Curtis defekt?


uk

Neues Mitglied
24.05.2013
38
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#1
Hallo,
vor ein paar Tagen roch es in meinem Kewet 4 (60V) plötzlich etwas verschmort. Die Ursache konnte ich zunächst nicht ausmachen. Etwas später sah ich, dass er im "Leerlauf" ab und zu ca. 13 A zog. Und das sogar auch, wenn ich die "Zündung" ausschaltete und den Schlüssel zog. Etwas spielen am "Gas" behob das Problem meist. Fahren, wenn auch etwas langsamer, konnte ich noch.

Ein Blick in die Box zeigte, dass das Fahr-Schütz auch ohne "Gasgeben" geschlossen blieb und sich nur mit Hife von außen oder evtl. duch spielen mit dem "Gas" wieder öffnete. Und die Kontaktflächen sahen etwas mitgenommen aus. So einen Kontaktflächenverschleiss hatte ich schon mal durch einen durchgebrannten Precharge-Resistor, der das Fahr-Schütz überbrückt und die Elkos des Curtis vorlädt. Den neuen Widerstand hatte ich kräftig dimensioniert. Jetzt war er nicht durchgebrannt, aber ständig sehr heiss, über im fällt bei offenen Schütz fast die komplette Fahrspannung (auch im ausgeschalteten Zustand) dauerhaft ab.

Mir fällt dazu bisher nur eine Erklärung ein: Der Curtis hat eine dauerhaften Kurzschluss von rechnerisch ca. 4,5 Ohm zwischen den Anschlüssen B+ (Fahrspannung) und B-- (Masse). Ist das Schütz offen, erhitzt sich der Prechage Resistor und die Curtis-Elkos werden nicht mehr vorgeladen. Bleibt das Fahr-Schütz wegen Abbrand "kleben", fließen auch im Leerlauf und ausgeschaltet ca. 13 Ampere, denn es bestehet eine dauernde Vebindung zum Fahrakku.

Jetzt habe ich ein paar Fragen:
- liege ich mit meiner Vermutung richtig oder gibt es eine andere Erklärung?
- kennt jemand das Problem und weiss eine Lösung?
- hat jemand noch einen passenden Curtis 1209B 72V?

Gruß Uli
 

kewet

Administrator
10.08.2018
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#2
Vermute Dir sind ein paar Mosfets geschossen.
Im ausgebauten Zustand mal kräftig schütteln, wenn es klappert hat es Mosfets zerlegt.
Wie man den Curtis zerlegt findest Du hier.
 

uk

Neues Mitglied
24.05.2013
38
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#3
Hier mal die weiteren Erkenntnisse:

den Fahrtregler (Curtis 109B-6403) ausgebaut, das war eine ziemliche Fummelei. Der Schreibtisch-Test ergab, das Ding funktioniert einwandfrei. Also noch mal ein Blick in den Schaltplan, und der zeigt: auch ein Kurzschluss im Shunt-Driver könnte die Symptome erklären. Beim ausgebauten Shunt-Driver ist dann auch einer der beiden Leistungs-Fets BUK456-800B verschmort und hat einen Kurzschluss < 1 Ohm. Zusammen mit dem Shunt-Widerstand von ca. 3 Ohm passt das ganz gut zum oben beschriebenen Effekt.

Also den Fahrtregler wieder eingebaut, eine noch größere Fummelei. Nun läuft der Kewet wieder und das Fehlen des Shunt-Drivers habe ich im Stadtverkehr bisher nicht gemerkt.

Den Shunt-Driver habe ich repariert. Da die Original Fets inzwischen schwer zu bekommen sind, wurden beide gegen Ersatztypen IRFBE30 getauscht. Wieder eingebaut habe ich ihn noch nicht, dafür ist es mir im Augenbrick zu kalt und es geht ja auch so.

Gruß Uli
 

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