A. Friesecke / Kewet-Compoundregelung /SBL-Nicads


Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
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#1
Andreas, ich hatte Deine Berichte gelesen und wollte Dich und alle anderen noch gewarnt haben, die Compoundwicklung über einen Motorcontroller zu regeln. Ich hatte es verschoben, um nicht zu viel zu schreiben. Das Gehäuse des Thrighe bildet eine absolute Kurzschlusswicklung und erzeugt neben gewaltigen Verlusten einen Kurzschlussstrom, der die Mosfets zerstört. Du hättest eine geblechte Drossel oder eine aus Eisenpulverringkern, und zwar berechnete, noch vorschalten müssen, dann wäre nichts passiert. So hast Du Hitze vor allem in der Wicklung erzeugt.

Du hast jetzt stromfeste Akkus hinzubekommen, möchtest aber, wenn möglich, auch noch SBLs weiterverwenden. Dazu möchte ich Dir sagen, dass Du ohne große Probleme mit Hilfe von Gegentaktwandlertrafos die stromschwachen Akkus auf Kosten der stromstarken stützen kannst, indem Du einfach die jeweils ungenutzte Hälfte der 24Volt-Primärwicklung nutzt, um die Spannung der starken Batterie zu verdoppeln. Ansteuern würdest Du die 24 Volttrafos, die Du von mir bekämst, über einen ungeregelten Rechteckgenerator von 30 bis 38 kHz, je nachdem, ob Du 14 plus 24 Volt oder 30 plus 30 Volt SBL/stromstarke Nicads kombinieren möchtest.
Mit ca. 4 Volt Spannungsabfall solltest Du rechnen, wenn Du jeden der kleinen Trafos mit vollen 400 Watt belastest. Wenn Du 5 Trafos nimmst, wären das immerhin 2 kW extra auf der SBL-Seite, die Du ja, falls Du zwei 24 Volt-Pakete hättest, nur mit ca 1,5 kW belasten könntest. Su wäre es immerhin eine Gesamtleistung zum Beschleunigen von 2 * (1,5 + 2) = 7 kW!
Ich würde mal sagen, eine ausgesprochen sinnvolle Einsatzart von Wandlern, die sich ansonsten diskret zurückhalten und nur beim Bescheunigen wirksam werden.

Eine weitere Ergänzung wäre dann noch ein weiterer, schwacher, zeitgesteuerter Wandler, der schonend und deshalb mit hohem Wirkungsgrad Ladung aus den dicken SBL in die stromstarken Batterien während der Standzeit zurückpumpt, damit die Rückfahrt zügig wird und die Kapazität ausgenutzt werden kann.

Da Du, Deiner homepage nach, gerne bastelst, wäre das vielleicht etwas für Dich?
Einen groben, undimensionierten Schaltplan bekämst Du von mir, nur so als Anregung. Bei Erfolg käme der auf Ralfs neue Spielwiese.
Karl hat ähnliches vor, leider bin ich im Moment zu sehr beschäftigt, ihm das Ding komplett hinzustellen. Sonst tausch Dich doch mal mit ihm aus, möglicherweise könnt Ihr SBLs tauschen. Er braucht evtl eher stärkere, Du eher schwächere SBLs. Seine 135er haben nur ca. 12,5 kg Masse. Deine 200er ja 18 kg. Dann brauchst Du nicht so viel Zeit zum völligen Entladen der SBLs.

Das Projekt geht übrigens alle an, denn jeder hat schonmal alte, auch Bleiakkus, die noch sinnvoll aufgebraucht werden sollten.

 
A

Andreas

Guest
#2
Hallo Bernd,

nette Idee, aber im Moment sind "nur" noch 6 Doppelzellen im Auto, weil es sonst zu schwer wird. Ohne die Zellen jedoch eher zu leicht. Das heißt, ich habe 14V "in der Schnauze" und wenn ich mal einen passenden Wandler finde, dann nehme ich die als Notstrom für die Fahrakkus.
Das mit dem Compound ist echt so eine Sache. Meinen zweiten Fet habe ich während der Fahrt ohne Regelung "getötet" hat aber ca. 2 Wochen gehalten.

Jetzt ist es bei uns erst mal ungemütlich kalt und basteln macht keinen Spaß!

Viele Grüße
Andreas
 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
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#3
Ja, das "Töten" von Elektroautos durch Spielen an der Compoundspule ist eine Sache, die wir ein für allemal abstellen sollten. Wer den Funken beim Abschalten gesehen hat, ist zumindest schonmal beeindruckt. Lest bitte auch meine zusätzliche Bemerkung, die ich FETT drucke!!
Bei Manuel ist einiges schief gelaufen, da er zwar den Abreißfunkenverhinderungskondensator, aber nicht die schnelle Rückschlagdiode (gewöhnlicher, billiger Typ, wie er meist als +12 Volt-Gleichrichter in jedem PC-Netzteil enthalten ist) eingebaut hatte.

Also: Folgendes ist zumindest dringend erforderlich:
ein Abreißfunkenunterdrückungskondensator von mehr als 1 Mikrofarad und UNBEDINGT gleichzeitig eine Diode ausreichender Spannungsfestigkeit , Geschwindigkeit und Stromstärke (6 Ampere kurzzeitig) ÜBER DIE COMPOUNDWICKLUNG.

Ich glaube, die befestigt man bei den meisten Fahrzeugen am einfachsten und am zuverlässigsten direkt am Motor zwischen den beiden Anschlüssen der Compoundspule. Das Wichtigste ist dabei die Diode, die auf keinen Fall eine empfindliche Schottkidiode sein sollte. Ich werde mal die Bezeichnungen von einigen verbreiteten Typen hier an dieser Stelle nachtragen. Sie kosten im Großhandel ca 20 Cent als Doppeldiode. Sehr teuer, wenn Sie fehlt. ABER:


MÖGLICHERWEISE WIRD ABER AUCH DIESE RÜCKSCHLAGDIODE ÜBER DER COMPOUNDWICKLUNG DURCH INDUKTIONSIMPULSE AUS DEM CONTROLLER ÜBER DEN ANKER UND DIE SERIENFELDWICKLUNG ZERSTÖRT, WENN DIE DIODE NICHT STROMFEST GENUG IST: HAT JEMAND ERFAHRUNG DAMIT? WIR SOLLTEN DIESE PUNKTE VOR WEITEREN BASTELEIEN KLÄREN:

An Anker und Serienfeldwicklung wäre der Abschaltfunke noch viel energiereicher, aber zu dessen Vermeidung ist im controller sehr gut vorgesorgt. Ein Blick in einen "ausgebrannten" Controller bei Controllerdoktor John würde jedem den gehörigen Respekt einflößen. Nein, bitte auch keine Wackelkontakte an irgendwelchen Stromleitungen von und zum Motor!

Hört sich ja nicht gut an mit Deinem Kewet, Andreas. Würde mich ja interessieren, was da noch faul ist. Oder hatte beim letzten Diodendurchschlag der Kondensator gefehlt und die Diode war zu langsam? Da gehört dann wenigstens ein Ausschaltverlangsamswiderstand an das gate des Mosfets. Ich würde mal schätzen, 5 kOhm wären nicht zu groß. Dann bleibt mehr Zeit für die Rückschlagdiode zum Leitendwerden. Als Schaltverlangsamungskapazität reicht dann die drain-source-strecke von gut einem Nanofarad.

Wer nur eine langsame Netzdiode hat, das geht auch, aber dann muss der Ausschaltvorgang durch einen ausreichend großen Verzögerungskondensator ganz ordentlich verzögert werden, so auf 100 Mikrosekunden z.B..
Die Diode braucht einige Zeit, ehe sie schützen kann.

 

Bernd Schlueter

Bekanntes Mitglied
10.12.2004
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#4
Genau für Deinen Zweck gibt es einen Wandler, der sehr gut passen würde:
Ich habe ja hier die defekten Fraron-Wandler, die ich zwar umbauen könnte, aber das lohnt sich nicht, der Preis ist bei den neuen Wandlern zu niedrig.
Der 1000 Wattwandler mit 10 bis 16 Volt Eingangsspannung wäre da gerade richtig: Er besitzt 5 identische Wandeltransformatoren, die sekundärseitig alle in Serie geschaltet sind. Die schaltest Du nun alle parallel, das ergibt ca 60 Volt Ausgangsspannung, die Du über die eingebaute PWM auf die passende Spannung zurückregelst. Dazu musst Du nur stärkere Dioden einbauen und den ganzen sekundären Wandler herauswerfen, ebenso musst Du dieAusgangsdrossel umwickeln, mit dem vorhandenen Draht (sehr einfach) und eine Strombegrenzung und zwei passende Ladespannungen für die STM 140 einstellen, einmal zum möglichst Vollladen und einmal zur Unterstützung nur während der Belastung. Ladekondensatoren kommen noch andere hinein. Dann hast Du immer noch Deine Reserve.
Schau es Dir einmal an bei ebay!
http://cgi.ebay.de/SPANNUNGSWANDLER-12V-230V-1000-2000-WATT-WECHSELRICHTER_W0QQitemZ8733051101QQcategoryZ8504QQrdZ1QQcmdZViewItem
Eigentlich schade, dass Du dann das ganze Zubehör nicht mehr verwenden kannst.
Bei den anderen Wandlern kommst Du leider nicht auf 36-60 Volt. Wohl beim Wandler für 2000 Watt.

Umbautips gibts bei mir.
Eine preiswertere Möglichkeit wäre, einen 300 Watt-Wandler für 25 Euro zu verwenden, den Du dann mit einem Transformator, den Du von mir bekommst, umbaust. Bei dem muss ich leider erst hinter die PWM kommen...Laden wirst Du dann mit ca 250 Watt, da die Ladespannung ja bei Dir geringer ist. Über Nacht wären dann also deine STMs wieder halbwegs voll, oder nach längerer Standzeit. Die 4,5 Ampere zusätzlich während der Fahrt sind ja wohl zu vergessen. Bei dem 1000Wattwandler die zusätzlichen 18 Ampere schon weniger.
http://cgi.ebay.de/SPANNUNGSWANDLER-12V-230V-300-600-WATT-WECHSELRICHTER_W0QQitemZ8732383792QQcategoryZ8504QQrdZ1QQcmdZViewItem

Im Übrigen es ist gar nicht so schwierig, einen sehr anpassungsfähigen Aufwärtswandler ganz selbst zu bauen, der Sprung von deinen 14,4 Volt auf max. 60 Volt ist nicht so hoch. Die notwendigen Teile bekommst Du großenteils von mir.
Du lebst in München doch in einem Elektronikeldorado mit dieser komischen Schillerstr...
Wer solchen Selbstbau ins Auge fasst, darf mich ruhig fragen.

 
K

Karl

Guest
#5
Hallo Bernd,
etwas off topic, es gehört aber doch irgendwie doch hierher.
Die Schillerstraße als Elektronikeinkaufsstraße ist fast tot. Es ging sogar so weit, daß die Dönerbuden den Preis mal von 3¤ auf 2,5 ¤ gesenkt hatten! Ich bekomme dort heute jederzeit einen zumindest halblegalen Parkplatz und habe noch nie einen Strafzettel bekommen. Für spezielle Dinge gehe ich immer noch zu Bürklin, Holzinger geht auch noch, Radio Rim gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr, ansonsten nur Wiederverwerter welche aber sehr schwer zu kämpfen haben - auch nach deren persönlichen Aussagen- zuletzt vor ca. 2 Wochen. Ganze Häuser stehen leer und zum Verkauf. Am Ende der Straße befindet sich noch die Mensa der med Fak. da war ich genau zwei Mal in meiner Studentenzeit- das hat mir gereicht.

Traurige Grüße
Karl
 

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