DE: Ladeinfrastruktur kommt!


Ladeinfrastruktur kommt!
Neue Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur gegründet / Eckpunkte für Finanzierung von Schnellladeinfrastruktur steht


Bundesminister Andreas Scheuer:
Versprochen. Gehalten! Gestern habe ich die NOW GmbH mit der Errichtung und dem Betrieb der neuen Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur beauftragt. Damit setzen wir konsequent den Masterplan Ladeinfrastruktur um. Die Nationale Leitstelle wird den zügigen und koordinierten Aufbau von flächendeckenden Lademöglichkeiten in Deutschland sicherstellen. Die Automobilindustrie und die Energiewirtschaft haben mir zugesagt, die Leitstelle dabei aktiv zu unterstützen. Außerdem haben wir jetzt die Eckpunkte für die Förderung von Schnellladeinfrastruktur festgezurrt. Neben der Förderung wie bisher, soll es Ausschreibungen von größeren Losen geben, bei denen die Top-Standorte mit den weniger lukrativen für ein Gesamtnetz gemischt werden. Das Laden muss so unkompliziert und selbstverständlich wie beim Handy werden. Wir legen auch einheitliche Regeln für die Freischaltung des Ladepunkts und die Bezahlung fest. Unser erstes Ziel sind 1.000 Schnellladestandorte.
Sachinformationen:
  • Die NOW GmbH wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit dem Aufbau und Betrieb einer Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur beauftragt.
  • Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur ist langfristig bei der NOW GmbH angesiedelt, die bisher schon die Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur des BMVI koordiniert und steuert. Rund um den bereits bestehenden Bereich "Infrastruktur Elektromobilität" wird die Leitstelle in den kommenden Monaten für den vollen Betrieb ausgebaut.
  • Kernaufgaben der Leitstelle sind die Bedarfsberechnung, Planung und koordinierter Aufbau eines deutschlandweiten Schnellladenetzes, Koordinierung der Bundes- und Landesaktivitäten und Unterstützung der Kommunen bei der Planung und Umsetzung des Ladeinfrastrukturaufbaus.
  • Die Automobilindustrie und die Energiewirtschaft werden der Nationalen Leitstelle z.B. notwendige Informationen für den passgenauen Aufbau von Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen. Dazu gehören die erwarteten Neuzulassungen, die zukünftigen Batteriegrößen, die Ladeleistung der BEVs und PHEVs und deren Verhältnis zueinander. Diese Daten hat uns die Automobilindustrie zugesagt.
  • Im Fokus steht der Ausbau eines Netzes für das ultraschnelle Laden in Deutschland: Erstes Ziel ist die Errichtung von 1.000 neuen Schnellladestandorten, die ausreichend viele Ladepunkte je Standort aufweisen und schnell ausbaufähig sind.
  • Mit dem StandortTOOL (www.standorttool.de) hat die NOW GmbH im Auftrag des BMVI bereits ein Planungswerkzeug entwickelt, mit dem die deutschlandweite Ladeinfrastruktur bis 2030 für Pkw und Nutzfahrzeuge geplant und der weitere Ausbaubedarf berechnet werden kann. Das StandortTOOL weist den künftigen Bedarf an zusätzlichen Ladepunkten aus und bezieht dabei Verkehrsströme, sozioökonomische Daten sowie bereits existierende Infrastrukturen ein.
  • Der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Bestimmung geeigneter Flächen sollen in enger Kooperation von Bund, Ländern und Kommunen geschehen. Zusätzlich werden neue Finanzierungsinstrumente entwickelt, die einen schnellen, verlässlichen und nutzerfreundlichen Ausbau sicherstellen.
  • Das ausreichende Vorhandensein von Ladeinfrastruktur ist entscheidend für die Kaufentscheidung der Verbraucher und damit für den Hochlauf der Elektromobilität. Daher ist es notwendig, dass die Bundesregierung einen zunächst überproportionalen, den Markt vorbereitenden Aufbau von Ladeinfrastruktur ermöglicht (einen vorausschauenden Aufbau).
  • Aktuell sind Aufbau und Betrieb von Ladeinfrastruktur noch wenig gewinnbringend und es existieren kaum tragfähige Geschäftsmodelle. Neben Standorten, die wegen ihrer günstigen Lage in naher Zukunft wirtschaftlich sein werden, gibt es Standorte, die auch zukünftig wenig angefahren werden. Diese sind aber für ein flächendeckendes Netz und für die Akzeptanz der Nutzer von größter Bedeutung. Wir werden größere Lose ausschreiben, in denen wir diese Standorttypen bündeln.
  • Deshalb wird der Bund mit einem neuen Finanzierungsmodell die Anschubfinanzierung übernehmen. So sorgen wir für Planungssicherheit für die Betreiber der Ladeinfrastruktur.
  • In diesem Rahmen werden wir auch festlegen, bis wann die Ladesäulen errichtet sein müssen und wie Anmeldung und Bezahlung erfolgen sollen. Auch werden wir auf eine Vereinheitlichung der Preise hinwirken und einen durchgängigen verlässlichen Betrieb einfordern. So sorgen wir für Planungssicherheit für die Nutzer und auch für die Hersteller von Elektrofahrzeugen
© 2019 Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Ralfs Meinung dazu: Es wurde heute schon von Verrat und Verstaatlichung der Ladeinfrastruktur gesprochen. Fakt ist die NOW war die Stelle die bereits Fördergelder verteilt hat. Damit die Ladeinfrastruktuktur nicht wahllos gefördert wird, gibt es die Karten in denen Bereiche zu sehen sind, in denen Schnellladeinfrastruktur besonders fehlt und dort höher gefördert wird.
Die NOW wird auch die Koordinationsstelle "nationale Leitstelle" für die Förderung der Ladeinfrastruktur.

Die Festlegung des einheitlichen Handlings der Ladestationen ist notwendig, genaugenommen auch die einheitliche Bedienung der Fahrzeuge! Den Zirkus den man vollführen muss beim einstecken und authentifizieren der Ladestationen oder beim beenden, ist Neueinsteigern nur schwer vermittelbar. Es führte schon zu mancher Panikattake, wenn das Fahrzeug z.B. das Ladekabel nicht freigibt.

Die Vorzeichen zur Förderung der Ladeinfrastruktur sehen gut aus. Auch wenn es manche noch nicht wahrhaben wollen, die Elektromobilität ist am Markt angekommen.
rw
 

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Kommentare

Andreas106

Mitglied
29.03.2011
88
Aktuell sind Aufbau und Betrieb von Ladeinfrastruktur noch wenig gewinnbringend und es existieren kaum tragfähige Geschäftsmodelle.
@Ralf Wagner
Ich weiß, das ist eine News, die nicht von dir ist. Deshalb ist mein nachfolgender Kommentar nicht an dich persönlich gerichtet.

Warum kann niemand aus seiner Erfahrung lernen?
Man muß doch nur mit offenen Augen durch die Landschaft gehen. Aber im Zeitalter vom Schmierphone ist das anscheinend nicht mehr möglich.

Wir wissen doch nun seit vielen Jahren (Jahrzehnten!) , das eine Tankstelle nicht vom Spritverkauf leben kann. Deshalb hat auch jede Tankstelle einen kleinen Laden im Verkaufsraum. Damit wird Geld verdient.
Tankstellen, die das nicht haben, sind nur noch überdachte Parkplätze einer Werkstatt.
Der gemeine Verbrennerfahrer verweilt laut überall nachlesbaren Behauptungen nur 5 Minuten an einer Tankstelle. Trotz dieser kurzen Zeit, konsumiert er im Tankstellen-Shop genügend, damit sich die Tankstelle finanziell lohnt.

Die eAuto Fahrer müssen mindestens 30 Minuten, wenn nicht sogar über eine Stunde neben der Ladesäule sich langweilen. In dieser Zeit könnte sie aber auch viel konsumieren. Nur ist da i.d.R. nichts um sein Geld los zu werden.
Jeder Supermarkt (auch IKEA :)) ist sehr bemüht, den Kunden so lange wie möglich im Laden zu halten, damit er "seinem" (aufgezwungenen) Kaufrausch erliegt.
Als ich meinen SAM bei Karsten abgeholt hatte, mußte ich unterwegs unbedingt nachladen. In einem Restaurant konnte ich während dem Mittagessen nachladen. Da ich eine vorgegebene Ladezeit benötigte, bestellt ich nicht nur ein Hauptgericht, sondern noch einen schönen Nachtisch. Danach noch einen Kaffee zum Abschluß. Hätte ich einen Verbrenner gehabt, hätte ich noch nicht einmal angehalten.

Und die sind im ernst auf der Suche nach einem Geschäftsmodell?
 
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