"Bremsnocken" bzw "Tennisschläger" in der Bremse unbedingt gut einkleben!

laase

Aktives Mitglied
08.10.2009
934
2
#1
schlackerndes Vorderrad bin ich ja gewohnt. Ab ca. 50km/h beginnt eine Resonanz in der Vorderradaufhängung, die von einem auch noch so kleinen Seitenschlag des Rades angeregt wird und sich aufschaukelt. Insbesondere dann, wenn das Fahrzeug mal gerade nicht nach rechts zieht, sondern wegen ungleichmäßiger Reifendrücke (re und v viel, li wenig) "schön geradeaus" läuft. Kurze Zeit half dagegen das Kreuzgelenk mit Nadellager, aber es sind leider noch viel mehr spielbehaftete Teile in der Lenkung verbaut ...

Nun aber hatte ich mal wieder den Fall eines viel höherfrequenten Vibrierens des Vorderrads, nicht 1x je Umdrehung, sondern mehrmals. Man könnte es auch "Rubbeln" nennen. Der "Wagen" zieht nicht mehr wie sonst, erreicht Vmax nur noch mit Hängenundwürgen, verbraucht auch bergrunter noch über 40A und auf Distanz beträgt der Mehrverbrauch immerhin +20%. Wenn man ankommt und an die vordere Trommel oder Ankerplatte langt, ist diese viel heißer als die hinteren Trommeln.

In meinem Thread Bremssystem erwähnten Christian und ich die von mir "Tennisschläger" genannten "Bremsnocken", oder eben die Ruhelage-Endanschläge der Bremsbacken. Ich hatte sie damals nicht komplett ausgebaut, sondern wegen Faulheit im noch verbauten Zustand einfach ein wenig Epoxy drumherum geschmiert, ausgerichtet, zugemacht und weitergefahren. Hielt offenbar bis jetzt, denn nun hatte sich der obere Nocken wieder verdreht:
bremsnocken-steht-wieder-schief-jpg.3350

Man sieht deutlich, wie er "aus der Linie heraus" steht und sich gut gegen die obere Bremsbacke stellen, verkanten und diese dauerhaft in der Trommel anliegen lassen kann.
Ich seh's jetzt ein: Abhilfe schafft kein "was Ranschmieren"-Pfusch, sondern nur eine "Vollschaft-Verklebung" beider Bremsnocken. Also Rad ab, Brems-Rückholfeder raus, Backen zur Seite, "Schläger" rausziehen, trocken abwischen. Uhu Sofortfest anrühren, Schäfte benetzen, wieder einsetzen, ausrichten, Rückseite der Schäfte auf der anderen Seite der Ankerplatte auch bestreichen, Backen zurück, Feder rein, Rad ran, Achsmutter 100Nm fest. Jetzt sollte wirklich Ruhe sein.

PS:
Bei der Arbeit drauf achten, daß sie nicht zu lange dauert: nach ca. 5min kam wiedermal der untere Kolben gefährlich weit aus dem RBZ raus, nachdem er vorher die Gummimanschette weggehoben hatte und diese zusammen mit dem runden Stößel runterfiel. Noch etwas länger und der Kolben wäre wahrscheinlich ganz rausgefallen. Ich mag's mir nicht ausmalen ...

Die glitzernden Punkte im Bild sind übrigens Lötstellen, denn ich hatte die Nocken 2017 mit Kupferblech "belegt" um so eine der Bremsbelagdicke angepaßte neue Ruhelage zu schaffen und so den Leerweg am Bremspedal etwas zu verringern.
 

laase

Aktives Mitglied
08.10.2009
934
2
#2
noch ein PS:
die Feder ist asymmetrisch und hat eine "spitze" und eine "flache" Seite. Die spitze gehört natürlich zur Ankerplatte hin und die flache zum Rad, sonst gibts Ausfräsungen in der Radnabe!
Ich lasse das untere Ende der Feder übrigens auf einem 6-7mm Schraubenzieher "auf die Backenbratze" rutschen: das obere Federende ist schon an der oberen Backe eingehängt, die untere Backe mit der re Hand gegen den RBZ vorgespannt und das untere Federende somit relativ nahe an der "Bratze", wo sie hin soll. Nun kommt der Schrauzi von links oben und verläuft fast parallel unter dem RBZ hin zur Bratze. Liegt mit seinem flachen Ende auf dieser auf. Bewegt man nun den Griff des Schrauzi nach unten, so kann das Federende kaum anders, als auf dem Schrauzi zur Bratze hin zu rutschen. Manchmal flutscht die Feder dann gleich an ihren Platz. Den letzten mm "hole" ich die Feder aber oft auch mit einer guten Wasserpumpenzange. Kann leider kein Foto während dieser Aktion machen, weil ich nur zwei Hände habe ... ;-)
 
Gefällt mir: Christian s

Christian s

Bekanntes Mitglied
28.10.2006
2.384
11
#4
Hallo Lars ! ich freue mich jedes mal wenn ich die Winterräder raufstecke über meine einstellbare Vorderbremse mit den Tennisschlägern einer alten Hinterradaufhängung. ( wurde ja im thread v. damals schön gezeigt) wäre doch eigentlich eine gute Gelegenheit für Dich gewesen diese zu basteln.

Für Arbeiten an derBremse steck ich über den Radbremszylinder ein Stück Bandeisen das 2x rechtwinklig gebogen wurde und in das an den Enden 2 Schlitze für den runden Stößel geflext sind manchmal bind ich das mi t dünnem Draht fest. Da kann nichts aus dem Radbremszylinder rausfallen.

Irgendjemand hat auch mal geschrieben : : Indem man das Bremspedal vor dem Öffnen der Anlage ein paar Zentimeter gedrückt fixiert, wird die Verbindung zum Bremszylinder getrennt, und es läuft nicht das ganze System leer... habs noch nie versucht.

Ich mach die Federmontage immer mit 2 kleinen Schraubzwingen die sich ( mit untergelegtem sauberen Karton ) auf den Bremsbelägen abstützen. (eine mehr unten , die andere seitlich ) zuerst eine anziehen dann die andere dann die erste wieder lockern dann gleitets meist gut hinauf . Ich kann ja mal die Schraubenziehermethode testen!

übrigens : Super Schmiernippel ! zu denen bin ich wiederum noch nicht gekommen.

Wünsch Dir einen korrosionsarmen Winter !
 
Zuletzt bearbeitet: