akt. Spiegel - N-gine Deggendorf Sommerloch? Investoren?


K

Karl

Guest
Hallo Freunde,

im "Spiegel" ist diese Woche ein relativ neutraler Artikel über N-gine erschienen ( siehe auch anderes Forum, Technik der Elektrofahrzeuge).
Leider wird nichts über die Investitionsstrategie von "n-gine" und auch nicht viel über die grundlegenden technisch / physikalischen Probleme berichtet.

Wer kann hierzu mehr sagen?

sonnenelektrische Grüße

Karl
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.218
Leider wird nichts über die Investitionsstrategie von
"n-gine" und auch nicht viel über die grundlegenden technisch
/ physikalischen Probleme berichtet.

Wer kann hierzu mehr sagen?
Hast Du die Referenzen die ich in http://forum.myphorum.de/read.php?f=568&i=4055&t=4055#reply_4055 gepostet habe gelesen?

Emil
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.218
N-gine wird nie in der Lage sein, Flüssigstickstoff günstiger
herzustellen und nur auf den theoretischen Kälteinhalt
verweisen.
Muss Flüssigstickstoff tatsächlich noch günstiger hergestellt werden damit ein damit betriebenes Fahrzeug wirtschaftlich betreiben werden kann?

Bei einem Gocart, das 5 Minuten durchhalten soll und für die
5 Euro bezahlt werden, spielen 5 Liter Flüssigstickstoff zu 1
Euro Gestehungskosten keine große Rolle mehr.
Hast Du Dir mal überlegt wie teuer Strom für die Industrie, insbesondere für Großverbraucher wie Aluminiumhütten usw, ist?

Wenn 1 kWh Strom pro Liter Stickstoff benötigt wird und diese kWh zu einem Preis von 5 ct bezogen werden kann dann kosten die 5 Liter oben plötzlich nur noch 25 ct. Aber dies ist ja noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Bei der Erzeugung des Flüssigwasserstoffs entsteht auch eine beträchtliche Wärmemenge die technisch verwertet werden kann und dadurch den Preis noch weiter drückt.

Für unsere Belange vergessen wir das Ganze am besten.
Wo man Flüssigstickstoff noch anwenden könnte?
Kinderkarussels und Fahrzeuge innerhalb Häusern fallen mir da
ein, Boote auf dem Weiher benötigen auch praktisch keine
Energie. Und die sind ja alle so schön grün...
Dass mehr möglich ist zeigen die Studien die ich gepostet habe.

Übrigens, schon gewusst? Einen Verbrennungsmotor mit
Sauerstoffspeisung und Abgasrückführung kann man völlig
schadstofffrei bauen!
Nur wenn absolut reiner synthetischer Kraftstoff verwendet wird. Mit gewöhnlichem Treibstoff von der Tankstelle geht das nicht. Und dann stellt sich die Frage warum man nicht gleich eine Brennstoffzelle statt des Verbrennungsmotors nimmt.

Gruß,
Emil
 

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
316
Krefeld, 02151 9287045
Nach Adam Carnot entstehen nur ca. 10% Wärme, emil. Zusätzlich zu den 95%, die in den Verlusten stecken. Die sind aber sehr teuer erzeugt, weil hier der schlechte Wirkungsgrad der Stromerzeugung zu berücksichtigen ist. Also, so sieht etwa die Rechnung aus: 105% Wärme mal 30% Wirkungsgrad = 31,5% . Das ist weniger als 100% . Eine reine Energievernichtungsmaschine.
Wie gesagt, fürs Gocart reichen auch 3% Wirkungsgrad, nicht jedoch für Adams Opel.
Die Schiene, über die N-gine vermarktet wird, dürfte der ungeheure große und reiche Kreis der Esoteriker sein. Solange es da um Feuer, Wasser, Luft und freie Energie geht, sind die Feuer und Flamme. mehrere Konten wurden schon eingerichtet. Näheres erfährt man sicherlich vom Enkel Nicola Teslas, Alavanya, Herrn Marschner von MDI in Luxemburg (Guy Negres Luftauto) oder in Romanshorn.
Wie soll noch ein derzeitiges Mitglied der Familie Siemens gesagt haben? Sinngemäß so: Die Strahlengefahr von Atomreaktoren sind nur eine Frage des Bewusstseins. Das glaubten dann allerdings viele Esoteriker nicht mehr. Es entsprach nicht deren Wunschdenken. Herr von Siemens glaubte jedoch daran (im Athroposophenkreis rund um Dornach/Arlesheim).
Bernd
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.218
Hallo Bernd,

lassen wir doch einfach N-gine beiseite und diskutieren die Angaben in der Referenz die ich gepostet habe.

Ich kann den Sinn Deiner Rechnung irgendwie nicht nachvollziehen. Es geht hier nicht darum Energie zu Erzeugen sondern LN2 als Energiespeicher zu verwenden und ihn dann in einem Fahrzeug für den Antrieb zu nutzen. Dies ist auch nichts anderes als wenn man eine herkömmliche Batterie auflädt. Dass dabei derzeit nur etwa ein 1/10 der Ursprungsenergie tatsächlich zum Antrieb genutzt werden kann ist bedauerlich, aber nicht wirklich ein Unterschied zu herkömmlichen Elektrofahrzeugen. Im Nachbarforum wurde gerade kürzlich nachvollzogen dass eine Bleibatterie etwa die Energie zur Produktion verschlingt die sie während ihrer Lebensdauer als Energiedurchsatz hat. Würde man also eine komplette Energiebilanz aufstellen dann wäre der Unterschied zwischen kompletten System hinsichtlich der Energieeffizienz wohl nicht sehr unterschiedlich. Wenn sie an diesem Punkt weitgehend gleich sind dann braucht man darüber auch nicht mehr diskutieren sondern kann sich auf andere Punkte konzentrieren die für den Erfolg von alternativen Fahrzeugen interessant sind. Hier kann LN2 ganz klar gegenüber Elektrofahrzeugen mit Vorteilen wie höhere Energiedichte, Lebensdauer, Gefahren bei der Nutzung, Geschwindigkeit des Tankens und die generelle Umweltfreundlichkeit punkten. Klar gibt es genügend technische Probleme bei der Realisierung, aber die gibts bei herkömmlichen Elektrofahrzeugen genauso.

Ich will jetzt nicht sagen, dass das Fahrzeug mit LN2-Antrieb das Nonplusultra ist, aber ich finde es schade wenn Du aufgrund Deiner schlechten Erfahrungen mit einigen die sich daran versucht haben jetzt ganz generell die Technik als unbrauchbar disqualifizierst. Unter den Proponenten von Elektrofahrzeugen gibt es mindestens genauso viele Esoteriker die von Anlagehaien um ihr Geld gebracht wurden. Ich würde fast behaupten, dass im Umfeld von Elektrofahrzeugen weit mehr Investitionen in den Sand gesetzt wurden als bei den gasbetriebenen Fahrzeugen.

Lass uns deshalb bitte darauf konzentrieren die technischen Aspekte zu diskutieren anstatt immer gleich unter dem Motto "Das hat bisher nicht funktioniert und wird deshalb auch in Zukunft nicht funktionieren." polemisch abzuqualifizieren.

Gruß,
Emil
 

Bernd Schlüter

Aktives Mitglied
19.01.2004
316
Krefeld, 02151 9287045
Emil, Du mußt die Luft möglichst kontinuierlich von Umgebungstemperatur auf -200 ° abkühlen. Mir ist kein Prozess bekannt, der das in einem Stück kann. Im Gegenteil, bisher muß man das in vielen Stufen bewerkstelligen, wobei die Temperaturdifferenzen so groß werden, dass das ganze Verfahren unwirtschaftlich wird. Bei Linde arbeitet man mit Vorkühlung und hohem Entspannungsdruck, bei Claude mit mehr als zweifacher Vorkühlung und Turbinenentspannung bei niedrigerem Druck. In jedem Fall ist der Wirkungsgrad miserabel. 0,2 Megajoule beträgt die Verdampfungswärme mit dem mechanischen Energiegehalt von ca. 0,7 Megajoule, die man gut in 55 Wattstunden zurückverwandeln kann. Ebensogroß ist aber auch die Wärmemenge von 0,2 Megajoule sensible Wärme, die nur stufenweise, mit großen Verlusten, sowohl abgeführt, als auch im Motor nutzbringend zugeführt werden kann. Es sind alleine dafür mehrere getrennte Motoren erforderlich. Die Verflüssigung aber ist ebenso problematisch, da auch hier das Gas im Gegenstrom fehlt.
Wären Verflüssigung und Verdampfung in einer einzigen Anlage, hätten wir diese Probleme nicht und wir könnten eine völlig reversible Maschine wenigstens annähern.
Das Problem ist "nur" der apparative Aufwand. Keine Frage, theoretisch könnte man so etwas mit 100% Wirkungsgrad bauen. Ich sehe mich jedenfalls nicht dazu in der Lage. Ich war auch einmal so optimistisch bei dieser Annahme, bis ich die Berichte aus Peenemünde las...Die Experten hatten damals sehr gründlich recherchiert.
Natürlich wird Air-Liquide nicht alle Geheimnisse verraten, trotzdem kochen die auch nur mit Luft...
 

Emil

Bekanntes Mitglied
04.04.2006
2.218
Hallo Bernd,

per Zufall bin ich auf ein Dokument zum Kryorecycling gestossen in dem ein neues Kälteverfahren von FORON erwähnt wird:
http://www.naturfreunde-holzgerlingen.de/images/pdf/kryorecycling.pdf

neue Kältetechnik mit einer Kältemittelmischung aus Propan/Ethan/Methan in einem einheitlichen
Kältekreislauf. Die fraktionierte Verdampfung im geschlossenen 1-Kreis-System senkt
die Betriebsmittelkosten im Vergleich zu kryogenen Verfahren mit flüssigem Stickstoff auf ca.
1/10 (6,7). Das von FORON® industriell eingeführte und weltweit anerkannte "Greenfreeze"-
Prinzip (8,9) wurde weiterentwickelt, so dass die zur Versprödung thermoplastischer Kunststoffe
nötigen tiefen Temperaturen (bis zu -160°C) erreicht werden.

Kannst Du Dir darunter was vorstellen?

Bezüglich des Kryorecycling, das ich hier aber nicht weiter diskutieren möchte, habe ich die folgende Webseite mit Nachteilen gefunden:
http://www.pro-kryo-recycling.de/_disc7/_disc7/00000006.htm

Gruß,
Emil
 
R

Rudi

Guest
Auf deren Internetseite gibt es ein Emmisionsprospekt und einen Geschäftsbericht, dort kann so manches nachgelesen werden.
Rudi