brauche Kaufentscheidung: P 106 nach zwei Jahren Standzeit starten? Wie geht man vor? - Elektroauto Forum

brauche Kaufentscheidung: P 106 nach zwei Jahren Standzeit starten? Wie geht man vor?

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citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
… Im „Familien - Fuhrpark“ sind die „Blauzahn - adapteure“ ständig gesteckt, habe noch nicht bemerkt, daß das ein Problem für die 12V Batterie ist.
Da sind Kofferraum/Innenraumbeleuchtung, Standlicht& Co schlimmer 🥺
 

tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Guten Abend,

ich bin ein gutes Stück weiter gekommen: die Akkus sind alle draußen. Das ging erstaunlicherweise ziemlich einfach, ich hatte aber auch einen Gabelstapler zur Verfügung: nach zwei Stunden lagen alle Akkus vor mir. Die Konstruktion ist eigentlich ganz gut gemacht.

Die Kisten machten innen auch einen guten Eindruck. Auch sämtliche Schläuche scheinen in einem sehr guten Zustand. Die sehen mir nach den Silikon-Varianten aus, die eher grau sind. Ich habe auf jeden Fall keinen porösen gefunden. Die Leckage hinten kam auch von den ovalen Verteilern an den Seiten, also genau das, was hier schon öfter beschrieben wurde. Ist also auch kein Problem und wurde schon repariert.

Die Akkus habe ich dann erstmal ganz grob durchgemessen und tatsächlich in jeder der beiden unteren Kisten einen gefunden, dessen Spannung verdächtig niedrig waren: 4,1V und 5,5V. Alle anderen lagen zwischen 6,71V und 6,92V. Das Auto habe ich vorher nochmal an die Steckdose geschlossen.

Dann habe ich mir eine kleine Testschaltung gebaut, um den Innenwiderstand grob messen zu können: Amperemeter in Reihe mit einem niedrigen Hochleistungswiderstand, sodaß beim Belasten einzelner Zellen so ca. 33A fließen.
Bei allen nicht-verdächtigen Akkus flossen auch immer zwischen 31 und 34A, während die Spannung auf ca. 5V abgesunken ist, nur bei den verdächtigen hatte ich nur ca. 15A.

Was meint Ihr? Reicht das schon aus, um den Zustand der ganzen Anlage zu beurteilen?
Ich würde jetzt die beiden Defekten aus den Kisten entnehmen und dann eine von dem vorderen oberen Kasten einsetzen, sodaß die unteren Kisten alle etwa gleichartige Werte aufweisen.
Und oben in die Kiste überm Motor setze ich dann mal zwei aus meinem Reserve-Fundus ein und prüfe dann, wie das ganze sich dann verhält.

Klingt das nach einem Plan?

Schöne Grüße,
Thomas
 

citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
… das ist wirklich der Plan.
4,1 und 5,5 V, da sind zwei bzw. Eine Zelle kurzgeschlossen, damit kommt ein erhöhter Innenwiderstand an Stelle der 1,2v zellenspannung ins Rennen …
Die neuen/gut gebrauchten/ Ersatzakkus müssen aber im gleichen Ladezustand ins System eingesetzt werden, das hat ja kein BMS …
Also gibt es nur zwei Punkte wo es geht, System und Ersatz-Akku entladen (5V) oder System und Ersatz- Akku voll.
Ansonsten beseht die Gefahr des umpolens. Die beiden ladeprogramme „maintenance und Initialisierung“ auf keinen Fall verwenden - weiteres akkuableben
Ist dann gesichert.
So nach 4 Zyklen voll/total leergefahren + Wasserwartung sollte es dann „spielen“
Viel Erfolg 🤓
 
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tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Sehr gut! Danke für den Hinweis! Das mit dem gleichen Ladezustand habe ich mir auch schon überlegt. Muß ich mal gucken, wie ich das mache. Da ich die alten Dinger aufgeladen hatte, bevor sie ausgebaut wurden, werde ich sie wohl entladen müssen (aktuell sind zwei Waffeleisen und das Racelette dran..), ein passendes Ladegerät für einzelne Blöcke habe ich (noch) nicht. Die Ersatz-Akkus werde ich mit einem Labornetzgerät ein bißchen vorladen, dachte ich.

Ich habe gestern aber noch was anderes bemerkt: einige Ersatz-Akkus haben oben zwischen den Anschlüssen für die Kühlflüssigkeit einen Riß! Ist mir erst beim Saubermachen aufgefallen. Die Blöcke sind mit Schläuchen versiegelt gewesen, sodaß kein Dreck reinkommen kann. Es war noch alte Kühlflüssigkeit drin, wobei die farblich nicht so intensiv wie die im Auto war, sodaß meine Erklärung wäre, daß die Dinger den Riß durch Frost bekommen haben. Ich habe mit dem Garten-Wasserschlauch die alte Flüssigkeit rausgedrückt, weil ich das alte Zeug nicht im Auto haben wollte, dabei habe ich allerdings nicht gesehen, daß aus dem Riß irgendwas rauskam.
Was meint Ihr? Sind die Blöcke für den Schrott oder kann man den Riß verschließen?
Schönes Wochenende,
Thomas
 

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citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
Die batteriegehäuse sind aus einem thermoplastischen Kunsstoff, hochfrequenzverschweißt und lassen sich mit einem geeigneten „Lötkolben“ verformen und damit auch „schweißen“.
Danach aber unbedingt eine Dichtheitskontrolle des Bewässerungs- und Kühlsystems durchführen. Vor allem prüfen die beiden Systeme dürfen keine Verbindung haben - das wäre der „Super - GAU“
Schönen Sonntag und viele Grüße

PS. Wenn die Kapazitätsdifferenzen der neuen Akkus und des „Rest-Systems“ größer sind,
Dann hilft evtl. eine „erzwungene“ Ausgleichsladung …
 
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tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Hi zusammen,
Danke erstmal wieder für die vielen sachdienlichen Hinweise! Ich hab' das alles mal so gemacht, aber es tun sich weiterhin Schwierigkeiten auf:
Das Auto habe ich mehrfach voll- und wieder entladen und diesmal war die Kapazitäts-Zunahme niedriger als vorher, trotz der zwei alten Akkus, die ich vorne eingebaut habe.
Herumfahren mit dem Fahrzeug war meiner Meinung nach etwas fluffiger, das Auto hatte subjektiv etwas mehr Kraft.
Allerdings ging nach ca. 15 km doch die gelben Lampen an (gleichzeitig), woraufhin ich aber noch knapp 10 km im Industriegebiet herumkurven konnte, bis das Auto merklich schlecht von der Stelle kam. Insgesamt bin ich aber auch immer sehr moderat unterwegs gewesen, also maximal in den gelben Bereich mit dem Eco-Meter.
Zwei Sachen sind mir dann unangenehmerweise aufgefallen:
  • erstmal habe ich wieder einen Kühlmmittelverlust, aber diesmal am Anfang dieses "Kabelkanals", der am hinteren Akkukasten anfängt. Dort gehen die Kühlmittelschläuche in ein Alu-Rohr und irgendwo an der Stelle tropft es. Ich kann das Leck aber einfach nicht erkennen. Weiß jemand, ob diese Alu-Rohre zum Brechen neigen? Da war vorher auf jeden Fall alles okay, bevor ich den Akku-Kasten demontiert habe. Möglicherweise habe ich durch Verbiegen der Schläuche das Rohr angeknackst.. Die Schläuche sehen aber sehr gut aus.
  • Dann tropft es im Akku-Kasten immer noch, allerdings nur ganz wenig. Wenn ich gefahren bin, hängt in der Mitte des Kastens ein Tropfen. Die Flüssigkeit ist auf jeden Fall was anderes als Kühlmittel, denn die verdunstet, was das Kühlmittel nicht macht. Mit einem Indikatorstreifen habe ich den pH-Wert messen können, der bei 9,5 liegt. Ist das Batterielauge? Wenn das Auto rumsteht, kommen keine neuen Tropfen nach, auhc beim Laden nicht. Was wäre die Ursache für einen undichten Akku? Als ich den Kasten geöffnet hatte, war an manchen Blöcken Grünspan an den Kontakten, den ich so gut es ging beseitigt hatte, aber mir sah das alles nicht so bedrohlich aus.
Ich stelle mich auf jeden Fall schonmal drauf ein, daß der Kasten nochmal ab muß und bereite schonmal Material vor für eine Einzelzellen-Überwachung...

Schönen Sonntag noch,

Thomas
 

citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
… nun brauchst Du doch den „großen“ Werkzeigkoffer 😢

Undichtheiten:
Übergang Schlauch/Alurohr, sind bekannt an dieser Stelle, kann eine Rißbildung unter
Dem Schlauch sein, kann aber auch einfach ein poröser Schlauch sein, anbei ein Foto, wie es unter dem Schlauch aussieht, die Wülste sind gepresst, darunter/daneben sind dann die Risse zu vermuten.
Akkulauge, nach oben kommt sie (vernachlässigbar) durch den Kapillareffekt heraus, zwar sind unter den Polanschlüssen O-Ringe, die das verhindern sollen … aber die Jahre … Vermutlich ist irgendwo ein Riß im Gehäuse, meistens am Boden des Akkus
Wenn dann der Laugenstand im Akku zu gering ist, ist dessen Kapa auch nicht so „prickelnd“, außerdem mutiert die „aktive“ Elektrodenfläche zu einer „inaktiven“

Wie weiter, eigentlich ist jetzt eine Einzelprüfung jedes Akkus anzusetzen, alternativ eine Einzelüberwachung jedes Akkus einzubauen (empfiehlt sich sowieso bei den NiCd‘s) - Bilder am Ende … um beim Fahren unter Belastung den/die Kandidaten zu finden, die den Fahrspaß „begrenzen“.
Also Sichtkontrolle der ausgebauten Akkus wie Gehäusebeschädigungen, Laugenstand, Bodensatz und Farbe in der „Bilge“ des Akkus, Baujahre und Chargennummern der einzelnen Akkus usw.usf.
Ist alles eben, leider, schon älter 🥺
Elektrische Überprüfung des Akkus, also Leerlaufspannung, vollständiges Entladen bis auf Null, einige Zeit stehen lassen, laden/überladen, Messung des Vollgeladenen Akkus (Ladeendspannung), entladen bis auf 5v mit C/10, Kapazität in Ah.
Den ganzen Spaß evtl. Mehrmals wiederholen, bis die gemessene Kapazität sich nicht mehr ändert.
Dazu ist hier im Forum ausführlich diskutiert worden. Ist leider ein wochenfüllendes Programm. Nicht umsonst ist (bewußt) vom Hersteller diese „Procedere“ nicht erwähnt worden, sondern er wollte, daß ganze (geprüfte) Kisten getauscht werden, ist natürlich heute illusorisch, war damals aber für Werkstätten einfach zu realisieren.
Bei meinen Fahrzeugen kann ich über die Einzelabgriffe den „Showstopper“ eindeutig feststellen, und dann aus dem Reservebestand einen „Auswechselspieler“ eintanzen
Lassen und am sonnabendmorgen einen „Reset“ machen. Beide „E Karren“ sind zuverlässig unterwegs, wegen eines kaputten Akkus bleibt man unterwegs nicht liegen, bin immer nach Hause gekommen.
Ist leider so, sind halt Fahrzeuge und keine „Stehzeuge“, Akkus gibt es noch, gut gebraucht, Erfahrung, Kenntnis und „artgerechte Haltung“ der kleinen Fahrzeuge vorausgesetzt.
 

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Martin Heinrich

Aktives Mitglied
21.08.2008
1.710
Da gibts fast nichts mehr hinzuzufügen als dem Thomas viel Erfolg und Durchhaltewillen zu wünschen.
Außer dem Bildchen mit der Überschrift " wie sich das doch gleicht" (gelber Hubwagen, Haxen im Bild;-)

DSCN0910.JPG
 
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tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Soo,
ich hatte diese Woche Gelegenheit, weiter zu schrauben.
Ich habe den hinteren Kasten nochmals demontiert um nach der Undichtigkeit an den Akkus zu sehen. Rein von der Optik her war da nix zu sehen, keine Risse oder so.
Also habe ich ein bißchen gebastelt, um festzustellen, wo was undicht sein könnte.
Ich habe ganz vorsichtig Druckluft (0,5 bar) auf die Laugen-Anschluß-Eingang gegeben und am anderen Ende ein Manometer angeschlossen, die Druckluft abgesperrt und geprüft, ob der Druck bleibt. Tatsächlich fiel der Druck bei zwei Blöcken wieder ab: einer hatte einen gebrochenen Federring am Pluspol, sodaß das Plättchen darunter mitsamt dem O-Ring nicht abgedichtet hat. Ebenso war an einem anderen oben an den Kühlwasseranschlüssen an allen vier (!!) Ecken etwas minimal undicht. Das konnte ich mit dem Lötkolben wieder verschließen. Den Federring könnte ich von einem der kaputten Blöcke nehmen.. Die Undichtigkeiten müßten jetzt also alle weg sein. Und alle waren an der Oberseite der Akkus.

Aaallerdings habe ich nochmals die Spannungen gemessen: die Akkus sind eigentlich komplett leer, aber einige waren etwas leerer als die anderen: hinten hatten alle noch so um die 6,4V, aber zweie lagen bei 5,1V! Und das waren nicht die, die undicht waren.
Die beiden, die ich aus dem mitgelieferten Reserve-Bestand vorne eingebaut hatte, hatten sogar nur so um die 3..4V!

Was heißt das wohl?
- Ist mit den Blöcken was faul? Oder kann das schon sein, wenn sie leer sind, daß die Spannung derart abfällt?
- Muß ich die einfach noch mehr trainieren durch be- und entladen? Ich hatte mich jetzt nicht getraut, als die Lauge hinten ausgetreten ist, wollte ich nicht noch mehr kaputt machen.
- Deswegen habe ich auch immer noch keine Wartungsladung durchgeführt, weil ich dachte, solange da was undicht ist, lasse ich das lieber. Sollte ich das mal in Angriff nehmen?
- oder muß ich wohl doch mal in so ein Junsi-Gerät investieren und die Dinger einzeln ausmessen?

Ich habe aber schon mal einen Einzelspannungsabgriff installiert, den ich bequem an- und abstecken kann.

Ich danke auf jeden Fall allen für die wirklich hilfreiche Unterstützung hier! Ganz alleine hätte ich schon längst aufgegeben!

Herzliche Grüße,
Thomas
 
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Reiner106

Aktives Mitglied
07.05.2018
368
nahe Giessen / Hessen
Die NICDs verhalten sich in der Spannung deutlich anders, als man es z.B. von LiX kennt... Selbst deutlich leergelutschte Zellen können im Leerlauf noch deutlich über 1V pro Zelle aufweisen.
Zum Einlagern wird öfters ja empfohlen, NICDs ewig leer zu machen mit einem widerstand - und am Ende dann sogar zu überbrücken (aber echt erst, wenn keine power mehr drin is...)... Das habe ich bei ein paar stationären Notstrom NICDs gemacht - und selbst nach einer Woche "kurzgeschlossen" krabbelten die Akkus nach entfernen der Brücke nach ein paar Stunden wieder auf ein halbes Volt pro Zelle und mehr hoch...

Hast Du eine Option den Innenwiderstand pro Block zu messen?
 

tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Ich habe mir so eine kleine Meßeinrichtung gebaut, die ich an einen Akku anklemmen kann. Dort kann ich die Spannung messen, gleichzeitig per Taster einen fetten Widerstand zuschalten und den dort fließenden Strom messen. Der liegt dann so bei 25..30A. Ich hätte gedacht, das reicht, um eine gut-schlecht-Aussage treffen zu können.
Die Akkus, die ich am Dienstag mit weniger Spannung gemessen habe, hatten vor vier Wochen und etwa drei Ladezyklen noch volle Kraft und waren total unauffällig.

Ich hatte ja gehofft, daß sich durch das Ermitteln des undichten Akkus einer gezeigt hätte, der total kaputt ist, aber das glaube ich jetzt eigentlich nicht, weil da ja eigentlich nicht viel Batterieflüssigkeit fehlen kann.

Vielleicht muß ich doch einfach noch ein paar Zyklen machen, denn immerhin sind ja zweie drin, die bestimmt einige Jahre herumgestanden haben.
 

citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
Den Akku zuerst mit „kalibriertem Auge“ examinieren, also:

- Den Laugenstand, kippen des Akkus, anschauen, gleicher Laugenstand in allen
fünf Zellen
- den Boden (die Bilge, wie im Schiffbau) ansehen, gleiche Färbung für alle Zellen,
Etwaige schwarze Ablagerungen - Akku steht kurz vor dem „Krankwerden“
- Akku Leerlaufspannung messen, evtl. mit einem Bleilader kurz „auffüllen“ -
Spannung MUSS (!!!) über 6v sein, ansonsten ist/sind eine oder mehrere Zellen
defekt
- Akku entladen bis auf null Volt, kurzschließen, geht auch mit einer 12v autobirne,
Stehen lassen - Beseitigung u.A. des Memoryeffektes
- Akku gem. „Saftigem“ Datenblatt laden/überladen und entladen, evtl. auch
mehrmals, über 100Ah sollten herauskommen, darunter ist riskant einen solchen
Akku einzubauen, vollgeladener Akku - Wasserwartung machen, danach
Laugenstand kontrollieren.
Man kann es tun (C kleiner 100Ah) aber es „kann“ sich rächen …
- der Akku darf beim Laden/Überladen, bis über 120Ah, nicht warm werden
- man sollte nur Akkus ab Baujahr 2004 einbauen …

Sollten sich bei einem leergefahrenen Akku nicht nach etwa 0,5h „Ruhezeit“ wieder eine Spannung von über 6v einstellen kann man ihn getrost abschreiben.
Es gibt den blöden Effekt, daß auch „neuere“ Akkus Kapazität verlieren, warum - das würde hier leider den Rahmen sprengen …

Einfacher Akkutester, gibts auch billiger, hier:
 
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tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Guten Morgen zusammen,
Danke nochmal an Rainer und Citycar für die Antworten. Ich habe mich mal da entlanggehangelt und versuche gerade meine Akkus zu überprüfen.
Erstmal habe ich mir ein Junsi-Ladegerät besorgt und auf der Terrasse eine kleine Prüfstation aufgebaut. (Ich muß sagen, daß mir das Gerät echt ganz gut gefällt und eine Menge praktischer Funktionen bereithält). Das Ding muß jetzt seit zwei Wochen im Dauereinsatz ran, und das macht es auch ganz gut.
Aber es dauert. 13 Akkus habe ich bis jetzt durchgetestet.
Allerdings ist das Ergebnis ziemlich fies:
77 Ah, 97 Ah, 90 Ah, 60 Ah, 72 Ah, 75 Ah, 42 Ah, 57 Ah, 86 Ah, 7 Ah, 24 Ah, 26 Ah, 57 Ah.
Häufigeres Be- und Entladen hat nur bei einigen wenigen was gebracht, meistens war's erfolglos.
Laut Eurer Meinung wäre kein einziger Akku davon zu gebrauchen. Und vor 2004 hergestellt sind die ja alle.

So ein bißchen stellt sich die Frage, ob das ganze Projekt zum Scheitern verurteilt ist.
Ich sehe da drei Möglichkeiten:
- alle Akkus "neu"
- ganz neue Technologie einbauen
- Auto verkaufen
Oder bin ich da zu kritisch?

Folgende Fragen habe ich noch:
Mir will nicht klar werden, wie ich den Laugenstand prüfen kann.Ich habe hier im Forum gestöbert, aber es will mir nicht einleuchten. Wo sehe ich das? An der Unterseite doch nicht, oder? Oben kann ich nichts erkennen. Und an der Seite ist doch die Kühlflüssigkeit.

Und, kann ich mit dem Junsi-Gerät die Überladung für eine Wasserwartung hinkriegen? Ich wüßte nicht, wie ich das einstellen kann.

Was meint Ihr dazu?

fragt

Thomas
 

Martin Heinrich

Aktives Mitglied
21.08.2008
1.710
Bin auf dem Sprung zur Mühle Kolb, also kurz:
Den Laugenstand prüfst du indem du den Block über die lange Seite so weit kippst bis du auf der Draufsicht (Deckel) die Zellen einzeln "kommen" siehst.
 

Reiner106

Aktives Mitglied
07.05.2018
368
nahe Giessen / Hessen
Hi Thomas,

nur kurz, auch grad eingespannt...

Die Akkus um die 90 Ah könnten ja noch gut sein. Auch etwas weniger Ah können durchaus noch tauglich sein - das k.o. Kriterium ist aber, dass sie sehr unterschiedlich sind... Sind alle gleichmässig "gealtert" und haben alle z.B. nur noch 80Ah, aber gleichen Innenwiderstand - kann man damit noch gut leben/fahren... Sind einzelne Akkus oder Zellen aber sehr viel anders als die anderen, zerhagelt das einem die Suppe...

Hast Du mal bei einem, der sehr schlecht ist, folgendes probiert:
Entladen so weit es mit dem Junsi geht - dann eine KFZ Birne dran klemmen und einfach mal komplett leer nuckeln lassen, wirklich tagelang, bis da 0Volt am Multimeter dran steht... (Ich hab manche sogar mit Kurzschlussbrücken nach leernuckeln an KFZ Birne im Keller stehen...)

Dann mit ganz kleinem Strom sanft auf 5 Volt bringen - und dann mit steigendem Strom eine Volladung machen. Das Junsi geht von Haus aus von einem "überladefaktor NICD" von 120% aus - und richtet sich nach Temperatur (wenn Du Temp. Sensor hast) und Delta V.. Eine "Formierungsladung" kann es meines wissens nach nicht. Das wäre stumpfes "hau so viel Ah rein, wie ich angebe und hör dann erst auf" - das ist manchmal sinnvoll, wenn ein Akku sehr leer war. Kenn ich noch aus dem Hobbybereich der Ferngesteurten Autos..

Du kannst das Junsi aber "überreden" das zu tun, indem Du in den NICD Einstellungen den DeltaV Wert so hoch stellst, dass das Junsi nie in die Verlegenheit kommt zu denken: "jetzt is voll"... Dann stellst Du manuel den Ah Zähler einfach mal stumpf auf 200 Ah und lädst bis 100Ah mit ordentlich Dampf (wenn Deine Kabel es zulassen und der Akku dabei nicht komisch wird ruhig mit 30A oder so...) und ab 100Ah dann mit 10A...

Die "Wasserwartungsladung" funktioniert ja auch so - das Ladegerät im Auto überlädt einfach noch mal mehr als die üblichen 120% (das ist der grobe Normalwert für NICD - die brauchen 120% des Ah Nennwertes um voll zu werden, bzw. für balancing)... Lädt man weiter, wird der Akku warm (je nach Stromstärke merkbar oder nicht) und fängt das Gasen an (=verliert wasser)... Der Flussügkeitspegel steigt dabei an - und weil man so richtig dolle überlädt, stellt man sicher, dasss auch die ollste Zelle garantiert so voll wie geht is - und dann kommt das wasser oben drauf (der hohe Pegel ist wichtig, damit das Labyrinth funktioniert und man nicht Lauge rausspült oder das ganze verwässert, weil zu viel wasser reinkommt)..


Sollten die Akkus unrettbar sein... Puh... dann kommts drauf an, wie viele kaputt sind und ob man dafür Ersatz bekommt, bzw, einen neuen Satz.. Oder gleich auf LifePO4...
 
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tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Hi Martin, hi Reiner,
sehr gut! Das hat mir geholfen. Die Flüssigkeit oben am Deckel hab ich schon entdeckt, aber mißverstanden, weil ich dachte, daß das ja wohl das Kühlwasser sein müßte.
Tatsächlich ist es so, daß bei den schlechten Akkus der Laugenstand je nach Zelle auch etwas unterschiedlich ist, bei den guten ist es gleichmäßiger.
Das mit dem Kurzschließen habe ich mal bei zweien versucht, bei einem klappte es nicht, da wird die Kapazität immer weniger (von 40 Ah auf 25 runter), bei einem anderen wurde es besser: von 55 Ah auf 72. Ich habe aber auch nur 24h entladen und kurzgeschlossen. Ich lasse die mal länger kurzgeschlossen stehen.
Leider habe ich keinen Temperaturfühler für das Junsi, die muß ich mir mal bei Reichelt besorgen.
Außerdem werde ich mal die Wartungsladung probieren, jetzt weiß ich ja, wie es geht.
Danke Euch,
Thomas
 
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Wertungen: Reiner106

Reiner106

Aktives Mitglied
07.05.2018
368
nahe Giessen / Hessen
Der Temp Sensor is IMHO bei den SAFTS gar nich so notwendig... Bis die großen Akkus nennenswert warm werden... Aber ja, manchmal machen die Sinn... Persönlich mache ich bei so Aktionen es so, dass ich leer mache (so richtig lange leer nuckeln..) und dann einfach 150 Ah reinprügele pauschal...

Zubehör für Junsi hatte ich damals in einem RC Shop geordert, der die Junsis auch verkauft - und dabei sich auch sehr gut mit deren Firmware auskennt und Service macht für die Dinger.... Leider finde ich spontan den Namen des Shops nich mehr, war so eine kleine Bude, die sich darauf spezialisiert hat - extra ein deutsches Handbuch für die Junsis geschrieben hatte, usw.... Den von Reichelt kenne ich nich.

von diesem Shop gab es zwei - einer mit einer leichten Rundung drin und mit magnet (damit konnte man rundzellen schön messen) und einen flachen... Kostete so ein paar euro damals.

Ja, das "leer machen" ist wirklich was, was Geduld braucht.. Aber klar ist das kein Allheilmittel - wenn ein Akku nich mehr so fit ist, gibt es noch theoretisch Laugentausch, Wasser nachfüllen - und mehr dann auch nich.. Wasser nachfüllen is ja "wasserwartung" - Laugentausch macht keinen Spass.... Vereinzelt findet man Leute, die damit Erfolg hatten - aber so weit ich es verstanden habe ist es jetzt nichts, was man "mal eben macht und dann auf jeden Fall Erfolg hat".....
 

Reiner106

Aktives Mitglied
07.05.2018
368
nahe Giessen / Hessen
ah.... es war der ZJ Hobbyshop - gibts inzwischen nicht mehr, aber der Betreiber ist noch "aktiv" und repariert und so... habe ich hier gerade gelesen:


Unterstützenswerter Zeitgenosse, ganz nach "unserem Geschmack" hier :)
 

tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Die Junsi-Sensoren habe ich auch schon gefunden, aber man kann sie wohl auch selbst bauen: das ist wohl nur ein Temperatursensor LM35 DZ, den es bei Reichelt für 1,10 Euro gibt. Das mache ich bei Gelegenheit mal.

Ich habe derweil mal tapfer weiter geladen und mal das mit der Wartungsladung und dem Wasser-Nachfüllen probiert. Bei einem hat es gar nicht geklappt, der war vorher schon ziemlich schlecht und ist danach noch deutlich schlechter geworden. Der andere scheint mir besser geworden zu sein: vorher war er bei ca. 60 Ah und nachher war ich schon über 80. Schon mal nicht schlecht.

Wie sollte denn eigentlich bei dem Junsi der Delta-V-Wert stehen? Ich habe den einfach auf dem Default-Wert (3mV in 3min) stehen gelassen. Paßt das?

Es sind auf jeden Fall eine ganze Menge Akkus schrott! Von den 14 ausgebauten habe ich hier nur 7, die u.U. zu retten sind. Das ist schon echt enttäuschend.
Die mit Zellenschluß kommen direkt zum Entsorgungshof, richtig?

Schönen Abend noch, Thomas
 

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