brauche Kaufentscheidung: P 106 nach zwei Jahren Standzeit starten? Wie geht man vor? - Elektroauto Forum

brauche Kaufentscheidung: P 106 nach zwei Jahren Standzeit starten? Wie geht man vor?

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tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Hallo zusammen,
ich bräuchte wohl etwas Starthilfe, genau wie das Auto, um das es hier geht.
Ich überlege, mir einen Peugeot 106 electrique zuzulegen.
Das Auto steht in Dortmund, was 70km entfernt ist und scheint mir in einem recht gutem Zustand: recht gepflegt, kein Rost erkennbar usw. Baujahr ist 1996.
Der Besitzer ist vor zwei Jahren erkrankt und das Auto wurde seitdem nicht bewegt. Jetzt läßt es sich nicht mehr auf normalem Wege laden (was wohl normal ist, da die Akkus zu viel Energie verloren haben). Man sagte mir auch, daß vermutlich ein Akku nicht mehr so gut sei. Ersatzakkus sind aber vorhanden, allerdings nicht vom genau gleichen Typ.
Als Preis werden 2.000€ aufgerufen.

Generell traue ich mich an die Elektrik heran (bin vom Fach), allerdings fällt mir im Moment nicht ein, wie ich das Auto irgendwie auf seine generelle Funktion überprüfen könnte. Der Besitzer sagt, alles hätte problemlos funktioniert, bis auf das die Reichweite nicht besonders gut war, weswegen man vermutet, daß ein Akku defekt sei.
Beim "Überbrücken" der 12V-Batterie geht die Steuerung auch entsprechend an, sagte er.

Könnte mir irgendjemand sagen, wie ich das Auto auf seine Funktion überprüfen könnte? Bei mir zu hause könnte ich problemlos mal etwas Spannung auf die Akkus geben, wenn ich sie ausbaue, um sie zu laden, aber auf dem Hinterhof, wo das Auto steht, geht das leider nicht. Steckdose wäre allerdings schon dort.
Wie ist das mit dem Wasser? Muß man vorher kontrollieren, ob noch genug drin ist, oder lädt man direkt auf? Ich hätte Angst, daß nach zwei Jahren da was verdunstet ist.
Und, findet Ihr den Preis okay?

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Thomas
 

Martin Heinrich

Aktives Mitglied
21.08.2008
1.710
Hallo Thomas,

Kaufempfehlung ist immer so eine Sache, wenn er wirklich ohne Rost ist bei dem Baujahr und alle Komponenten arbeiten ist es ok. Funktionsprüfung vor Ort wäre natürlich gut.
Und die SAFT STM5 etwas hoch holen um SAGEM Box und Motor zu testen wäre für Eingeweihte auch kein großes Problem wenn eine Steckdose, externer Lader und etwas Geduld da ist.
Dass da eine oder mehrere Blöcke nicht mehr gut sind ist denkbar aber auch fast normal je nach Alter.
Kein Problem ist das Rumstehen, vergess das mal mit dem Wasser bevor es nicht läuft und der Akku ein paar Zyklen gemacht hat, wässern erst bei Ausgleichs- oder Volladung je nach Alter/Sorte.
Auf den Batteriekisten steht ein Datum - ob das aber das wiederspiegelt was drinn ist weiß man erst wenn die Kisten offen sind - ist ne Arbeit für nen ruhigen Tag - wenn man sich auskennt.
Dann ev. extern Selektieren und einzeln wässern - aber das ist normal nichts für Einsteiger.
Etwas aber nicht kriegsentscheidne ist der km Stand so ab 50tkm je nach Fahrweise kann man mit den Kohlen rechnen, wenn nicht drann gedacht wurde ist der Kollektor beschädigt...

Les dich etwas im Forum ein und schau mal ins PSA Wiki:


Gruß
Martin
 

citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
Da die Karossierie verzinkt ist, ist eigentlich kein größeres, unreparierbares „Rostnest“ zu erwarten. Es gibt aber den Umbaubereich im Heck, wo nichtverzinktes Material an die verzinkte Karosserie angeschweißt wurde - dort könnte es „knistern“, da dieser Bereich Korrosionsschutzmäßig auch etwas „stiefmütterlich“ behandelt wurde.
Ansonsten ist alles in der Wiki prima beschrieben.
Ich würde noch ein Auge auf „Madame SAGEM“ werfen, d.h. Deren Version, deren Softwarestand und mir dann einen OBDII/Bluetooth Adapter besorgen (da geht leider nicht jeder - hier mal im Forum suchen), „Checkelec“ herunterladen und dann einen
Blick auf die Zahlen werfen, da ist immens viel herauszulesen, Fehler sagen dann auch viel …
Wasserstand in den Behältern kontrollieren, wenn dann das Ladegerät „willig“ ist, seine Aufgaben zu erfüllen braucht es Kühlwasser …
Ja denn, viel Erfolg 🤓 🚙🚗
 

L.S.

Aktives Mitglied
05.05.2021
677
Mühldorf am Inn
Zur Not kannst Du auch die Fahrbatterie komplett abklemmen/trennen und an den Anschlüssen eine externe Spannungsversorgung anschließen. Hierbei bitte unbedingt die Anschlussreihenfolgen* beachten. Für die Hilfsbatterie reicht kein 12V-Netzteil, es sollte schon eine gesunde 12V-Autobatterie sein. Das Auto vorne sicher aufbocken und ganz vorsichtig leicht Gas geben. Je nach Strombegrenzung der Spanungsversorgung sollte es hier möglich sein, dass die Räder sich drehen. Ein Kohlen- bzw. Kollektorschaden ist dadurch natürlich trotzdem nicht komplett ausgeschlossen aber immerhin wird der Motor angesteuert.
Außerdem wie bereits erwähnt eben Kohlen prüfen, CheckElec verbinden, usw.
Dann kannst Du sicherstellen dass bis auf die Fahrbatterie alles in Ordnung ist. Vor Ort eine Aussage über die Akkus zu treffen wird vermutlich eher schwierig, falls nicht ausreichend Know-How und Zeit vorhanden ist um Testladung, Befüllen, o.ä. (bin kein Ni-Cad-Experte) durchzuführen.

Siehe zum testweisen Aktivieren z.B. auch hier: https://elektroauto-forum.de/beitrag/projekt-saxo-mj2000-reaktivierung.468138/post-959165
Saxo/AX und P106 sind übrigens in den technischen Aspekten weitgehend baugleich, also siehe auch Citroen Saxo/AX-Forum.

*(erst 12V-System, dann HV-Akku; ohne 12V-Autobatterie auf keinen Fall den HV-Akku anklemmen/angeklemmt lassen, immer erst die HV-Sicherung ziehen bevor die 12V weggenommen werden. siehe auch z.B. S.53 in der Kundendienstschule oder bestimmt auch im Werkstatthandbuch)
 

tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Moin zusammen,

danke für die ausführlichen Antworten! Das klingt alles ganz gut und auch machbar. Von den Beschreibungen her nichts, wo ich mich nicht problemlos rantrauen würde (Autoschrauben mache ich schon seit 25 Jahren..). Aber schon mal gut zu wissen, wie ich den Hauptakku laden kann. Da war ich mir unsicher.

Was mich etwas unsicher macht, ist die Frage, ob das vor Ort so machbar ist. Das Problem bei solche Aktionen ist ja immer, daß man sein Standard-Werkzeug mitnimmt, aber für die Peugeot-Karre braucht man dann doch den zölligen Innen-Torx in 15,4 oder so. Das Auto steht leider auch draußen auf unbefestigtem Grund, da ist es schonmal schlecht, den irgendwo anzuheben.

Wenn ich das Auto einfach so kaufen würde, wäre ich wahrscheinlich ähnlich vorgegangen: Batterien abklemmen und von außen mit einem Netzgerät Spannung draufgeben, bis die etwas geladen haben. Möglicherweise ist dann auch alles in Ordnung und das originale Ladegerät greift wieder und verrichtet seinen Dienst. Das wäre schon komfortabel, wenn man sich das Auto mitnimmt und in aller Ruhe mal durchtestet und der Reihe nach die Sachen in Angriff nimmt.

Ich habe da aber irgendwie so meine Zweifel, ob man das alles vor Ort unterm Baum im Hinterhof hinkriegt. 12V Batterie mitnehmen wäre kein Problem und einen OBDII-Adapter könnte man sich auch schon besorgen. Das originale Prüfgerät (ReLight??) ist dort mit dabei, würde das auch ausreichen? Aber ob man das schafft, irgendwie mit einem regelbaren Netzgerät irgendwie Spannung auf die Akkus zu kriegen, sodaß nachher das Ladegerät greift, finde ich schon fraglich.

Der Verkäufer wollte sich nicht drauf einlassen, daß ich einen Teil anzahle und das Auto schon mal mitnehme und man neu verhandelt, wenn man es gar nicht wieder ans Laufen kriegt. Allerdings klang alles was er erzählte, sehr glaubhaft und schlüssig. Ich hatte nicht den Eindruck, daß er das Auto ganz dringend loswerden will.
Nur bin ich am hadern, ob man sich nachher nicht nur einen Haufen Schrott auf den Hof stellt. Das man da auf jeden Fall den ein oder anderen Nachmittag Arbeit investieren müßte, wäre gar nicht das Problem, nur wenn das dann nochmal 2.000€ kostet, macht's schon weniger Spaß...

Schönen Abend allen,

Thomas
 

citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
Einen entladenen Fahrakku bekommst man nicht sofort mit dem Bordladegerät „aufgeweckt“, selbiges ist erst ab ca. 90v „willig“ seine Arbeit zu verrichten.
Ich hole „eingeschlafene“ Fahrakkus mit dem u.g. labornetzteil wieder ins „Leben“ zurück. Das Teil gibts für kleines Geld in der Bucht, geht bis ca. 105v und hat ne regelbare Strom - Begrenzung bis 3A, reicht um die 90v zu überschreiten, dann darf der Bordlader „ran und arbeiten“
Aber - erst die 12v „Strömlinge“ ran lassen, unter 10v wird’s auch Mist, dann sagt Madame SAGEM - „12v Akku defekt“ und will nicht mehr …😎
Viel Erfolg
 

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tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Hallo,
so in etwa hätte ich das auch versucht: ich habe einen Regeltrafo, wo ich dann einen Gleichrichter hinterschalten würde. Damit kriege ich das auch hin.

Die Frage wäre: ist das alles in einem zugigen Hinterhof machbar, wenn man nur bedingt Zeit hat? Das "Aufwecken" und erst recht das Laden wird doch Stunden brauchen, oder?
Gibt es eigentlich einen Punkt, wo man das Ladegerät anschließen kann, oder muß man direkt auf die Pole gehen?


So einen Stecker habe ich am Auto gesehen. Die Dinge kenne ich von Kehrmaschinen o.Ä.
Kann man da direkt ran?

Schöne Grüße,

Thomas
 

citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
Etwas Vorbereitung ist schon von Nöten.
Ein Adapterkabel bauen, rot/blau, das eine Ende Kabelschuhe zum Anschluß an die Box, Sicherung nicht vergessen, das andere Ende Anschluß ans „Mobile Ladegerät“.
Zugangsdeckel zu den Kabelanschlüssen der SAGEM Box öffnen, Torx …, adapterkabel an Batteriekabel anschließen, Polarität beachten und „Arbeiten unter Spannung !!“ Arbeitsschutz, 120v, da ist echt viel dahinter !!!
Mit so etwa 2-3A beginnen, bis sich etwa 100v aufgebaut haben, geht erfahrungsgemäß sehr schnell, wenn die Akkus mitmachen.
Bevor das Adapterkabel abgebaut wird, das Fahrspannungssystem spannungslos machen, Sicherung hinter dem 3er Kasten ziehen, ist in der Höhe der Wasseranschlüsse.
Wasserstand im Behälter des Akkusystems prüfen, Bei eingeschalteter „Zündung“ muß ein „Sprudeln“ im Tank zu sehen sein, Die Umwälzpumpe muß laufen.
Wenn kein Wasserumwälzen könnte das Bord-Ladegerät einen „heißen Kopf“ bekommen und aufgeben …
Wenn das Kabel abgebaut ist, Orginalzustand wieder herstellen, Deckel geschlossen,
Ladeluke offen, Lampe leuchtet, Ladekabel an 230v anschließen, links oben über dem Ladestecker - Glimmlampe leuchtet, Ladeluke schließen, Ladelukenbeleuchtung verlischt, Ladebeginn - Blinker leuchten auf. die Spannung der Akkus mit geeigneten Mitteln, ich messe mit (coronamäßig/kontaktlos) „checkelec“, während des Ladens verfolgen. 15 min. Reichen normalerweise aus (Orientierungswert Fahrspannung - um die 120v) um dann einige „Sprünge“ vor und zurück zu machen. Volladen, so es akkubedingt gehen sollte, dauert mehrere Stunden …
Ist alles unter „feldmäßigen Bedingungen“ realisierbar, zuerst eine „visuelle Inspektion“ der Teile/Komponenten/des Zustandes, danach „kurzes“ Aufladen, während dieser Zeit mittels „Checkelec“ oder dem „ELIT“ dem System in „die Innereien“ gucken, Heizung/Radio/Zentralverrieglung/Lenkhilfe/unterdruckpumpe/Motorventilator/Teilenummern, Software Versionen … so als unvollständiger Leitfaden …
Danach versuchen das Teil mit eigener Kraft zu bewegen - evtl Bremsen hinten fest (?)
Ist eigentlich zwischen einem „kraftaufbauenden“ Frühstück und einem „späten“ Mittagessen zu bewerkstelligen 😉
Die (echten) Probleme kommen dann später „ans Tageslicht“ -

ich drücke alle Daumen, die ich habe …

PS. Der o.g. Stecker ist nicht Orginal, wo der angeschlossen ist - keine Ahnung,
Erfahrungsgemäß und unverbindlich - das könnte der Anschluß für ein externes Ladegerät sein - aber erst mal damit auf „spannung- und Stromlose Expedition“ gehen
 
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Martin Heinrich

Aktives Mitglied
21.08.2008
1.710
Wenn das Kabel unter dem Deckel der SAGEM Box verschwindet wird das auf den Schnelladeanschluss geklemmt sein, Anschlüsse 1 und 2.




Vor dem Laden ist Berührungsschutz sehr wahrscheinlich kein Thema, später schon!
Wenn du für den Stell/Trenntrafo Adapter mit Gleichrichter und Anderson Stecker machst Polarität prüfen!
 

tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Moin moin,

also, danke nochmal für die ganzen Hinweise! Das klingt mir sehr so, als wüßten hier so einige Leute, wovon sie reden!

Unvernünftigerweise habe ich mich etwas umentschieden und habe das Auto jetzt einfach mehr oder weniger blind gekauft. Ich habe heute nochmal mit dem Verkäufer gesprochen, der mir zum einen sagte, daß es wohl schwierig wird, dort an der Stelle, wo das Auto steht, doch durchgehend und ohne Probleme Strom zu kriegen, um die Kiste probeweise zu laden. Aber er versicherte mir zum einen, daß die Akkus schon mal erneuert wurden und das definitiv ein Block davon defekt sei. Die Ersatz-Akkus, die es zum Auto dazu gibt, sind allerdings doch wohl kompatibel, sodaß es "einfach nur" den oder die defekten Akkus zu lokalisieren und auszutauschen gilt.
Ich gehe jetzt mal das Risiko ein, hole mir den Wagen und berichte, wie es weitergeht...

Schönen Abend noch,

Thomas
 

citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
… es gibt zwei Sorten von Akkus, sogenannte „D“ und „G“ Akkus, deren Strom- und
Wasseranschlüsse unterschiedlich sind, und dann gibt es noch die (gewaltigen) Unterschiede und Differenzen in den Baujahren …
Das Bild schon mal zum „reinschnuppern“ (Transportkiste/„elektrischer Reservekanister“)
 

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L.S.

Aktives Mitglied
05.05.2021
677
Mühldorf am Inn
Das man da auf jeden Fall den ein oder anderen Nachmittag Arbeit investieren müßte, wäre gar nicht das Problem, nur wenn das dann nochmal 2.000€ kostet, macht's schon weniger Spaß...
Das ist ein Elektro-Youngtimer. In diesem Zustand ist das immer ein mit Kosten und Aufwand verbundenes Projekt auf das man sich einlassen muss.


So einen Stecker habe ich am Auto gesehen.
Das ist ein "Anderson-Stecker". Davon gibt es verschiedene Größen (je nach Stromfestigkeit 50A, 120A, 175A, 350A), kann man auf dem Stecker nachlesen. Es gibt auch billigere Nachbauten aus Fernost.
Ob der aber wirklich (und v.a. mit richtiger Polarität) auf die genannten Schnelladeanschlüsse geht, würde ich auf alle Fälle nochmal prüfen!

„Arbeiten unter Spannung !!“ Arbeitsschutz, 120v, da ist echt viel dahinter !!!
Das ist vielleicht etwas, das man als Verbrenner-Schrauber noch nicht so tief in der Arbeitsweise verankert hat. Sollte aber mit entsprechenden Vorkehrungen und stetigem "mit Bedacht arbeiten" auch kein Problem sein.
Manche umwickeln Ihre Gabelschlüssel mit Isolierband, andere sagen, dass eine Situation wo das von Nutzen wäre gar nicht erst eintreten darf...

das Auto jetzt einfach mehr oder weniger blind gekauft
Cool, dass Du dich getraut hast! Von mir auch viel Erfolg und viel Spaß beim Wiederbeleben!;)😁👍
 

tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Hallo zusammen,

nach der umfangreichen Hilfe hier, ist es an der Zeit für erste Rückmeldungen.
Also, ich habe das Auto gekauft und auf dem Firmenparkplatz zwischengelagert.
In den letzten Tagen habe ich mir mal einen ersten Überblick verschafft.
Zunächst mal ist die 12V-Batterie ziemlich im Eimer. Die ließ sich nicht mehr richtig laden und behält ihr Spannung nicht. Also neue kaufen.
Die Fahrakkus habe ich wie folgt wieder gestartet: Erstmal hat mein Auto doch nicht den Schnelladeanschluß wie oben beschrieben. Da muß ich mich verguckt haben. Dann habe ich unter den SAGEM-Box-Deckel geguckt, aber die Akkus sind dort nicht an 1-2, sondern an 3-4 angeschlossen. 3-4 habe ich dann mal abgeklemmt und extern mit Spannung geladen. So ein großes Ladegerät wie Citicar75 habe ich nicht, sondern nur einen kleineren Regeltrafo, der max. 180mA liefert, aber das ging erstaunlich schnell (mit Gleichrichter): nach einer Stunde war die Spannung knapp über 90V (ich mußte 50x die Spannung nachregeln). Dann habe ich alles wieder in der SAGEM-Box angeschlossen, das Ladekabel eingesteckt und weiter beobachtet. (Die Sicherung war übrigens ziemlich vergrünspant..) Nach ca. einer weiteren Stunde war mit dem Aufladen auch Schluß und ich habe mal eine Fahrprobe durchgeführt. Das klappte problemlos und auch mit der ziemlich verhunzten 12V-Batterie ist das Auto zahlreiche Runden über den Parkplatz gefahren! Auch nach ein paar Stunden klappte das auch noch, was aber nicht mehr ging, war mit eingeschaltetem Licht fahren, da ist es dann ausgegangen. Klingt für mich aber plausibel. Die Energieanzeige ging bis 70% und lief dann auch erstmal beim Fahren nicht wieder runter.

Eine Frage hätte ich dann doch noch: Hier stand etwas von Sprudeln im Ausgleichsbehälter. Das konnte ich so nicht sehen. Es handelt sich um den fahrerseitigen Behälter, richtig? Dort ist noch etwas Kühlflüssigkeit drin, aber nur so ca. 2-3cm am unteren Rand. Und gesprudelt hat da nix, obwohl die Pumpe eindeutig lief. Kann man das einfach erstmal mit Wasser auffüllen?

Und sollte man die Wasserwartung gleich als erstes durchführen?

Schönes Wochenende allen,

Thomas
 
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Reiner106

Aktives Mitglied
07.05.2018
368
nahe Giessen / Hessen
Fahrerseitig ist so weit ich mich erinnere die Kühlflüssigkeit für die Akkus - Du hast ja bei diesen NICD zwei Flüssigkeiten - einmal das Elektrolyt in den Zellen direkt - und aussen in den zwischenwänden läuft kühlflüssigkeit - bei mir is die grün... wenn ich einschalte, pumpt die Pumpe diese Kühlflüssigkeit sanft, beim öffnen des Behälters sehe ich leichte wellen.. Sprudeln is das nich, sanfter.. aber man sieht eindeutig Bewegung..

Das Elektrolyt ist, so weit ich mich erinnere, NICHT von oben in irgend einem Auffangebhälter zu sehen.. Es ist in den Akkus. Von oben gibt es nur die Auffüllstutzen, wo man destiliertes/netmineralisiertes Wasser nachfüllen kann - das ist die "Wasserwartung".. Die Akkus gasen ja bei "voll" leicht aus.. In der Balancingphase beim Laden werden die Akkus bewusst ganz voll gemacht vom Ladegerät und eine Weile weiter geladen, damit auch der letzte Akku, der evtl. etwas weniger Ladung hatte, nachzieht... Balancing.... Die Akkus, die dann ausgasen, verlieren über die Zeit leicht Wasser. Bei der Wasserwartung wird dieses nachgefüllt.

Lies da mal im Forum hier rum - das ist ein cleverer Mechanismus - die Akkus haben innen ein kleines Labyrinth, wo das von oben nach gefüllte neue Wasser so in die Zellen geleitet wird, dass es NICHT das Elekrtrolyt rausspült.

GAAANZ Wichtig bei dieser Prozedur: Sehr langsam nachfüllen - und das ganze nur dann machen, wenn man diese Seeehr lange wartungsladung macht - dabei dehnt sich das elektrolyt durch das "überladen" aus...

Füllt man "einfach so" nach, spült man Eletrolyt aus den Akkus...

Alles, was ich schreibe, is aus dem Gedächtnis - lies bitte hier im Forum noch mal quer, verlass Dich nich blind auf das, was ich von mir gebe - mein 106er hat Pause gehabt für ne Weile, ich will nich ausschliessen, dass ich das eine oder andere evtl. nich 100% erinnere...

Aber Bitte auf KEINEN FALL einfach mal so wasser in die akkus nachfüllen - das weiss ich noch gaaanz genau :)
 

citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
Ausnahmelos jeder Kühlwasserbehälter hat irgendwo eine „Minimal“ und „Maximal“
Markierung, das können Schriftzüge min/max oder nur zwei Striche sein.
In jeder Fahrzeugbeschreibung steht - der Kühlwasserstand soll sich innerhalb dieser
„Pegelstände“ befinden, E Karren sind da auch genauso sensibel …
Dein Minimalwasserstand und das jahrelange rumstehen kann der Grund sein, daß
Das Kühlwasser nicht zuverlässig „umgewälzt“ wird und z. Bsp. Madame SAGEM‘s
Kopf beim Laden und Nachdenken nicht kühl genug bleibt. Das könnte auch der Grund sein, daß sie das Laden nach einer gewissen Zeit, sagen wir mal … eingestellt hat.
Wasser kann erst mal rein, aber es sollte im (jetzigen) Winter das Kühlwasser frostsicher sein - mal Spindeln, so -25 grd C ist gut.
Guter Wasserstand - viel „Sprudel“ 👍

Batterie 12V - sie wird auch überwacht und je nach S/W stand passiert nur rein informatorisch was ( wenn 10v unterschritten werden) oder was ganz böses - es wird ein Fehler erkannt (12v Batterie tot) und damit dann jedwede Arbeit eingestellt, der Fehler gespeichert, mitgeteilt und auf die Aktion des Fahrzeugmechanikusses gewartet, neue Batterie plus Fehler löschen, könnte diese Aktion heißen …

Also, die Moral von der ‚gschicht‘: „wer lesen kann, ist echt im Vorteil“ 🚗😎
 

Martin Heinrich

Aktives Mitglied
21.08.2008
1.710
Hallo Thomas erst mal prima bis hierher, könnte ja schlimmer aussehen!
Und die meisten guten Tips haben die Vorschreiber ja schon gemacht.

Dann habe ich unter den SAGEM-Box-Deckel geguckt, aber die Akkus sind dort nicht an 1-2, sondern an 3-4 angeschlossen.
Dazu muss ich bemerken dass ich nicht geschrieben habe dass 1-2 die Batterien wären.

Wenn das Kabel unter dem Deckel der SAGEM Box verschwindet wird das auf den Schnelladeanschluss geklemmt sein, Anschlüsse 1 und 2.
Der Vollstandigkeit halber: 5-6 geht zum Motor, ebenso die zweiadrige Leitung daneben für die Erregerwicklung.
Vorne sw/rt geht zur 12 Volt Batterie und rechts kommt AC an von der Ladedose.
 

tskemper

Neues Mitglied
11.11.2024
36
Hallo zusammen und ein gutes neues Jahr,

erstmal @Martin,
das stimmt: ich habe mich da wohl verlesen. Du hattest nur geschrieben, daß das Schnelladegerät da angeschlossen sei.

Bevor der Weihnachtstrubel begann, habe ich nochmal versucht, ein bißchen mit dem Auto herumzufahren, um die Akkus zu testen. Eine neue 12V-Batterie ist drin und das Kühlwasser habe ich auch nachgefüllt. Aber mit dem Ladevorgang bzw. den Akkus stimmt wohl wirklich was nicht: das Auto war wieder nach einer Stunde voll aufgeladen und die Energie-Anzeige stand auf 75%. Ich bin dann mal zum Waschpark gefahren (ca. 500m) und wieder zurück. Das klappte schonmal gar nicht gut: auf dem Rückweg ging nach 100m die gelbe Lampe an, das Auto wurde sehr, sehr langsam (20km) und es hat gerade noch die nächste Parklücke erwischt. Vom Aufleuchten der Lampe bis zur Parklücke waren es vllt. 100m und danach ging dann nichts mehr.
Von der dann nicht soo witzigen Aktion mit Kabeltrommeln und Verlängerungskabeln sprechen wir hier dann nicht, aber nach einer weiteren halbstündigen Ladung ging's problemlos wieder nach hause.

Die Energieanzeige ging übrigens kaum zurück und stand am Ende immer noch auf ca. 70%. Und das Relight-Gerät zeigt keine Fehler an.

Wie würdet Ihr vorgehen, um die Akkus zu prüfen? Ich hätte jetzt folgendes gemacht:
- Auto aufladen
- Akku-Kisten demontieren und die Spannung jedes Akkus einzeln messen und aufschreiben.

Diejenigen, die verdächtig niedrig sind, vielleicht nach vorne auf den Motor bauen, wenn's vielleicht nur eine oder zwei sind, denn dann käme man leichter dran.

Klingt das nach einem guten Plan?

Schönen Sonntag allen,

Thomas
 
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Wertungen: L.S.

L.S.

Aktives Mitglied
05.05.2021
677
Mühldorf am Inn
Klingt nach einer guten Idee.

Aber mach dich vielleicht mal mit der Zellchemie un den Ladevorgängen der Ni-Cad Akkus etwas näher vertraut, insbesondere dem "Memory-Effekt" (ich bin es nicht).
 

citicar75

Aktives Mitglied
13.08.2018
571
… auch meine Meinung, hier mal die „Erfahrungseckdaten“
- Fahrakku „saftig“ voll - 30 min. Nach Ladungsende (temperaturabhängig) 139 - 141V
- Fahren mit geladenem Akku: pro 100A Fahrstrom - Fahrspannung ca. 10v weniger
- Aufleuchten der gelben LED und/oder des gelben Leuchtfeldes bei Unterschreitung
von 100V Fahrspannung für größer als 5sec.
(Leuchten die LED und das Leuchtfeld gleichzeitig auf ??)
- Die Spannungswerte der einzelnen Akkus MÜSSEN über 6V sein, sonst sind Zellen
kaputt
- Der gemessene Spannungswert sagt NICHTS über den Ladungszustand der
Batterien aus, auch Batterien, die noch mehr als 6V haben, können entladen sein
- der Innenwiderstand der Batterien ist das Maß des Ladungszustandes (SOC),
schwierig zu messen
- Ladestrom messen, sowohl der Hauptladephase und der Nachladephase
- o.g. Parameter mit der CHECKELEC App messen
Hast Du mal in der „Kundendienstschule“ geblättert ? Ist egal ob Saxo, AX, 106, Berlingo, diese Probleme sind in Theorie und Praxis gut erklärt …
Viel Erfolg …
🚙🚗
 
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Wertungen: Reiner106

Reiner106

Aktives Mitglied
07.05.2018
368
nahe Giessen / Hessen
Als ich meinen 106er bekommen habe, hatte er sehr wenig Reichweite. Da ich das komplette demontieren scheute, habe ich folgendes gemacht:

Aufladen.
Mit 12V verbraucher an den Akku langsam leergelutscht auf 100V
Aufladen
Mit 12V Verbr....
usw..
bestimmt 5 mal...

Dabei immer auch mit Checelec alles beobachtet.

Überlegung damals war:

Falls einige Zellen stark von den anderen abweichen, würde man sie beim Fahren (große Belastung) evtl. schädigen - bzw. der Strang würde schnell schlapp machen. Blöd beim Testfahren (wie bei Dir geschehen)...

Da beim normalen Laden immer ein leichtes Balacing passiert, würden die schlapperen immer weiter leicht nach oben korrigiert...

Nach einigen Ladezyklen mit 12V Verbrauchern bin ich dann auch mal umher gefahren und habe eine Strecke gewählt, wo das Ende der Strecke leicht bergab ging - im Zweifel konnte ich also rollen....

Dadurch hat sich der Strang nach und nach erholt.

Nachdem ich dann bei grob 40km Reichweite ankam, hab ich mal eine Ausgleichsladung gemacht (checelek hilft hier oder das Relight).

Bei allen versuchen bis hier hin war die Belastung immer sehr moderat.

Das ganze Spiel immer weiter getrieben, bis ich grob bei 60km war.

Dann eine Wasserwartung gemacht - natürlich mit entsprechender Ladung vorher... Gaaaanz vorsichtig gaaanz langsam Wasser rein....
 

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