen noch Asien den Vortritt. Allerdings befürchten sowohl Experten als auch die Bundesregierung einen Wettbewerbsnachteil für die deutsche Automobilindustrie. Damit es hier weiter vorangeht, versucht die EU-Kommission derzeit die Hersteller mit Subventionen zu überzeugen.

Quelle: www.tagesspiegel.de

 

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